All the pretty lies

Titel: All the pretty lies -  erkenne mich
Autor: M. Leighton

Verlag: Heyne

Meine Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Inhalt:

Nichts in ihrem Leben hätte Sloane und Hemi darauf vorbereiten können, was sie miteinander entdecken: Besessenheit und Verstörung, Liebe und Besitzergreifen. Doch was sie vergeblich suchen werden, ist eine Zukunft. Bisher nimmt es keiner von beiden mit der Wahrheit genau. Und schon bald müssen sie feststellen, dass der Teufel im Detail steckt. Im Detail und in den Lügen. Wie weit werden zwei Menschen für die Liebe gehen?

 

Meine Meinung:

Wenn man den Klappentext liest, denkt man sich: "Oh, das klingt aber nach einer starken Geschichte".

Wenn man anfängt zu lesen, denkt man sich: "Hmm... ÄÄÄÄH haha...uhm... hahaha... ääähm..." und macht dabei den schockierten Gesichtsausdruck von Thaddäus Tentakel.

Dieses Buch ist an einigen Stellen (erbärmlich) witzig und an vielen anderen Stellen einfach nur zum Augenverdrehen.

Die Geschichte beginnt damit, dass sich die Hauptperson Sloane an ihrem 21. Geburtstag ein Tattoo stechen lassen möchte. Sloane möchte nämlich allen zeigen, wie erwachsen sie jetzt ist, da ihre Familie (bestehend aus drei Brüdern und dem Vater, alle vier Polizisten) sie nämlich ihr Leben lang etwas zu sehr behütet hat.

Im Tattoostudio ihrer Wahl arbeitet der super heiße Hemi, der Badboy, der nach einem Automotor benannt ist.

Das Tätowieren am Anfang ist einfach etwas lächerlich und unlogisch. Die Dialoge zwischen den sofort zueinander Hingezogenen wirken wie aus einem Porno geklaut und Hemi hat natürlich jeden Abend Zeit, das Tattoo zu vervollständigen. Denn für ein paar Schmetterlinge braucht man definitiv drei Sitzungen.

Der Schmerz dieser Prozeduren wird überhaupt nicht erwähnt (kein einziges Mal!), aber wie soll Sloane auch an diesen Schmerz denken können, wenn der heiße Hemi vor ihr sitzt. Und ihm ist eh wichtiger, was für einen pulsierenden mega-Ständer er in der Hose hat, während er sie tätowiert.

Was für ein mega unprofessioneller Tätowierer! Kein Wunder, dass er immer so viel Zeit hat, zu so einemdem will keiner.

Ich fands ganz gut, dass die Kapitel abwechselnd die Sicht von Sloane und Hemi gezeigt haben. Allerdings waren sie viel zu kurz.

Ich war am Anfang echt so enttäuscht von dem Buch, dass ich Hemi nur zustimmen konnte, als er ihr sagte: "Du solltest jetzt gehen und nie wieder zurückkommen".

Aber wie bei einem Unfall - oder wenn man ausversehen Asi-TV anmacht - kann man nicht einfach so wegsehen.

Sloane hat mir einfach überhaupt nicht gefallen. Sie hatte Null Tiefgang und nachdenken kann sie auch nicht wirklich. Sie ist jetzt 21 und um ihren beschützenden Brüdern zu zeigen, dass sie erwachsen ist, lässt sie sich tätowieren und bestellt sich einen Drink in einer Bar.

Ich war wirklich beeindruckt, wie erwachsen!! diese Sloane ist! Denn genau durch solche Taten zeigt sich das Erwachsensein!

Hemi wirkt einfach unvertrauenswürdig. Als Tätowierer eh unprofessionell, dann bekommt man irgendwie den Eindruck, er wäre ein Krimineller, dazu seine rein sexuelle Anziehung zu Sloane... und der Gipfel vom Eisberg ist ja der Vorschlag " oh du wurdest von einer Qualle berührt? Lass uns ein Hotelzimmer nehmen, dann erfahren deine seltsamen Brüder nichts davon, dass du mit mir unterwegs bist". ...Da Sloane ja wie gesagt nicht nachdenken kann, stimmt sie auch noch fröhlich zu. Wtf.

Natürlich nimmt man sich mit einem fremden Typen einfach so ein Hotelzimmer!! IST DOCH ERWACHSEN!

Die Nebencharaktere waren einfach nur zweckmäßig, z.B. Sloanes "beste Freundin" muss am Anfang mit zum Tattoostudio kommen, aber in die Bar geht Sloane ganz alleine. Betrinken alleine ist wohl erwachsener. Diese Sarah kommt noch öfter vor, vor allem, um Sloane zu überreden, dass sie unbedingt mit diesem fast fremden aber heißen Typen schlafen soll. Außerdem meldet diese Sarah die arme Sloane auch noch ohne ihr Wissen als Aktmodell an - geht's noch? Auf solche Freunde kann man gerne verzichten.

Die drei Brüder sind ja angeblich alle total blöd und beschützend und einsperrend, aber dieser Sig scheint in Ordnung zu sein, Steven verhält sich hingegen total bescheuert. Auch die Brüder wirken mehr zweckmäßig und ihrer Rolle angepasst, als tatsächlich real.

Da dies ein Erotikroman ist, möchte ich jetzt auch noch auf die... wichtigen? Szenen eingehen.

Dass diese Bücher eine Altersempfehlung haben, ist ja schon mal gut. Aber dieses Buch hier sollte auch eine Erfahrungs-empfehlung haben.

Ich will mir nicht vorstellen, wie verstört eine unerfahrene Leserin sein wird, wenn sie diese Sexszenen hier liest!

Sloane ist nämlich (wieder einmal) eine super unerfahrene, jungfräuliche Hauptperson.

(Spoiler) Aber bei ihrem ersten Mal geht Hemi ab wie so ein paarungswütiger Stier mit Tollwut.  (Spoiler Ende)

Hemis Sätze, während es zur Sache geht, sind auch ganz hohe Kunst der Verführung. Ich würde hier jetzt so gerne zitieren, aber dann nehme ich euch ja den Spaß, weil ihr es doch bestimmt auch noch lesen wollt. Ich habe aber teilweise wirklich Tränen gelacht.

Nach dem Höhepunkt der Geschichte war ich entweder zu verstört von Hemis Worten oder das Buch wurde tatsächlich noch ganz in Ordnung. Die Story kam voran, es lies sich schnell und flüssig lesen und dann war ich auch schon am Ende und konnte es für immer zuschlagen.

Es gab noch etwas obligatorisches Drama und danach noch etwas unnötiges Drama, aber es war okay. Zum Glück wurde kein Sex mehr beschrieben.

 

Fazit: Mir hat die Sympathie zu den Charakteren gefehlt, ich wurde nicht mitgerissen von den Gefühlen und es hat mich auch von der Sprache her nicht überzeugt. Wie sich zwischen Sloane und Hemi jetzt Liebe entwickelt haben soll, verstehe ich immer noch nicht.

 

 

Danke an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar