Rezension: Herzensräuber

Titel: Herzensräuber

Autor: Beate Rygiert

Verlag: blanvalet

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar. 

Klappentext:

Tobias’ Buchantiquariat läuft nicht besonders gut, noch dazu hat er gerade eine schmerzliche Trennung hinter sich. Als er im Urlaub einen liebenswerten spanischen Straßenhund aufliest, beschließt er kurzerhand, ihn mit nach Heidelberg zu nehmen. Wie sich herausstellt, hat Zola die Gabe, für jeden Menschen die richtigen Bücher zu finden – denn in jedem »Herzensräuber« erschnuppert er die Gefühle, die die bisherigen Leser darin hinterlassen haben. So bringt er nicht nur Tobias’ Geschäft auf Vordermann, sondern nach und nach auch dessen chaotisches Liebesleben …


Meine Meinung:

Was der Klappentext nicht preisgibt, ist die Erzählperspektive - denn diese Geschichte wird vom Hund Zola erzählt.

Und das finde ich wirklich wunderbar.

Zola kommt aus Spanien, sein altes Herrchen ist verstorben und so lebt er mit anderen Straßenhunden am Strand, bis er auf Tobias trifft.

Endlich hat Zola wieder einen Menschen, einen Freund, der sich um ihn kümmert - und Tonias hat ab sofort einen treuen, intelligenten und verlässlichen Begleiter.

Die Hundeperspektive ist so unglaublich liebenswert dargestellt, Zola verhält sich so führsorglich und aufmerksam, dazu gibt es einige Formulierungen zum Schmunzeln;  z.B. beim Gassigehen: "Ich führe meinen Menschen durch die Stadt".

Natürlich ist diese Sicht nicht realistisch, denn so viel Verstand wie Zola hat leider kein Hund. Aber ich habe es dieser Geschichte zu einhundert Prozent abgenommen und das ist doch das Beste bei Büchern - sie machen das Unmögliche möglich.

So spricht Zola von Gefühlsfarben; von Gerüchen, die Menschen bei verschiedenen Empfindungen absondern. Hundenasen können mehr riechen als wir Menschen uns vorstellen können und kennen auch all die Emotionen, die Menschen beim Lesen empfinden. Sie haften zwischen den Seiten und geben jedem Buch ihren eigenen Geruch, den nur Hunde wahrnehmen können.

Da Zolas neuer Mensch ein Antiquar ist, steckt der Hund von nun an seine Schnauze sehr oft in Bücher (er nennt sie immer "Herzensräuber") und weiß, auch ohne sie lesen zu können, wovon sie handeln - von Freude, Liebe, Abenteuer oder Angst und Schrecken.

Alle Nebencharaktere, die man im Laufe der Geschichte kennenlernt, werden von Zola sehr schön beschrieben, da der Hund ja jede Empfindung nach ihrem Geruch beurteilt und man somit als Leser ein umfangreiches Bild zu jeder Person erstellen kann.

Man hört jedes Gespräch und der Hund geht auch oft selbst auf Entdeckungstour, um noch mehr Details zu erfahren.

Die Geschichte entiwckelt sich wunderbar, aber zu viel möchte ich nicht verraten.

Auf jeden Fall steckt mehr in diesem Buch, als der Klappentext verrät - es geht nicht nur um Tobias Liebesleben, das ist eigentlich nur eine Nebensache.

Es geht um Tobias' unerwartetes Erbe, es geht um die Zukunft von Alice und ihrer Tochter Emma, es geht um die mürrische Frau Kratzer und um die gemeine Exfreundin Vanessa.

Zola wird zum beliebten Bücherhund und macht Kunden glücklich. Er freundet sich eng mit der kleinen Emma an und versucht, die Probleme jedes Nebencharakters herauszubekommen und zu helfen.

Als dann noch Tobias gierige Exfreundin wieder auf der Matte steht, wird die Geschichte so mitreißend, dass man das Buch bis zum erhofften Happy End nicht mehr aus der Hand legen will!

 

Vielen Dank an den blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)