Rezension: Die dunklen Mächte

Titel: Lady Midnight (Die dunklen Mächte)

Autor: Cassandra Clare

Verlag: Goldmann

Meine Bewertung: 4,5 von 5

(Ich habe dieses Buch auf Englisch gelesen, da mit das Design des Buchrückens besser gefällt)

Klappentext:

Niemals wird sie den Tag vergessen, an dem ihre Eltern starben. Die 17-jährige Emma Carstairs war noch ein Kind, als sie damals ermordet wurden, und es herrschte Krieg. Die Wesen der Unterwelt kämpften bis aufs Blut gegeneinander, und die Schattenjäger, die Erzfeinde der Dämonen, wurden fast völlig ausgelöscht. Aber Emma glaubt bis heute nicht, dass ihre Eltern Opfer dieses dunklen Krieges wurden, sondern dass sie aus einem anderen rätselhaften Grund sterben mussten. Inzwischen sind fünf Jahre vergangen, und Emma hat Zuflucht im Institut der Schattenjäger in Los Angeles gefunden. Eine mysteriöse Mordserie sorgt für große Unruhe in der Unterwelt. Immer wieder werden Leichen gefunden, übersät mit alten Schriftzeichen, ähnliche Zeichen wie sie auch auf den Körpern von Emmas Eltern entdeckt worden waren. Emma muss dieser Spur nachgehen, selbst wenn sie dafür ihren engsten Vertrauten und Seelenverwandten Julian Blackthorn in große Gefahr bringt …

 

Meine Meinung:

Das Buch ist wieder mal großartig!

Wer die anderen beiden Schattenjäger-Reihen (Die Chroniken der Schattenjäger, Die Chroniken der Unterwelt) von Cassandra Clare schon gelesen hat (und das sollte man, bevor man zu diesem Buch greift), der weiß, dass diese Frau schreiben kann!

Allerdings (*oh nein, schreib jetzt nichts Falsches!*) habe ich bei diesem Buch das Gefühl, dass Clare nicht besonders viele neue Ideen eingebracht hat, sondern viele ihrer alten Ideen wiederverwertet wurden.

Zuerst einmal wäre da das zentrale Thema mit der verbotenen Liebe - hat sich ja schon mit Clary und Jace bewährt.

Julian ist ein Künstler und zeichnet und malt mit Leidenschaft - Moment, hatte Clary diese Eigenschaft nicht auch? (Aber aus den Augen eines Künstlers kann man blonde wellige Haare ja auch vieel besser beschreiben)

Dann dieses geheime Clubtreffen und der "Guardian" (in der Deutschen Ausgabe heißt der böse, unbekannte Anführer wohl "Wächter"?) - einen seltsamen Club samt bösem Anführer gab es doch schon in "Die Chroniken der Schattenjäger"?
Natürlich darf auch der altbekannte Hexenmeister aka. Hilfsstütze bei Problemen nicht fehlen - diesmal ist es aber nicht Magnus Bane sondern Malcom Fade (klingt ja sehr *hust* verschieden*hust*).

Und dann gibt es noch etwas, wo ich beim Lesen ziemlich ins Stocken gekommen bin. Clare erwähnt in diesem Buch Ley-Linien und es wird ein Grab erwähnt, das auf einer dieser Ley-Linien befindet und eine recht wichtige Rolle spielt. Diese Ley-Linien-Thematik und auch ein Grab auf einer Ley-Linie kenne ich bereits aus einer erst kürzlich erschienenen Reihe von Maggie Stievfater - "The Raven Boys" / "Wen der Rabe ruft".

Ob das Zufall ist, dass beide Autorinnen die Ley-Linien in ihren Geschichten erwähnen oder hat Clare sich da etwas inspirieren lassen? Man weiß es nicht, aber für mich hat das ganze einen schlechten Beigeschmack.

OKAY, genug gemeckert! (Vorerst, zumindest)

Auch, wenn es in diesem Buch kaum etwas Neues gab, war es wieder mal super schön geschrieben, spannend und unglaublich mitreißend!

