Rezension: Brausepulverherz

Titel: Brausepulverherz

Autor: Leonie Estella

Verlag: Fischer

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkte

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar. 

Klappentext:

Wenn das Herz kribbelt und bitzelt, wie Brausepulver auf der Zunge …
»Brausepulverherz« von Leonie Lastella ist der perfekte Roman für alle, die zwischen Sommer und Ferien, zwischen Zuhause und Woanders, zwischen aufgedreht und gechillt, zwischen verknallt und entliebt die ganz große Liebe suchen.
Jiara lebt eigentlich in Hamburg, jobbt aber den Sommer über in einer Trattoria an der italienischen Riviera. Ihr ansonsten so strukturiertes Leben steht Kopf, als sie Milo trifft. Na ja, von einem »Treffen« kann hier nicht die Rede sein, eher von einer Explosion, einem Tsunami, einem Feuerwerk.
Nein, Letzeres wäre dann doch zu kitschig.
Sofort ist da dieses Knistern und Kribbeln. Nur manchmal fühlt es sich eher an wie viele kleine Stromschläge – so grundverschieden sind die beiden. Und eigentlich darf das alles nicht sein: Jiara hat einen Freund, ein Leben und eine Zukunft in Hamburg – oder?
Ein wunderbarer Roman über die große Liebe, die die Welt aus den Angeln hebt!


Meine Meinung:

Der Klappentext klingt so positiv, das Cover und der Titel wirken so unbeschwert, es muss wohl wirklich das beste Buch des Sommers sein... NEIN.

Aber ich muss von vorne beginnen.

Jiara hat einen tollen Freund, eine erfolgreiche Zukunft in Aussicht, ein gutes Umfeld und auch sonst alles, was man sich mit Mitte zwanzig wünschen solte. Aber Jiara fühlt sich dmait nicht glücklich. Das fällt ihr auf, nachdem ihr ein heißer Italiener über den Weg läuft - wie denn auch sonst.

Jiara zweifelt aber wohl schon länger an ihrer perfekten Beziehung und fühlt sich von ihren Eltern und Freunden in dieses tolle Leben gedrängt... eigentlich möchte sie doch irgendwie irgendetwas anderes machen.

Nachdem sie den attraktiven Milo getroffen hat, fasst sie einen Entschluss.

Milo ist ein Musiker, der sich von seiner Familie losgesagt hat. Er versucht niemanden zu nah an sich rankommen zu lassen, hat aber einen Schwachpunkt bei Jiara, der er natürlich auch super attraktiv findet und ganz anders als andere Mädchen. Aber Gefühle sind einfach nicht so seins.

Die Geschichte wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt, deswegen bekommt man einen schönen Einblick in beide Protagonisten.

Beide sind mir bis zur Hälfte nicht zu hundert Prozent ans Herz gewachsen, bei Jiara habe ich wohl ein Problem damit, (SPOILER) dass sie ihren Freund abserviert (SPOILER ENDE) und wie sie sich ihrer besten Freundin gegenüber verhält.

Ich finde es vollkommen nachvollziehbar, dass sie etwas verändern möchte, wenn sie sich unglücklich fühlt. Aber sie verhält sich leider komplett egoistisch.

Die Entwicklung, die sie durchmachen möchte, die To-Do-Liste, die sie abhaken will - das alles erlebt der Leser nicht mit, worüber ich sehr enttäuscht bin.

Milo auf der anderen Seite ist mir nicht deutlich genug beschrieben, er weiß anscheinend nicht genau, was er selbst will.  Ich bin kein Fan von seinen Entscheidungen. Jiara und Milo haben an sich echt keine Gemeinsamkeiten, sie stehen zwar aufeinander, aber das liegt eher so am Äußeren und weniger an einem innigen Verbundenheitsgefühl, so wie es im Klappentext angepriesen wird. Jiara ist für Milo eher so eine kleine tolle Eroberung und Milo ist für Jiara einfach der hotte Latinlover, egal, wie versucht wird, das alles nicht so darzustellen.

Die Sexszenen sind sehr ausführlich beschrieben, was mich bei diesem "Jugendfreien" Cover sehr überrascht hat. Auch, dass das Thema Verhütung gar nicht angesprochen wird, hat mich negativ überrascht.

Nach dem Wendepunkt der Geschichte habe ich begonnen, Jiara zu hassen.

Ich war eh schon etwas wütend auf sie, weil sie sich so verantwortungslos und egoistisch verhalten hat, aber dann hat sie einfach allem noch einmal die Krone der Schande aufgesetzt.

Sie hat sich nicht EINMAL bei ihrem Freund in Deutschland entschuldigt!! Sie hat sich kein bisschen weiterentwickelt, sie wurde als Charakter ziemlich blass, die Geschichte wurde fade und anstrengend.

Die einzige Person, die mir jetzt am Ende noch gefällt, ist der Freund in Hamburg, denn er ist die einzige Person, die weiß, was Liebe ist. Leider ist er strohdoof, da er seine Liebe an jemanden wie Jiara verschwendet hat.

 

Fazit: Ich dachte im ersten Drittel noch, dass ich 4 von 5 Punkten gebe würde, da mir die Story gefiel, mir aber der Draht zu den Personen fehlte. Jetzt denke ich: Eine Geschichte, in der die Protagonistin einem derart unmoralisch und unsympathisch erscheint, kann ich einfach keine gute Bewertung geben. Geschichten gefallen einem immer nur so gut wie die Charaktere - deswegen 2 von 5 Punkte.