All die verdammt perfekten Tage

Titel: All die verdammt perfekten Tage

Autor: Jennifer Niven

Verlag: Limes

Meine Bemertung: 3 von 5

Klappentext:

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

 

Meine Meinung:

Es geht um Finch, der häufig übers Sterben nachdenkt und auch um Violet, welcher er auf dem Schulturm begegnet. Nachdem er sie am Springen gehindert hat, versucht er sie näher kennenzulernen und teilt sich zusammen mit ihr für ein Projekt ein - was Violet zuerst gar nicht toll findet, denn Finch wird von allen als Freak bezeichnet und eigentlich hat Violet seit neun Monaten den Tod ihrer Schwester immer noch nicht verkraftet. ...Aber die beiden finden im Laufe der Geschichte dann doch immer näher zueinander.

Ich finde ihre gemeinsame Zeit im Klappentext etwas zu blumig und wunderbar beschrieben ("Ein Mädchen lernt zu leben - von einem Jungen, der sterben will" ...muss man es immer in solche großen Worte fassen?)

Sie begegnen sich und dann verbringen sie etwas Zeit zusammen.

Ungefähr genau dasselbe passiert auch in einem Dutzend anderer Bücher aus dem Genre.

Schafft es dieses Buch, aus dem Rest herauszustechen?
Für mich war es leider nicht wirklich etwas Besonderes.

Es begann vielversprechend und die ersten einhundert Seiten gefielen mir. Aber von Seite 100-200 las es sich wie Kaugummi! Keine Spannung, nichts Interessantes entwickelt sich... Von Seite 200-300 hat es mir dann wieder besser gefallen, aber ab Seite 300 dann gar nicht mehr.

Natürlich können Bücher über Teenager mit Selbstmordgedanken den Leser nicht wirklich begeistern, aber man erwartet doch wenigstens das Gefühl, beim Lesen etwas erlebt zu haben. Leider habe ich bei diesem Buch nichts erlebt, außer der großen Enttäuschung und Wut beim Ende.

Leider war das Ende (wie bei viele Büchern aus diesem Genre) bereits vorhersehbar und die Geschichte schien auch nicht wirklich mit viel Liebe zum Buch zu Ende gebracht worden zu sein. Die letzten einhundert Seiten und Violets Verhalten wirkten auf mich sehr konstruiert.

Es gab keine Spannungskurve, keinen Höhepunkt und nicht mal kleine greifbare Gefühle.

Ein paar Dinge haben mir aber doch sehr gut gefallen, aber leider haben diese kleinen Details das Gesamtbild nicht aufwerten können.

Etwas, was mich sehr gestört hat (und was in diesem Genre leider ständig vorkommt), sind diese altklugen Teenager, die super tiefgründig erscheinen sollen und deswegen häufig eine Liebe zu Zitaten und Schriftstellern aus vergangenen Epochen aufweisen müssen.

Wenigstens hat es etwas authentischer gewirkt, als Finch anfing, tiefgründige Zitate zu googeln - denn ganz ehrlich, Jugendliche mit so einer Liebe zu Klassikern und längst verstorbenen Autoren sind mir ziemlich suspekt. Ich freue mich, wenn ich mal mit jemandem über Shakespeares Sonette quatschen kann, aber wer chattet denn bitte mit seinem Schwarm und wirft dabei mit Virginia Woolf um sich?!

Macht man wohl doch. Aber nur, weil es Trend (in der Jugendliteratur) ist.

Ich bin weder mit Finch, noch mit Violet so richtig warm geworden, man erfährt zwar viel über ihre Familien und Vergangenheit, aber das Persönliche und die Gedanken und Nachvollziehbarkeit haben mir sehr gefehlt.

Auch, wenn ich dieses Buch besser fand, als fast alle Bücher von John Green (wohl der Populärste Autor dieses Genres), kann ich ihm leider nur ganz knappe 3 von 5 Sternen geben. Ich hätte gerne noch etwas mehr Spannung, Liebe, Sinn und eventuell auch eine kleine Portion Action gewünscht.

 

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