Als ich dich fand

Titel: Als ich dich fand

Autor: Catherine Ryan Hyde

Verlag: Ullstein

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Klappentext:

Als Nathan McCann ein halbvergrabenes Baby im Wald findet, geht er davon aus, dass es tot ist. Doch dann bewegt es sich, und Nathans Leben ändert sich für immer. Der kleine Junge wird zu seiner Großmutter geschickt, um bei ihr aufzuwachsen, aber Nathan kann ihn nicht vergessen. Er bittet die alte Frau um ein Versprechen: dass sie Nathan irgendwann dem Jungen vorstellen wird. Die Jahre vergehen, und Nathan nimmt an, dass die Dame ihr Versprechen vergessen hat, bis eines Tages ein wütender, schwieriger Junge mit einem Koffer vor seiner Haustür steht ...

 

Meine Meinung:

Mir ist der Roman "Ich bleibe hier" von der Autorin ja wirklich lange im Gedächtnis geblieben, weswegen ich unbedingt mehr von ihr lesen musste.

Klappentext und Cover dieser Geschichte haben mich angesprochen, doch dann bekam ich etwas anderes als erwartet.

Auf dem Cover ist ein Junge zu sehen - doch die Geschichte befasst sich mit dem Erwachsenwerden dieses Jungen. Als der "Junge" vor Nathans Tür steht, ist er bereits 15 Jahre alt. Hätte ich von vornerein gewusst, dass es sich nicht um die Geschichte eines Jungen handelt, hätte ich mir vielleicht noch einmal überlegt, ob mich der Inhalt interessiert. Aber gut, jetzt ließ es sich nicht mehr ändern und ich bin dennoch froh, das Buch gelesen zu haben.

Die Autorin schafft es nämlich wieder, eine Geschichte zu erzählen, die im Gedächtnis bleibt.

Die Geschichte dreht sich um den alten Nathan und den jungen Nat (der gefundene Junge). Beide sind die Hauptpersonen dieser Geschichte, abwechselnd wird mit Fokus auf dem einen erzählt, was rund um Nat geschieht.

Dabei werden von Kapitel zu Kapitel immer wieder Zeitsprünge gemacht, die mich leider etwas gestört haben. Ohne diese Monatsschritte hätte ich wahrscheinlich eine bessere Verbindung zu den Charakteren gespührt, so blieben beide Nathans leider etwas fremd und sie berührten mich nicht besonders.

Mit dem alten Nathan beginnt alles, er führt eine gefühlskalte Ehe, bringt seiner Hündin mehr Zuneigung entgegen als seiner Frau und findet plötzlich ein Baby. Nathan fühlt sich selbst leer und sieht auf einmal Hoffnung, als er sich entscheidet, das Kind zu adoptieren. Nur ist das nicht seine Entscheidung und der kleine wächst bei seiner Großmutter auf.

Dann verfolgt der Leser mit, wie Nat groß wird und ein schwieriges Kind ist.

Es ist schwer zu lesen, wie seine Großmutter mit ihm überfordert ist und dass sie den Teenager dann zu Nathan bringt, setzt dem ganze die Krone auf. Durch die Zeitsprünge geht einem das ganze aber nicht so nah, wie es vielelicht sollte. Ich fand Nat ziemlich nervig, er verhielt sich einfach wie ein Kleinkind und nicht wie ein Heranwachsender.

Wenigstens bringt Nathan dem ganzen sehr viel Verständnis entgegen.

Denn ab diesem Zeitpunkt wohnen diese zwei eigenbrödlischen Männer zusammen und scheinen beide keine Ahnung zu haben, was Zuneigung ist. Dafür hat Nathan ein wirklich ausgeprägtes Verantwortungsgefühl.

Und diese Einstellung vom alten Nathan ist das Bemerkenswerte an diesem Buch.

Nathan kümmert sich aufopferungsvoll um diesen hoffnungslosen Fall, um diesen Taugenichts, mit dem ich beim Lesen schon die Geduld verlor.

Ich hätte gerne mehr über Nathans Leben erfahren. Aber es geht eben nur um Nats Leben, in dem der alte Nathan bloß eine wichtige Rolle spielt.

Die Geschichte ist eher deprimierend als hoffnungsvoll und aufgrund der Zeitsprünge leider auch nicht besonders mitreißend. Aber zwischen den Seiten befindet sich eine wirlkich schöne Message.

Da ich am Ende doch ein paar Tränen verdrückt habe und wieder einmal überwältigtbin, wie die Autorin es schafft, diese Nachrichten zwischen den Zeilen zu übermitteln, bekommt das Buch von mir 3,5 von 5 Punkten.

 

Vielen Dank an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)