Rezension: Der kleine Laden der einsamen Herzen

Titel: Der kleine Laden der einsamen Herzen

Autor: Annie Darling

Verlag: Penguin

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten

Klappentext:

Posy Morland hatte es immer schwer im Leben. Als sie einen kleinen, heruntergekommenen Buchladen in Bloomsbury erbt, scheint sich ihr Glück endlich zu wenden. Sie plant, den Laden neu zu eröffnen und dort nur Liebesromane mit Happy Ends zu verkaufen. Denn traurige Geschichten gibt es im wahren Leben ja genug. Doch Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, hat andere Pläne für den Laden und legt Posy Steine in den Weg, wo er nur kann. Dummerweise ist Sebastian auch schrecklich attraktiv – und der unverschämteste Kerl in ganz London. Findet zumindest Posy. Und rächt sich auf ihre Weise: Sie schreibt selbst einen Roman namens Der Wüstling, der mein Herz stahl – mit Sebastian als Held zum Verlieben ...

 

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt langsam, aber sehr sympathisch. Eine Geschichte über einen Buchladen hat doch automatisch einen riesen Pluspunkt!

Aber leider hat mich dieses Buch dann doch bodenlos enttäuscht.

Posy, bereits Überfordert mit der Sorgepflicht für ihren kleinen Bruder, weiß nach dem Erbe überhaupt nicht mehr, wo ihr der Kopf steht und würde ohne die Hilfe und Unterstützung ihrer tollen Kollegen wohl sofort aufgeben und ihre Sachen packen. Wo ich am Anfang noch dachte: "Oh, sie zieht ihren Bruder groß: Was für eine starke Frau!" stellte sich schnell Ernüchterung ein: Von wegen selbstbestimmt! Posy kann sich einfach nicht durchsetzen.

Dieser Protagonistin wird nun folgender Mann hingeworfen:

Sebastian, der unverschämteste Mann aus ganz London (den Titel hat er tatsächlich von einer Zeitung erhalten.)

Sebastians Verhalten ist das ganze Buch über nicht durchschaubar. Wo man leidenschaftlichen Streit und funkensprühende Diskussionen erwartet, wird man sehr enttäuscht.  Sebastian ist ein sexistisches Arschloch! Er beleidigt Posy nicht nur in einer Tour, nein, er grabscht sie auch noch ständig an.

Wie kann man als FRAU nur so ein Buch schreiben, wo ein Kerl wie Sebastian zum Loveinterest wird?!?!?!

Aber was schreibe ich "Loveinterest"? Von Liebe fehlt hier jede Spur.

Es handelt sich wirklich nicht um eine Liebesgeschichte.

Die Handlung besteht aus einem einzigen großen Umweg. Das Buch handelt einfach davon, wie die Neueröffnung vorberietet wird. Mehr als auf dem Klappentext beschrieben, passiert auch nicht. Deswegen konnte mich das Buch einfach nicht packen und ich habe viele Pausen gemacht und zwischendurch noch etwas anderes gelesen.

Der Höhepunkt der Geschichte war für mich viel zu lächerlich. Auch das Buch das Posy schreibt, ist einfach lächerlich! (Sie schreibt einen erotischen Jane Austen-Abklatsch) Diese Geschichte zeigt übrigens sehr deutlich, wie wenig Selbstrespekt sie hat (auf unfreundliche dominante Männer bezogen).
Und das Finale ist so bescheuert, dass das Buch tatsächlich an der Wand gelandet ist. Ich werfe ja echt selten mit Büchern, aber bei dem musste es sein. Wären Sebastian oder Posy da gewesen, hätte ich meine Wut an denen ausgelassen.

Es war nicht übertrieben romantisch. Es war auch nicht kitschig. Sowas lese ich gerne. Nein, dieses Ende war einfach nur peinlich.

 

Fazit:  Ich habe eine selbstbewusste Protagonistin erwartet, die ihren Traum verwirklichen will und dabei einige Steine aus dem Weg räumen muss - aber in diesem Buch geht es um eine Protagonistin mit Traum, die ohne Hilfe überhaupt nichts auf die Reihe bekommt.

Es ist nicht lustig und auch nicht romantisch.

Die Geschichte hat enormes Potential, das aber mit solchen Charakteren leider nicht ausgenutzt werden kann. Sebastian hat keine einzige gute Charaktereigenschaft und Posy macht keine Entwicklung durch.

 

Danke an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar :)