Ugly, Pretty, Special

Titel: ugly - verlier nicht dein Gesicht

Autor:  Scott Westerfeld

Verlag: Carlsen

Meine Berwertung: 5 von  5 Punkten

Klappentext:

Tally kann ihren 16. Geburtstag kaum erwarten, denn dann steht die für alle vorgesehene Schönheitsoperation an. Sie wird von einer Ugly zur Pretty werden, in New Pretty Town leben und keine Sorgen mehr haben. Tallys Freundin Shay dagegen sträubt sich gegen die Operation. Sie will nicht, dass andere über sie bestimmen. Als Shay flüchtet, lernt auch Tally die hässliche Seite der Pretty-Welt kennen. Denn die Behörden stellen sie vor eine furchtbare Wahl ...


Meine Mienung:

Ich habe diese Reihe nun zum driten Mal gelesen und sie gefällt mir auch als Nicht-mehr-Teenie immer noch sehr gut.

Die gesamte Idee, der Aufbau der Geschichte - irgendwie ist es einzigartig und so aussagekräftig.

Ich muss wohl zuerst ein wenig mehr über diese neue Welt erzählen, in der de Hauptperson Tally lebt.

Tally wohnt seit einiger Zeit in einem Schulwohnheim mit anderen Uglys zusammen. Von ihrem Fenster aus kann sie New Pretty Town sehen, wo die Jugendlichen  nach ihrer Operation wohnen.

Durch die Gesellschaft und ihre Richtlinien gibt es für die Uglys keinen größeren Wunsch als schön zu werden. Sie geben sich abwertende Spitznamen und empfinden jede Besonderheit ihrer Gesichter als Makel. Diese Welt ist somit keine oberflächliche Welt, in der es nur darum geht, möglichst hübsch zu sein, nein, die gesamte Gesellschaft hat einen gehirnwäschemäßigen Knacks.

Die Charaktere sind also alle nicht oberflächlich, sondern einfach anders erzogen als wir Leser. Ich finde es immer wieder interessant, in Tallys Welt einzutauchen, da die Grundsätze und Ziele mit den Schönheitsoperationen heutzutage doch sehr aktuell erscheinen. Oft fragt man sich: Was wäre, wenn? Und so etwas liebe ich an dystopischen Büchern. Es ist zwar total abgefahren, aber irgendwie könnte man sich vorstellen, dass es hier eines Tages eintrifft.

So. Tally ist eine Jugendliche, die gerne aus ihrem Wohnheim ausbricht um kleine Abenteuer zu erleben. Aber zu große Abenteuer wagt sie nicht.

Tally ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, sie ist manipulierbar und dämlich/naiv jung. Aber da das für ihre Gesellschaft normal und auch gewollt ist, kann man sie trotzdem verstehen und mit ihr mitfühlen - und sie entwickelt sich natürlich.

Mir gefallen alle Nebencharaktere, aber ich will nicht zu viel zur Geschichte verraten.

Die Handlung ist super aufgebaut und entwickelt sich sehr spannend.

Die Dialoge sind etwas ungewohnt, aber es wirkt mit der Zeit schon authentisch, weil unbekannte Begriffe verwendet werden, die zu dem Slang der Uglys/Pretties gehören. Aber die Dialoge sind echt nicht die Stärke der Geschichte.

Diese Bücher sind wirklich toll, es geht um Freundschaft, Vertauen und Verrat.

Eine sehr empfehlenswerte Trilogie!

 

 

AB HIER NICHT WEITERLESEN, WENN DU INHALTLICHE SPOILER VERMEIDEN MÖCHTEST!


