Dolce Vita für Fortgeschrittene

Titel: Dolce Vita für Fortgeschrittene

Autor: Dori Mellina

Verlag: btb

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten

Klappentext:

Exil-Italienerin Laura hat sich ganz passabel eingerichtet in ihrem deutschen Leben: mit fester Beziehung, Kind und einem manchmal nervigen Job in der Pharmaindustrie. Doch dann gründet sie mit ihren Freundinnen „Frag mich nach Sonnenschein“, eine Agentur für italienischen Lifestyle. Und kaum geht es beruflich rasant bergauf, geht es privat rasant bergab: Freund Martin zeigt sich plötzlich von seiner deutschesten, seiner penibelsten Seite. Laura flüchtet sich zu Freundin Ilaria – und lernt endlich den perfekten Mann kennen, natürlich ein Italiener. Ist das das Ende aller kulturellen Missverständnisse? Bis es soweit ist, muss Laura jedoch auf vielen Hochzeiten tanzen – natürlich auf deutsch-italienischen.

 

Meine eigene Zusammenfassung:

Italieniern in Deutschland fühlt sich in ihre Beziehung mit einem Deutschen nicht verstanden und sucht nach mehr Italien in ihrem Leben. Eine spontane Beziehungspause ist die Lösung! Lady Italia hilft zusammen mit Freundinnen ein paar Landsmännern und trifft dann auf einen italienischen Mann, der alle ihre unerfüllten Träume erfüllen könnte.


Meine Meinung:

Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und habe eine sehr humorvolle Geschichte erwartet.

Leider hat die Autorin mich kein einziges mal zum Lachen oder Lächeln bringen können. Ich war eher permanent am Augenverdrehen.

Italien ist mein liebstes Reiseziel, ich mag die Menschen dort und hatte mir erhoft, durch dieses Buch einen besseren Einblick in so ein italienisches Leben zu bekommen.

Doch was ich bekam waren Klischees, Klischees, Klischees! Und das noch nicht einmal besonders freundlich. Derart viele Verallgemeinerungen, viel zu wenig Ausnahmen - und eine vollkommen unsympathische Protagonistin.

Beim besten Willen konnte ich mich einfach nicht mit Laura anfreunden.

Anstatt mit ihrem Mann zusammen die Konflikte zu lösen, verlässt sie ihn mit der gemeinsamen Tochter von einem Tag auf den anderen ohne richtige Erklärung!!

Selbstreflexion oder Kommunikation kennt diese Protagonistin nicht, dabei reden Italiener doch immer so gerne und so viel ;)) Nein, ich nehme jetzt besser nicht das Niveau dieses Romans an.

Ich hatte wirklich Mitleid mit dem armen Kerl! Aber Laura scheint ihr Freund überhaupt nichts zu bedeuten!
Es ist somit überhaupt keine Liebesgeschichte.
Tja, was ist es dann?

Ein bisschen Wörterbuch, denn italienische Begriffe und Redewendungen werden mit Fußnoten erklärt, was mir gut gefallen hat.

Es ist einbisschen wirr, da die Handlung nicht wirklich chronologisch erzählt wird.

Es gibt keine Spannungskurve, keinen packenden Handlungsaufbau, keinen leichten Humor und kein tolles bella italia-Feeling... eher Langeweile.

Was die Autorin mit dieser Geschichte aussagen möchte, habe ich leider nicht verstanden.

Es ist nicht so, dass sie permanent die Deutschen beleidigt hat oder bei den Italienern alles schöngeredet wurde. Nein, jeder bekommt hier sein Fett weg - vielleicht hat mich ja gerade das gestört: Es wird so viel unterschwellig gemeckert und es fehlt das Positive.

Meine Lieblingsszene ist folgende:

(Tochter und Mutter unterhalten sich)

"Also, wenn du stirbst, heirate ich den papà."

"Okay, kein Problem." Von mir aus konnte sie ihn haben.

"Mamma, wann stirbst du denn?"

 

Mehr muss ich wohl nicht mehr sagen. Viel Klischee, wenig Liebe.

Vielleicht bin ich auch einfach zu Deutsch, um das Buch zu verstehen?

 

Danke an den btb-Verlag für das Rezensionsexemplar :)