Mädchen aus Papier

Titel: Mädchen aus Papier

Autor: Sina Flammang

Verlag: Cbt

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkte

Klappentext:

“Meine Schwester ist das gestohlene Meisterwerk. Ich bin nur die Fälschung.“
Mari ist drei, als ihre Schwester in einem Kaufhaus spurlos verschwindet. Seit Mari sich erinnern kann, schwebt der Schatten der verlorenen Tochter über der Familie und lässt die Verschwundene beinahe realer scheinen als sie selbst. Als Annika nach zwölf Jahren wie aus dem Nichts wieder auftaucht, sind alle überfordert von diesem Geistermädchen, das verschlossen, unzugänglich und geheimnisvoll ist. Während die Eltern krampfhaft heile Welt spielen, fühlt Mari sich mehr und mehr verdrängt. Bis ihr irgendwann nichts anderes übrig bleibt, als selbst zu verschwinden. Zusammen mit ihren Freunden Clementine und Ole macht sie sich auf einen irrwitzigen Trip nach Italien – um am Ende doch zurückzufinden.


Meine Meinung:

Das Cover hat mich direkt angesprochen und es passt auch perfekt zu der Geschichte. (Sogar die Haarfarbe stimmt mal!)

Man landet sofort in der Geschichte und im Kopf der Protagonistin. Ich habe ein bisschen gerätselt, ob Mari geisteskrank ist, aber sie sieht die Welt wohl einfach nur sehr seltsam *lach*.

Der überaus bildliche Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen! Es ist anders und sehr passend zu diesem seltsamen Mädchen. Am Anfang ist es eine starke Unstellung, aber im Laufe der Geschichte nehmen die Metaphern und bildlichen Formulierungen ab.

Die Gespräche zwischen den Jugendlichen sind auch sehr speziell, da die Sprache sehr auf autenthisch gemacht ist und (für mich) einfach bescheuert klingt. Aber auch das verändert sich im Laufe der Geschichte.

Mit der Zeit wird man mit Mari und ihrer Sprache warm und ich fand den Hauch von Humor sehr schön, mit dem sie ihre Geschichte erzählt.

Man merkt, dass sie ein 15 jähriger Teenie ist - etwas irre, etwas seltsam, manchmal aggro. Aber besser so als die immer perfekte, unfehlbare Protagonistin.

Clementine ist ihre beste Freundin und ähnlich seltsam wie Mari. Aber die beiden passen zusammen und durch diese Freundschaft hat das Buch noch einmal an Tiefe gewonnen.

Der Trip nach Italien, welcher extra im Klappentext erwähnt wird, spielt eigentlich kaum eine wichtige Rolle. Wer da viel erwartet, sollte das nicht tun.

Es geht viel mehr um Maris Leben mit ihren Eltern, wie sich die Familie ohne und mit Annika entwickelt.

Diese Entwicklung wird auf eine besondere Art beschrieben und regt zum Mitfühlen und Nachdenken an.

 

Fazit: Die Sprache ist schon echt krass, Mann. Maris Blick auf die Welt ist leicht seltsam. Aber es interessant und auch erheiternd.

Das Buch hat mir gut gefallen, auch wenn ich nicht mehr ganz zur Zielgruppe gehöre.

 

Danke an den Cbt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)