Ich bleibe hier

Titel: Ich bleibe hier

Autor: Catherine Ryan Hyde

Verlag: Ullstein

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

Klappentext:

Der ehemalige Broadway-Tänzer Billy Shine leidet an Agoraphobie und hat seit fast einem Jahrzehnt keinen Fuß mehr vor die Tür seines Apartments gesetzt. Doch dann sieht er das neunjährige Nachbarsmädchen Grace täglich stundenlang auf der Vordertreppe des Gebäudes sitzen, in unmittelbarer Nähe zu seiner Veranda. Durch diese Änderung der natürlichen Ordnung beunruhigt, schafft Billy es weit genug heraus, um Grace zu fragen, warum sie nicht ins Haus geht, wo es sicherer ist. Ihre Antwort: »Wenn ich drinnen bin, erfährt keiner, dass ich in Schwierigkeiten bin. Und dann kann mir niemand helfen.« Diese Antwort ändert alles.

 

Meine Meinung:

Titel und Cover passen einfach PERFEKT! Das passiert selten, ich muss es einfach loben.

Die Geschichte ist aus zwei Perspektiven geschrieben, einmal erfährt man über Billys Leben, auf der anderen Seite lernt man die kleine Grace kennen, die in seinem Haus wohnt und eine drogensüchtige Mutter hat.

Während Grace versucht, nicht von ihrer Mutter getrennt zu werden, überwindet sich Billy, für das Mädchen endlich mal wieder seine Wohnung zu verlassen.

Der Klappentext lässt es so wirken, als wäre Billy die Hauptperson, allerdings dominiert Grace definitiv die Handlung.

Das Buch ist sehr schön aufgebaut, vor allem wie es diese beiden unterschiedlichen Leben beschreibt und dann verknüpft.

Auch die Nachbarn im Haus spielen eine großeRolle, denn einige wollen Grace mehr helfen als andere.

Grace ist ein sehr direktes Kind, das durchaus weiß, wie die Welt funktioniert. Grace hört alles und beobachtet viel, fragt immer sehr neugierig. Vor allem die Frage: "Magst du mich? Was genau magst du?" , die sie am Anfang allen stellt, ist mir im Kopf geblieben.

Billy war mal Tänzer, lebt nun aber seit Jahren zurückgezogen in seiner Wohnung, ohne sie jemals zu verlassen. Schon das Betreten des Balkons ist eine kleine Überwindung für ihn.

Und dann wird sein Leben auf den Kopf gestellt, weil Grace dazukommt. Und mit ihr immer mehr Menschen.

Die anderen Nachbarn werden immer wichtiger, es gibt die hilfsbewusste Rayleen, den spanisch sprechenden Filipe, die alte Mrs Hinman und den griesgrämigen Mr Lafferty.

Man erfährt nicht direkt, wie alt die Charaktere sind, deswegen schätzt man sie nach ihrem Verhalten und anderen Angaben her ein (oder nur mir ist das wichtig, anderen ist Alter und genaues Aussehen vielleicht weniger wichtig. Für mich persönlich wurde durch diesen fehlenden Überschuss an Details allerdings eines Bewirkt:) Jeder Hausbewohner wirkt durch seine Taten, Worte und Entscheidungen. Jeder hat eine eigene Geschichte und Persönlichkeit und einige... sind magisch, um es nach Graces Worten auszudrücken.

Aber um herauszufinden, was genau mit Grace und den Nachbarn alles geschieht, müsst ihr diese Geschichte selbst lesen!

Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen!

Einige mögen es langweilig oder langatmig finden, aber ich habe diese Geschichte aufgesogen und werde sie wohl nie vergessen.

Dieses Buch hat übrigens den schönsten Schlusssatz aller meiner Bücher. Ich zitiere ihn hier nicht, denn er wirkt nur mit der Geschichte.