Rezension: Splitterleben

Titel: Splitterleben

Autor: Jenna Strack

Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. 

Inhalt:

Die Welt der siebzehnjährigen Mia scheint zu zersplittern, als sie kurz nach einem Sportwettkampf erfährt, dass sie unter einer unheilbaren Krankheit leidet. Von einem Moment auf den anderen scheinen ihre jungen Träume unerreichbar; die so hart erkämpfte Sportlerkarriere, das Wunschstudium und auch ihre erste große Liebe rücken in weite Ferne. Doch während sie sich Tag für Tag erneut dem Kampf gegen ihren eigenen Körper stellt, erkennt sie, was wirklich zählt im Leben: jeden schönen Moment zu genießen und aus den vorhandenen Splittern etwas neues zusammenzusetzen.


Meine Meinung:

Die vielen durchweg positiven und überschwänglich lobenden Rezensionen haben mich alle sehr neugierig gemacht.

Ich habe mich auf ein emotionales Buch mit einer Kämpferin als Hauptperson gefreut, mit der man zusammen leiden und hoffen kann. Denn so hat sich das Lesen für viele wohl angefühlt.

Für mich leider nicht.

Ich fand die Handlung nicht besonders packend und kaum mitreißend, denn die Diagnose kommt zu spät dafür, dass man sie bereits von Anfang an weiß. Ich habe nicht wirklich eine Verbindung zu Mia aufbauen können, da ihr Charakter  fast ausschließlich durch ihre Liebe zum Laufen definiert wird. Man bekommt nichts aus der Schule oder Familie mit, von ihrem Bruder erfährt man (soweit ich mich erinnern kann) erst auf Seite 130. Mia wird als Kämpferin angepriesen, aber ich habe mich wirklich oft gefragt, wie unerfahren man als Sportler sein muss, trotz einiger Warnzeichen des Körpers und unzähligen Erkrankungen immer weiterzumachen und nicht zum Arzt zu gehen, um ein großes Blutbild zu fordern? Oder um von sich aus eine Pause einzulegen? Nein, mit Fieber nochmal eben joggen gehen, kann ja nicht schaden. Dann wundern, dass es nicht besser wird? Also bitte. Als Leser kann ich für so jemanden nicht viel empathie aufbringen.

Mias beste Freundinnen und sonstigen Kontakte beim Laufen fand ich auch alle nicht besonders sympathisch, im Laufe der Geschichte hat sich das nicht geändert. Aber diese Naivität und Ignoranz war wohl so beabsichtigt.

Das alles hat aber leider auch nicht dazu beigetragen, dass mir das ganze Buch besser gefiel, sobald sympathischere Charaktere dazukamen.

Ich habe mich so gefreut als Anh vorgestellt wurde - vor allem, weil da endlich mal mehr beschrieben wurde (abgesehen von Augenfarbe und Frisur der männlichen Charaktere)!

Beschreibungen haben mir einfach gefehlt im Buch - von den Gebäuden, Räumen, Kleidung... unwichtige Details, die der Erzählung die Oberflächlichkeit nehmen eben.

Wenn man krank ist, dann kommen einem doch bestimmt alltägliche Momente auf einmal anders vor - abgesehen von den normalen Symptomen wie z.B. bei Mia, dass ihre Haut empfindlicher ist. Ich wette, beim Walking draußen genießt sie schon mal die Aussicht, weil es ein ganz anderes Erlebnis ist als immer nur den Sportplatz vor sich zu haben. Solche kleinen Erkenntnisse haben mir gefehlt.

Mir hat auch Mias Qual gefehlt. Ich wollte mit ihr leiden, mit ihr gegen die Diagnose kämpfen... aber die Zeir im Krankenhaus war einfach ... nicht taub, sondern gleichgültig! und hat mich kaum berührt. Mit 16 hätte ich persönlich schon mal rungebrüllt und Sachen geworfen, wenn alle meine Träume so zersplittert wären!

Ich hätte meine Freunde angezickt, wenn sie irgendetwas getan oder gesagt hätten, dass mir unrecht oder gemein erscheint.

Das Ende konnte mich zwar etwas mehr berühren (auch wenn es plötzlich sehr objekriv geschrieben war), allerdings fehlten mir persönliche Highlights (wie geht Mias Leben weiter? Was waren ihre neuen Ziele? Worauf ist sie später stolz?). Ich brauche diese (meinetwegen) unwichtige Besonderheiten.

So ein doch recht kurzer Roman muss mich schon packen, bevor das Ziel im Blick ist und nicht erst, wenn ich mit ihm über die Ziellinie gehe.