Herz aus Nacht und Scherben

Titel: Herz aus Nacht und Scherben

Autor: Gesa Schwartz

Verlag: Cbt-Verlag

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

Inhalt:

In Venedig gerät die siebzehnjährige Milou in die Welt der Scherben: das Reich der verlorenen Gedanken, der zerschlagenen Träume, der unvollendeten Geschichten und vergessenen Wünsche. Auf der Suche nach spurlos im Nebel verschwundenen Menschen verliebt sie sich in den mysteriösen Rabenwandler Nív, doch sie weiß: Seine Welt ist nicht für sie bestimmt. Und mit jedem Augenblick zieht das Reich der Scherben sein Netz enger …

 

Meine Meinung:

Ich habe mich so gefreut, als ich gesehen habe, dass endlich wieder ein Jugendbuch erscheint, dessen Handlungsort Venedig ist.

Voller Vorfreude habe ich begonnen zu lesen, habe begeistert durch die Seiten geblättert... Und langsam schwand meine Begeisterung der Enttäuschung.

Nach 150 Seiten hatte ich immer noch nicht das Gefühl, die Handlung sei voran gekommen oder würde mich noch überraschen können.

Zuerst aber zum Positiven:

Der Schreibstil ist wundervoll! Die Autorin verwendet eine sehr blumige/romantische Sprache, die wunderbar zu der fantastischen Geschichte mit der verträumten Atmosphäre  passt. 

Für mich war es aber schon etwas zu wortgewandt  formuliert.

Die Handlung an sich fand ich auch sehr spannend, jedoch nicht sonderlich komplex und schon etwas ausgelutscht. Der Leser weiß viel zu früh, wohin die Geschichte geht (Hauptperson ist die Auserwählte, die den Bösen stürzen soll) und man ahnt deswegen auch schnell, wie sie weiterhin verlaufen wird.

Wie man sieht, habe ich doch sehr viel Kritik, deswegen lege ich jetzt mal richtig los:

Die Hauptperson Milou lernt man langsam kennen, aber ich habe nicht so richtig mit ihr fühlen können. 

Die Nachvollziehbarkeit der Handlung leidet ziemlich unter den fantastischen Bildern die mit der Sprache erschaffen werden.

Viele Antworten auf "warum" und "warum nicht so" gab es am Anfang nicht, vielleicht weil so Spannung erzeugt werden sollte... aber es war nicht spannend.

Es gab Verfolgungsjagden, teilweise über den Dächern Venedigs. Es gab Entführungen, Kämpfe, Verletzungen....

Aber diese Schlachten auf Jetskis, von denen einige dann in Flammen aufgehen, kämpfende Kinder, .... ich habe wohl zu wenig Vorstellungskraft, um mir so viele Scherben-Wesen oder allein schon die Scherben-Welt vorzustellen.

Die Dialoge haben sich immer um dieselben Themen gedreht und fand ich einfach blöd und langweilig.

Und wenn ich noch einmal "Caldorons Schergen" lese, raste ich aus. Oder "Pulsen" oder "Kälte des Kriegers" aaargh, wieso verwenden solch eloquenten Autoren immer wieder dieselben Formulierungen?!

Die Ideen, Schreibweise und Geschichte sind eigentlich toll und eigentlich auch nicht zu bemängeln, aber bei mir ist der Funke nicht übergesprungen. 

Ich schätze, dass (der begehrenswerte, geheimnisvolle) Nìv einfach gar nicht mein Typ ist und mich die (verbotene, vom Schicksal verfluchte) Lovestory  deswegen kaum berührt hat. 

Außerdem kann ich die Geschichte wohl einfach nicht mit dem Spielort Venedig vereinbaren, weil ich die Stadt einfach ganz anders in Erinnerung habe.

Bei anderen Geschichten, die in Venedig spielen, hatte ich bis jetzt noch keine Probleme, aber diesmal schon!

(Ich wollte dieses Buch wegen Venedig lesen... Und dann ist so wenig Venedig drin.)

Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass bei vielen der Funke überspringen wird, da "Herz aus Nacht und Scherben" ein sehr fantasievolles Jugendbuch ist. Deswegen gebe ich dem Buch auch 3 von 5 Punkten. 

Aber für mich war es zu viel Gerede und konstruierte Dramen, mega schwache Lovestory, einfache Handlung, kein Fortschritt...

Ich wollte wirklich nicht mehr weiterlesen und habe Seite 200 nicht mehr erreicht.

Vielleicht wird dieses Buch noch besser, aber beim Durchblättern hatte ich nicht das Gefühl.