Clare ist eine Meisterin darin, tolle Liebesgeschichten zu entwerfen und haach ich habe mitgefiebert, war entrüstet, glücklich, ud das Ende hat mich dann total zerstört!

Also alles so, wie es sich ein Leser wünscht! :)
Und um ganz ehrlich zu sein, gibt es schon ein paar Neue Themen im Buch - nämlich die Nachwirkungen von "The Cold Peace" (in der Deutschen Ausgabe wahrscheinlich "der kalte Frieden"), da das lichte Volk nach den Geschehnissen aus "City of heavenly Fire" bestraft und ausgestoßen wurde. Auch die Rückblicke, die Emma manchmal eingeworfen hat, z.B. ihre Gedanken an Clary und Jace fand ich wirklich schön zu lesen - denn Emma war ja "damals" auch schon dabei. 

Hach ja... Emma.

Emma finde ich richtig toll und sie gefällt mir sogar besser als Clary oder Tessa, weil sie von Anfang an stark dabei ist! :)
...Und Julian ist auch soo toll!!

Ich war innerlich so am ausflippen, als Emma und Julian sich dann endlich näher gekommen sind, aber gleichzeitig war es mir auch alles etwas viel zu schnell - ich hätte mir gerne noch heimliche nächtliche Zimmerbesuche gewünscht und nicht diesen einen fetten Paukenschlag.

(SPOILER Ich meine Halloo... bei Jace und Clary musste ich sechs lange Bände warten! SPOILER ENDE)

Diese kleinen Momente, wo man beim Lesen merkt, wie verknallt Jules ist, aber Emma es immer nicht merkt - soo gut gemacht!

Clare schafft es wirklich, immer aufs Neue unglaublich herzzerreißende Liebesszenen zu schreiben und zehn Seiten später ist man dann wieder vollkommen in der Geschichte gefangen und wird von der Action mitgerissen!

Das Finale fand ich leider wiederum nicht so gut.

Ohne zu spoilern kann ich das jetzt nicht erklären (und das wird ein ganz schön langer Text. Upsi.), aber ich sage mal so: Der gesamte Aufbau der Geschichte verliert am Ende durch einige schlecht untermauerte Erklärungen fast vollkommen die Logik.

Seltsam fand ich auch, dass ein Charakter stark verletzt ist und viele Heilrunen und sogar Bandagen braucht. Nach dem Aufwachen wird über starke Schmerzen geklagt, aber ein paar Stunden später kämpft dieser Charakter schon wieder und ab da wird die Verletzung dann nicht mehr angesprochen.

...So wirklich rund und durchdacht hat dieses Buch leider nicht auf mich gewirkt, aber ich lese auch wirklich kritisch und habe ziemlich hohe Ansprüche an die liebe Frau Clare.

Beim "Finale" wurden auch wieder alle Fantasy-Klischees bedient, vom rechtzeitigen Erreichen der Opferstelle und dem allbekannten Gespräch mit dem Bösen, der seinen gesamten Plan noch einmal von Anfang bis Ende erklärt...

 

Fazit: Ja, wirklich etwas Neues hat Cassandra Clare mit diesem Buch nicht erschaffen.

Aber dafür hat sie wieder ein fantastisches Buch geschrieben, mit tollen Charakteren, echten Gefühlen und viel Action!
Ich bin Schattenjäger-Süchtig und könnte wohl auch ein und dieselbe Geschichte noch ein Dutzend Mal lesen. Aber für den nächsten Teil wünsche ich mir trotzdem ein paar neue Ideen und überraschende Wendungen.

