Arkadien -Trilogie

Titel: Arkadien erwacht

Autor: Kai Meyer

Verlag: Piper/Carlsen

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

Klappentext:

Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten Film geraten - der Chauffeur, der ihre zufällige Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist ...


Meine Meinung:

Ich liebe Kai Meyers Schreibstil, seine Charaktere, seine Ideen. Und die Arkadien-Bücher liebe ich am meisten.

Das Setting ist einfach klasse - New York und Sizilien!

Der Genremix ist super - Mafia und Gestaltwandler!

Und die Protagonisten stammen aus zwei verfeindeten Clans und verlieben sich ineinander - perfekt!

Ich finde Rosa klasse und bin ein riesen Fan von diesem Charakter. Ihr Aussehen, dass sie nur schwarz trägt, dass sie so anders ist, ihr Durchhaltevermögen ... ich liebe solche weiblichen Hauptpersonen! Sie hat Biss, ist sarkastisch und schlagfertig und hat schon so viel durchgemacht ... Facetten und Kanten, hach wie schön!

Außerdem ist es toll und ziemlich ungewöhnlich, dass der Autor ihr so eine schwierige Vergangenheit angeschrieben hat, was die gesamte Geschichte aber noch Komplexer und perfekter macht. Vor allem, weil es nicht eine 0815 "schwierige Vergangenheit" ist, wenn man versteht was ich meine.

Die Geschichte wird nicht aus Rosas Sicht erzählt und dennoch fühlt es sich so an, da die Gespräche und Kommentare so wunderbar authentisch sind!

Alessandro bleibt leider im ersten Teil etwas blass, aber die Beschreibungen zu seinem Charakter und seine Taten reichen schon aus, um ihn interessant und glaubwürdig zu machen.

Die ganzen Nebencharaktere und vor allem Fundling finde ich ebenfalls toll in die Geschichte eingefügt, man erfährt nicht zu viel sondern genau das, was wichtig ist.

Im Vordergrund steht die Story und die hat es wirklich in sich.

Aaaber ich will wirklich nicht zu viel verraten, deswegen sage ich nur:

Die Geschichte ist spannend, es gibt viele Ereignisse und die Handlung baut sich überaus vielversprechend auf!

Natürlich findet man eine Menge Brutalität in diesen Büchern, aber was erwartet man anderes bei Raubtieren, Mafia und Intrigen?

Und das Ende... hooly moly, man will unbedingt wissen wie es weitergeht!


Titel: Arkadien brennt

Autor: Kai Meyer

Verlag: Piper/Carlsen

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

Klappentext:

Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro ... Rosa braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans erwarten sie bereits. Dann stößt Rosa auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit. Und über ihren toten Vater. Aber warum spielt dabei immer wieder Alessandro eine Rolle? In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht ...


Meine Meinung:

Meistens ist der zweite Teil von der Story her immer der Schwächste, aber hier ist die Story durchgehend großartig und super verschachtelt und echt komplex!

Ich habe mich sehr gefreut, dass es wieder am Flughafen beginnt und dann aber nach New York geht.

In dem neuen Spielort können dann wieder einige neue Nebencharaktere eingeführt werden, was ich sehr gut gemacht finde.

Außerdem ist Rosa wieder auf sich allein gestellt - perfekt, um ihrer Vergangenheit mehr Gewicht zu geben!

Rosa war mir mit ihren Neurosen und ihrer Unwissenheit wieder super sympathisch und Valerie, die neu eingeführt wird, hat mir als Charakter auch großartig gefallen! Über so kaputte Menschen liest man selten in Fantasyromanen und wenn, dann wirkt es meistens etwas unecht. Aber diesen Charakteren nehme ich alles ab und das ist echt klasse.

 

Viele neue und alte Handlungsstränge werden vermischt, was für eine sehr tolle, etwas unübersichtliche aber super komplexe Story sorgt.

Die Geschichte ist so schön verstrickt, begonnen bei Rosas Urgroßmutter, ihrem Vater, dem Anwalt ... da gibt es furchtbare Geheimnisse und Fehden und Verräter und eben dieser Mafiakram, dessen Potential super genutzt wird. 

Die Schauplätze sind Hammer, ebenso wie die Ereignisse die dort stattfinden. Es gibt viel Spannung, sehr mitreißend - man möchte unbedingt wissen, wieso warum und wie denn jetzt. 

...Obwohl es ganz schön ist, Rosa als Protagonistin alleine agieren zu sehen, hätte ich gerne meeeehr Allessandro gehabt. Vieeel mehr!

Im ersten Band wird er interessant gemacht und man freut sich auf einen tollen Lover im zweiten Teil, aber dann bleibt er erst auf der anderen Seite des Pazifiks und danach wirkt er auch nicht sonderlich aktiv oder ausschlaggebend. Deswegen erscheint Alessandro im zweiten Teil leider etwas zu blass, auch wenn die kleinen Momente zwischen den beiden echt schön sind.

