Via dell' Amore

Titel: Via dell' Amore - Jede Liebe führt nach Rom

Autor: Mark Lamprell

Verlag: blanvalet

Meine Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Klappentext:

Rom ist die Stadt der Liebe. Das hofft auch Alice, als sie nach Italien reist, um endlich etwas Verrücktes zu erleben. Meg und Alec sind seit Jahren verheiratet, doch im Alltag ist ihnen die Liebe abhandengekommen. In Rom verliebten sie sich einst unsterblich, kann diese Stadt sie auch wieder zueinander führen? Die beiden älteren Damen Constance und Lizzie möchten Constances verstorbenem Ehemann Henry seinen Herzenswunsch erfüllen. Lizzie ahnt jedoch nichts von Constances und Henrys wahrer Geschichte, die vor Jahrzehnten genau hier begann. Am Ende ist für jeden von ihnen nichts mehr, wie es war. Denn alle Wege führen nach Rom – und der ein oder andere vielleicht direkt ins Glück …


Meine Meinung:

Der Prolog schaffte es, mich vollkommen in seinen Bann zu ziehen, es ist diese Überzeugungskraft im Schreibstil, die Liebe zu Rom, die den Leser mitnimmt und nach Italien entführt.

Jedoch hat mir das Buch trotz des interessanten Anfangs nicht gefallen.

Vor allem der Schreibstil war sehr gewöhnungsbedürftig und anstrengend. Der Erzähler (der sich manchmal auch selbst zu Wort meldet) ist der Geist der Liebe. Und als Geist oder Gott oder was auch immer, weiß er natürlich alles über jeden Charakter, der vorkommt.

Daraus resultiert, dass einfach JEDER neue Charakter vorgestellt und näher beschrieben wird (z.B. wann und ob sich der helfende Mann auf der Straße die Haare färbt, wie der Taxifahrer zu seinem Namen kommt, etc.). Das ist sehr mühsam zu lesen, denn dadurch verliert man die "wichtigen" Personen aus dem Auge/Gedächtnis.

Die wichtigen Charaktere, das sind: Studentin Alice aus NY, zwei alte Damen aus London, das unglückliche Ehepaar Alec und Meg aus LA.

In jedem Kapitel erfährt man, wie die Geschichten der verschiedenen Personen voranschreiten, denn alle verbringen zur selben Zeit einen/zwei Tage in Rom.

Auch wenn ich diese aufgeteilten Kapitel normalerweise sehr schön finde, so hat es mich hier wieder gestört, wie der Erzähler nicht bei einer Perspektive bleibt. Der Erzähler stellt zu Beginn des Kapitels eine Person vor, wandert mit dem Fokus dann aber zu einer neuen oder anderen Person - manchmal springt man auf einer einzigen Seite zwischen drei vollkommen irrelevanten Personen umher!

Anscheinend hat der Autor mit dieser Fülle an nutzlosen Informationen versucht, von der lahmen Hauptstory seiner Hauptcharaktere abzulenken.

In diesem Buch sind quasi drei Trennungen zu finden, dreimal gebrochene Herzen - wieso steht also LIEBE im Titel?

Auch wenn die Stadt beschrieben wird, so wird mir doch die Atmosphäre nicht genügend verbildlicht. Scheint die Sonne? Ist es warm? Welche Jahreszeit herrscht überhaupt?! Aber Hauptsache, ich kenne jetzt jeden Straßennamen.

Das einzige, was mir gefällt, ist das Mittel, was der Autor gewählt hat, um alle drei Handlungsstränge miteinander zu verbinden.

In den letzten zwei Kapiteln habe ich deswegen doch ein Lächeln im Gesicht gehabt - und nicht nur, weil ich es endlich zum Ende geschafft hatte. Mich machen solche runden Geschichten einfach froh. Aber bei diesem Buch kann ein durchdachtes Ende wirklich nicht die anderen Kritikpunkte wieder gut machen.

Die blassen, egoistischen Charaktere, diese unnötigen Zusatzinfos und der ständige Perspektivensprung haben mich zu sehr gestört, um dem Buch eine bessere Bewertung als unterer Durchschnitt zu geben.

 

Danke an den blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)