Rezension: Immer wieder im Sommer

Titel: Immer wieder im Sommer

Autor: Katharina Herzog

Verlag: rowohlt polaris

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

Klappentext:

Vom Mut, das Glück wiederzufinden. Zweimal hat Anna ihr Herz verloren: Einmal an Max, doch die Ehe ging vor fünf Jahren übel in die Brüche. Und dann war da Jan ... die unvergessene Liebe eines Jugendsommers. Schon lange fragt sie sich, was aus ihm geworden ist. Als sie erfährt, dass er auf Amrum wohnt, beschließt die sonst so vernünftige Anna spontan, mit ihrem VW-Bus gen Küste zu fahren. Doch dann meldet sich ihre Mutter, zu der sie seit 18 Jahren keinen Kontakt mehr hatte, mit schlimmen Nachrichten und einer großen Bitte. Am Ende sitzen nicht nur Anna und ihre Mutter zusammen im Auto, sondern auch ihre beiden Töchter - und Max ...


Meine Meinung:

Nicht nur als Sommerroman zu empfehlen!

Der Erzähler befasst sich je nach Kapitel mit drei Personen: Frieda, Anna und Sophie.

Bei Frieda auf dem Hof beginnt die Geschichte, ihr Brief erreicht Anna im Familienleben, welche gerade ihre Tochter Sophie in die Schule geschickt hat... und so erfährt der Leser abwechselnd, was die drei Frauen bewegt.

Bei allen drei Frauen merkt man der Perspektive an, wie sie sich den Charakteren angepasst hat.

Frieda hat sich vor vielen Jahren mit ihrer Tochter verstritten und möchte nun aus einem dringendem Grund wieder Kontakt zu ihr herstellen, sie wirkt unruhig.

Anna ist geschieden, hat die Suche nach der wahren Liebe aber noch nicht aufgegeben.

Sophie ist Vierzehn, jung und fit und hat einen eigenen Blickwinkel auf die Dinge.

Anna ist wohl die eigentliche Hauptperson, über ihr Leben erfährt man am meisten: Ihre Scheidung, Kindheit, Jugend, Sorgen, Liebe, wie es sich anfühlt, wieder Zeit mit ihrem Ex-Mann zu verbringen...

Bei Sophie dreht sich erst mal alles nur um einen Jungen, ihre kleine Schwester ist ihr peinlich.

Sophie ist mir eher unsympathisch geblieben, sie packt Menschen in Schubladen, ist handysüchtig, kümmert sich nicht um ihre Schulnoten und hat irgendwie immer schlechte Laune. Aber Milan, den sie auf der Reise kennenlernt, finde ich richtig klasse!

Frieda wirkt auf andere sehr griesgrämig und ruppig, bei ihr ist die nähere Sicht sehr wichtig, um sie besser zu verstehen, ihre Kapitel sind auch anders als die von Anna und Sophie, nämlich direkt an ihe Tochter Anna gerichtet.

Das Reisefeeling mit der gesamten Familie wird wunderbar rübergebracht und auch die Tage auf der Insel haben mich beim Lesen in Urlaubsstimmung versetzt.

Ein bisschen mehr emotionale Stimmung hat mir gefehlt- gibt es da nicht viel aufgestaute Wut, wortloses Schweigen zwischen den Charakteren?

Aber auch ohne die tiefen, dramatisierten Gefühle oder konstruierte Konflikte gewinnt diese Geschichte mit der Zeit an Tiefe, die Charaktere entwickeln sich und wachsem dem Leser ans Herz, ihre Entscheidungen gehen einem viel näher als am Anfang.

Gegen Ende hin hat mich das Buch wirklich mitgenommen, ich wollte es einfach nicht mehr weglegen, weil ich schon so lange keinen Roman mehr gelesen habe, der auf den letzten Metern noch einmal eine Schippe drauflegt anstatt nachzulassen. So wird die Handlung gegen Ende hin doch sehr ergreifend und emotional.

Ein lesenswerter Roman, der sich durch den Blick auf drei Generationen mit den Themen Familie, Krankheit und Vertrauen auseinandersetzt.

 

Vielen Dank an den rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)