 

 

 

Fazit: Eine großartige Trilogie mit einer Hauptperson, die Ecken und kanten hat. Tolle Spielorte, grandiose Themenverknüpfungen, perfekter Fantasy-Anteil. Der Genremix ist aber wohl leider nicht unbedingt etwas für jedermann.


Titel: Arkadien fällt

Autor: Kai Meyer

Verlag: Piper/Carlsen

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten

Klappentext:

Rosa und Alessandro wollen ihre Gefühle füreinander nicht länger verbergen. Doch ihre Liebe bringt die Clans der Gestaltwandler gegen sie auf. Nach einer wilden Jagd durch die Weiten Siziliens erkennt Rosa, wer wirklich hinter dem Komplott gegen sie steckt: Der Hungrige Mann, der Herrscher aller Dynastien, ist zurückgekehrt - und die Welt der Arkadier wird niemals mehr sein wie zuvor.

 

Meine Meinung:

Das letzte Buch bringt die Geschichte toll zum Ende, aber irgendwie hatte ich es mir ganz anders vorgestellt. 

Die Reise zum Ziel der Geschichte ist im letzten Teil leider nicht mehr so mitreißend und auch der Feind tritt bis kurz vorm Finale nicht selbst auf. 

Dafür gibt es einen hohen Fantasyanteil und eine sehr Komplexe Hintergrundgeschichte, die leider durch etwas zu viele Erklärungen entsteht.

Weiterhin wird die Thematik um Rosas Vergangenheit behandelt und sehr interessant in die Geschichte eingefügt - diese Verknüpfung der Geschehnisse hat mir gut gefallen. Aber ein paar Teile der Auflösung hätte man schon in den zweiten Teil stecken können, denn so wurde man wirklich von den seitenlangen Erklärungen gebremst. 

Als Rosa und Alessandro fliehen mussten (ja, aus Romeo und Julia wird Bonnie und Clyde) habe ich mich ständig gefragt: Wo soll es denn jetzt hingehen?

Ständig kamen kleine Hinweise, aber sie kamen nicht so schön verpackt, wie man es sich wünschen würde. 

Selbst an die andauernden Verrate hat man sich mittlerweile schon so gewöhnt, dass sie einen kaum noch überraschen. 

Es gibt zwar wieder Wendungen und Höhepunkte, aber keiner davon ist wirklich einschlagend. Das ist richtig schade, denn so kann die Spannung aus den letzten beiden Teilen nicht mithalten.

Dafür gibt es jetzt im dritten Teil mehr Fantasy und mehr Erklärungen und Mythen.

Leider wirken die Abstände zwischen den Erklärungen so, als gäbe es keinen roten Faden im Hintergrund, so wie es mir bei den ersten Teilen vorkam. 

Das liegt aber wohl auch daran, dass der eigentliche Feind (der Hungrige Mann) gar nicht aktiv vorkommt und immer nur darüber gesprochen wird, was passiert, anstatt dass es wirklich selbst am eigenen Leib erlebt oder gesehen wird.

Vielleicht mag die Geschichte so realistischer wirken, aber ein bisschen mehr Großartigkeit kann man sich doch gerade bei dem Thema wünschen. 

Die neuen Charaktere fand ich im dritten Teil auch nicht mehr so spannend oder toll eingeführt wie zuvor. Da wurde vor allem bei Rosas Verbündeten ziemlich viel Potential verschenkt, denn diese drei Personen hätten doch auch alleine mal was großes reißen können.

Bei den Hauptpersonen hätte ich mir gerne eine sichtbare Entwicklung gewünscht, aber es sollte wohl nicht sein. Sich in so kurzer Zeit zu wandeln ist wohl auch zu viel verlangt. Aber irgendwie war ich beiden einfach nicht mehr so nahe wie am Anfang der Reihe.

Ich finde auch den Hungrigen Mann als Feind  ziemlich schwach, da wäre ein durchgedrehter Professor mit seinen Versuchen ausreichend gewesen.

Das große Finale hat ebenfalls nicht meine Hoffnungen erfüllen können, weil es schon vorbei war ehe es anfangen konnte. Wenigstens ins Finale hätte man wieder mehr Herzblut und Ideen einfließen lassen können.

Aber vielleicht sind dem Autor nach den beiden tollen Vorgängerbänden langsam die Ideen ausgegangen. 

Fazit: Es ist toll zu erfahren, wie sich die verschiedenen Geschichten und Handlungsstränge nach und nach zu einem Ganzen verbinden, aber leider ist der letzte Teil der Trilogie nicht so spannend und mitreißend gestaltet wie die beiden Vorgänger.

Dennoch sind mir die Charaktere sehr ans Herz gewachsen und die gesamte Geschichte ist super komplex und toll aufgebaut.