Der schwarze Thron

Titel:  Der schwarze Thron - die drei Schwestern
Autor:
Kendare Blake
Verlag:
Penhaligon
Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

Klappentext:

Sie sind Schwestern. Sie sind Drillinge, die Töchter der Königin. Jede von ihnen hat das Recht auf den Thron des Inselreichs Fennbirn, aber nur eine wird ihn besteigen können. Mirabella, Katharine und Arsinoe wurden mit verschiedenen magischen Talenten geboren — doch nur, wer diese auch beherrscht, kann die anderen Schwestern besiegen und die Herrschaft antreten. Vorher aber müssen sie ein grausames Ritual bestehen. Es ist ein Kampf um Leben und Tod — er beginnt in der Nacht ihres sechzehnten Geburtstages …


Meine Meinung:

Das Cover finde ich wirklich schön, vor allem die Idee, dass der zweite Teil die andere Hälfte der Krone zeigt! Auch, das dieses Detail auf dem Buchrücken übernommen wird, finde ich super.

Aber der Klappentext lügt leider. Da steht "So brutal wie genial - süchtig machend und absolut gruselig." (Zitat von Marissa Meyer)

Für mich hat keins dieser Adjektive zur Geschichte gepasst!

Man wechselt je nach Kapitel von Eavesdrake haus zu Wolfsquell und Rolanth - von einer jungen Königin zur nächsten.

Dank der Karte vorne im Buch ist man durch diese Wechsel nicht verloren.

Es gibt eine Menge Nebencharaktere, aber das ist man ja bei Fantasy gewohnt. Die drei Hauptcharaktere besitzen alle ihre Individualität. Die drei Völker (Giftmischer, Naturbegabte, Elementwandler) sind interessant dargestellt, allerdings habe ich weder unter den Königinnen noch in deren Pflegefamilien einen einzigen Sympathieträger finden können.

Mir ist keiner der CHaraktere ans Herz gewachsen.

Die Machtkämpfe untereinander stehen wohl im Vordergrund, dazu kommen die Fehler, die die Königinnen des öfteren machen. Auch die Freundschaft und ein bisschen Liebe spielen eine besondere Rolle.

An sich klingt das alles jetzt nach toller, solider Fantasy... aber ich habe die fehlende Spannung noch nicht erwähnt.

Mich hat die Geschichte in der ersten Hälfte nicht wirklich mitgerissen.

Die Charaktere werden zwar von allen Seiten gezeigt und man lernt ihre Stärken und Schwächen kennen, aber ich hätte gerne noch etwas mehr mit ihnen mitgelitten.

Auch die "Lovestories" haben mich eher irritiert, als dass ich Fan davon geworden bin.

Die andauernden Perspektivwechsel haben mich zum Ende hin nur noch tierisch genervt.

 

Ich fasse am besten mal alles Positive und alles Negative zusammen, sonst wird mir das hier zu unübersichtlich.

Positiv:

Die Grundidee mit drei Königinnen, von denen nur eine überleben soll, ist toll!

Drei verschiedene Völker mit interessanten Fähigkeiten.

Viele verschiedene Charaktere mit verschiedenen Interessen.

Jede Hauptperson hat eine individuelle Geschichte und eine persönliche Bindung zu ihren Freunden/der Pflegefamilie/ dem Vormund.

Wie wird die Geschichte nur enden? Wer wird überleben - wer soll überleben?

 

Negativ:

Die Charaktere sind sehr gewöhnungsbedürftig.

Eine Person habe ich ganz besonders fest gehasst!

Die Geschichte hat keinen guten Spannungsbogen und fesselt den Leser nicht.

Einzelne spannende Stellen mit Potential werden nicht länger ausgeführt, sondern fast schon hektisch abgebrochen!

Es gibt keine Geschichten/Legenden in dieser namenlosen Welt. Ab und zu werden vergangene Königinnen erwähnt, aber es gibt keine genaueren Infos zu vergangenen Kriegen, Leiden oder Freuden des Volks.

Eine Göttin wird erwähnt, es gibt einen Tempel, Priesterinnen, den schwarzen Rat... aber was ist deren Religion? Keiner der Charaktere scheint gläubig zu sein, dabei erwartet man eine entsprechende Erziehung bei der KÖNIGIN ja wohl?

Und der schwarze Rat - wer genau ist das, was machen sie...?

Auf mich hat das alles so gewirkt, als würde der Rat über alle herrschen, denn die Königinnen beschäftigen sich Null mit ihrem Volk oder königlichen Aufgaben. Was ist dass denn für eine Regierung, wenn alle 16 Jahre eine Königin für kurze Zeit auf dem Thron sitzt und dann nicht mehr? Wie kann jede Generation ein Drillingspaar auf die Welt kommen?!

Mir hat die Glaubwürdigkeit, die Festigung der Behauptungen gefehlt!

Außerdem werden kaum Landschaften beschrieben. Ohne die Karte vorne wäre man echt verloren, und obwohl die Karte hilft, ist das trotzdem ein großer Minuspunkt. Fantasy lebt von der Welt und der Geschichte der Welt!!

Wann begreifen die Autoren das endlich mal?

Ich hatte gehofft, dass das Buch nach der Hälfte besser wird, aber da die Autorin alle interessanten Geschehnisse mit Konfliktpotential ans Ende geschobenen hat und da das Potential an keiner Stelle so richtig ausgeschöpft wurde, hat mich das Buch mehr enttäuscht als begeistert.

Ich hätte gerne wenigstens einen Charakter gefunden, den ich mag!

Auch, dass die eigentliche Geschichte erst nach dem Ende des ersten Teils beginnt, finde ich wirklich blöd. Der Klappentext impliziert da etwas anders.

Am Anfang wollte ich 3,5 Punkte geben, zwischendurch 2,5 ... jetzt ist eine schlechte 3/5 draus geworden... da ich neugierig bin, wie die Geschichte endet, werde ich den zweiten Teil wohl noch lesen, er wird hoffentlich besser!

 

Danke an den Penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar! :)