Titel: pretty - erkenne dein Gesicht

Autor:  Scott Westerfeld

Verlag: Carlsen

Meine Berwertung: 4,5 von  5 Punkten

Klappentext:

Tally ist von einer Ugly zur Pretty geworden. Sie sieht umwerfend aus, hat einen tollen Freund und ist wahnsinnig beliebt. Aber bei allem Spaß, den Partys, dem Luxus, spürt Tally, dass irgendetwas nicht stimmt. Dann erhält sie eine Botschaft aus ihrer Vergangenheit - und plötzlich wird ihr klar, was in der Pretty-Welt fehlt. Tally beginnt, umzudenken und begibt sich damit in tödliche Gefahr. Denn wer zu viel weiß, gerät schnell ins Visier der Behörden ...


Meine Meinung:

Der Unterschied zum ersten Band könnte am Anfang nicht besser gemacht worden sein.

Man lernt eine neue Tally kennen, die anders redet ("prickelnd, hirnfern, verpfuscht"), die sich mit anderen Dingen beschäftigt(Klamotten, Parties), und doch irgendwie noch ein paar der alten Interessen pflegt. Neue Nebencharaktere werden eingeführt - Zane *seufz* - und dann holt sie die Vergangenheit auch schon ein.

Interessant und spannend!

Dieser Unterschied zwischen Kind und Erwachsenwerden mit den anderen Interessen, der Ausdrucksweise - zwar hier abstrakt dargestellt, aber die Parallele zur Realität ist sehr gelungen.

Wieder gefällt mir die Abwechslung von Spannung, Action, Gefanken und Gefühlen, da jede Zutat an der perfekten Stelle super proportioniert kommt.

Die Wendung oder den Schauplatzwechsel im letzten Drittel finde ich nicht ganz so toll, aber in Ordnung. Allerdings ist für mich die Spannung dort abgesackt.

 

(Ich muss jetzt am Ende noch einmal darauf hinweisen, dass dieses Buch eventuell SVV triggern kann! Dieses Buch ist ein fiktionales Werk, keiner Person wird hier in der Realität im Hirn rungepfuscht und niemand muss sich ritzen, um diese Welt besser zu verstehen oder zu ertragen.)


Titel: special - zeig dein wahres Gesicht

Autor:  Scott Westerfeld

Verlag: Carlsen

Meine Berwertung: 4 von  5 Punkten

Klappentext:

Eine neue Operation hat Tally endgültig zu etwas Besonderem gemacht. Jetzt ist sie beängstigend schön, gefährlich stark, pfeilschnell - eine Special, geschaffen, um die Uglies und Pretties unter Kontrolle zu halten. Als Rebellen aus Smoke in der Stadt auftauchen, soll Tally ihre Loyalität beweisen und den Unterschlupf der Smokies aufspüren. Doch der Weg dorthin steckt voller Überraschungen und Erinnerungen. Denn einst war Tally selbst eine Smokey ...


Meine Meinung:

Aaaach, immer diese dritten Teile bei Dystopien. Falls du den dritten Teil von Panem gelesen hast, kannst du dir vielleicht denken, dass dieses Buch anders ist als die beiden davor.

Ich empfinde es beim dritten Teil nicht mehr angenehm, aus Tallys Sicht zu lesen. Tally ist so verändert, sie hat einfach keine der alten Gefühle oder Eigenschaften mehr. 

Alles wirkt objektiver erzählt, man fühlt sich viel mehr abgeschottet als bei den anderen Teilen. Ohne richtigen Kontakt zu Nebencharakteren und ohne Fokus auf der Freundschaft, dazu diese gefühlskalte Andersartigkeit ... es ist kein Vergnügen mehr.
Das Ende und die gesamte Geschichte und Welt an sich sind natürlich immer noch grandios, aber es ist einfach kein Buch, das man genießen kann, weil man nur auf das Ende wartet.

 

Trotzdem insgesamt eine sehr starke Trilogie, die zum Nachdenken anregt.

Das Ende ist ein wenig offen, aber da der vierte Teil nicht wirklich weiteführt, wie es mit Tally weitergeht (und weil ich den viertel eil nicht besonders stark finde) beende ich die Empfehlung an dieser Stelle.