 


Titel: Lord of Shadows (Die dunklen Mächte 2)

Autor: Cassandra Clare

Verlag: Goldmann

Meine Bewertung: 4 von 5

Klappentext:

Die junge Schattenjägerin Emma Carstairs hat ihre Eltern gerächt, doch sie findet keinen Frieden. Denn aus der Freundschaft zu ihrem Parabatai Julian ist Liebe geworden – und nach den Gesetzen der Schattenjäger hat eine Beziehung zwischen zwei Parabatai tödliche Konsequenzen. Um Julian und sich zu schützen, lässt sich Emma daher ausgerechnet auf Julians Bruder Mark ein. Mark, der fünf Jahre bei den Feenwesen lebte und dessen Loyalität nicht wirklich geklärt ist.
Zumal Unruhe herrscht in der Unterwelt. Die Feenwesen mussten sich nach dem Dunklen Krieg harten Bedingungen beugen und begehren auf. Aufgerieben zwischen den Intrigen des Feenkönigs und der unerbittlichen Härte jahrtausendealter Gesetze müssen Emma, Julian und Mark ihre privaten Sorgen vergessen und gemeinsam für all das kämpfen, was sie lieben – bevor es zu spät ist und ein neuer Krieg ausbricht ...

 

Meine Meinung:

Endlich geht es weiter!

Cassandra Clare kann es einfach.

So tolle Charaktere, so tolle Orte, die man kennenlernt, so viele Gefühle, die einem offenbart werden.

Diese Freundschaften, Beziehubgen, Freuden und Ängste, die man erlebt - einfach großartig.

Jedes Buch von Clare ist einfach klasse, sie machen Spaß zum Lesen und bleiben einem im Kopf und im Herz.

Aber .... ja.

Bei den Schattenjägern ist es so, dass die Geschichten beinahe schon langweilig werden, weil sie immer so perfekt sind. Sie sind alle ähnlich, die Charaktere sind alle attraktiv und stark, es gibt immer dieses Problem mit der verbotenen Liebe, den Angriffen, dem Kampf ums Überleben - keine richtige deutliche Abwechslung.

Natürlich ist es wirklich toll, aber gerade das ist für mich wohl Freude und Leid zugleich.

Mir fehlt der Aufbau, die Steigerung zum Finale und eine deutlichere Verstrickung der Handlung, die auf ein Ziel hinführt!

Aber so schreibt Clare nun mal nicht, weil ihr die Beziehungen wichtiger sind. Ich habe lange gebraucht, LoS zu lesen und habe es nicht so sehr genossen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Langsam nervt es mich auch sehr, dass einfach JEDER Charakter sich verlieben muss!

Okay, bei ausnahmslos attraktiven Charakteren ist das wohl nicht verwunderlich, aber es neeeervt, wie ständig die Gefühle beschrieben werden. Gefühle sind toll - aber nach dem tausendsten Mal kann es mich einfach nicht begeistern. Ich bin dafür, dass Clare so erotische Zusatzbücher veröffentlicht (sie schreibt ja eh enorm viel), wo jeder mal bei jedem ran darf. Dann muss sie das nicht mit irgendwelchen Wirrungen versuchen, alles in die Story zu quetschen.

Versteht mich bloß nicht falsch - natürlich shippe ich sie alle.Ich finde auch die Message der Bücher an sich klasse: Liebe ist stärker als Hass, Familie und Freundschaft sind das wichtigste und Randgruppen sollten auf keinen Fall ausgeschlossen werden - ich finde es super, wie sie diese Nachricht übermittelt!

Aber dass mindestens eine Person immer von JEDEM abgeschlabbert werden möchte - es reicht doch, tausenmal auf seine langen Wimpern und starken Muskeln hingewiesen zu werden!

Noch einmal etwas Positives am Ende:
Juhuuu, Magnus und Alec und Jace und Clary kommen wieder vor!!

 

Außerdem tun wir alle bitte einmal so, als wäre das letzte Kapitel nie passiert! Ich rate euch allen davor ab, das letzte Kapitel zuerst zu lesen - SPOILERGEFAHR! Lest bloß nicht das Ende!!!!

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    caro aka wall.of.books (Freitag, 27 Mai 2016 12:33)

    Eine sehr tolle Rezension zu einem sehr tollen Buch! Ich teile deine Ansichten auch voll und ganz, nix neues aber trotzdem gut