Rezension: Liebe zwischen den Zeilen

Titel: Liebe zwischen den Zeilen

Autor: Veronica Henry

Verlag: Diana

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten

Klappentext:

Die kleine Buchhandlung Nightingale Books hat Emilia von ihrem geliebten Vater übernommen. Im Herzen des verschlafenen Städtchens Peasebrook ist sie eine Begegnungsstätte für die unterschiedlichsten Menschen mit ihrem Kummer und ihren Träumen. Doch Julius Nightingale war ein großer Buchliebhaber und kein Buchhalter – der Laden steht kurz vor dem Ruin. Emilia bleiben nur wenige Monate, um diesen besonderen Ort vor einem Großinvestor zu retten. Denn nicht nur sie findet hier Freundschaft und Liebe …


Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, in dem ein Vater sich entscheidet, einen Buchladen zu kaufen.

Im ersten Kapitel stirbt dieser und die Geschichte wird mit der Tochter fortgeführt.

Das ist bereits ein ergreifender, emotionaler Anfang, der von der Liebe zu Büchern spricht und Mitarbeiter sowie Kunden in allen Lebenslagen behandelt - das Buch beginnt also sehr vielversprechend.

Doch leider verschwand meine Lesefreude schon kurz vor der 100 Seiten-Marke.

Die Kapitel sind ungewöhnlich aufgeteilt, es gibt zwischendurch Perspektivwechsel, wenn sich der Allwissende Erzähler auf einen neuen Kunden / Bewohner der Stadt fokussiert. Einige Kunden werden sehr genau vorgestellt und ihre Vorlieben sollen wohl dafür sorgen, dass der Leser sie sympathisch findet - für mich war es nach dem zehnten Namen einfach eine Überladung an Informationen. Alle gemeinsam verbindet die Trauer um den verstorbenen Besitzer Julius oder der Buchladen an sich, teilweise spinnen sich später auch Verbindungen zwischen den verschiedenen Personen.

Ich empfand es als anstrengend, derart viele Charaktere und ihre kurze Biografie mit allen derzeitigen Problemchen im Kopf zu behalten.

In der Mitte gibt es etwas Dramatik, aber da sich diese um einige Nebencharaktere dreht und nichts mit dem Buchladen zu tun hat, kam sie mir überflüssig vor. Allgemein ist es schwer, bei so vielen Charakteren zu merken, wer wichtig ist und eine große Rolle spielt. Alle spielen eine kleine Rolle in der Geschichte, eine deutliche Hauptperson gibt es leider nicht - Emilia ist mir als eigentliche Hauptperson viel zu blass geblieben!

Außerdem behält man eine gewissen Distanz zu den Personen, da alles primär nur erzählt und nicht erlebt wird.

Durch die ständigen Informationen, Handlungsstränge und Schicksale einzelner verliert das Buch natürlich vollkommen den Faden und die Handlung kommt zu kurz - wenn es denn überhaupt diese eine wichtige Handlung gibt.  Ich habe sie nicht gefunden und mir wegen des Klappentexts auch etwas anderes vorgestellt. Die Handlung ist relativ ereignislos und zwischendurch ziemlich langweilig.

Das Buch konnte mich nicht überzeugen, der Schreibstil ist aber angenehm. Ich habe keine Liebe zwischen den Zeilen gefunden und habe das Buch irgendwann abgebrochen, deswegen gibt es von mir leider nur 2 von 5 Punkten.

 

Ich denke aber auch, dass andere Leser dieses Buch mögen können. Wenn man eher erzählerische Bücher mit bielen verschiedenen Charakteren mag, zum Beispiel. Ich konnte den Charakteren wohl einfach nicht die Chance geben, da ich mir eine stringente, herzerwärmende Geschichte gewünscht habe und einen Haufen Charaktere bekam, von denen ich nun eh schon wieder Namen und Problemchen vergessen habe.

 

Vielen Dank an den Diana Verlag für das Rezensionsexemplar! :)