Rezension: Das Leben fällt, wohin es will

Titel: Das Leben fällt, wohin es will

Autor: Petra Hülsmann

Verlag: Bastei Lübbe

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

Klappentext:

Wenn dir das Wasser bis zum Hals steht, solltest du besser nicht den Kopf hängen lassen
Party, Spaß und Freiheit – das ist für Marie das Allerwichtigste, und sie liebt ihr sorgenfreies Dasein. Das ändert sich jedoch schlagartig, als ihre Schwester Christine schwer erkrankt und sie darum bittet, sich während der Behandlung um ihre Kinder zu kümmern. Und nicht nur das – Marie soll auch noch Christines Posten in der familieneigenen Werft für Segelboote übernehmen. Darauf hat Marie ja mal so überhaupt keinen Bock, und auf ihren neuen "Chef", den oberspießigen Daniel, erst recht nicht. Während sie von einem Chaos ins nächste stolpert, wird ihr jedoch klar, dass es Dinge im Leben gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und dass manches einen ausgerechnet dann erwischt, wenn man es am wenigsten erwartet – zum Beispiel die Liebe ...


Meine Meinung:

Dieses Buch ist mit leichtem Humor geschrieben und man begegnet am Anfang einer fast 30 jährige Hauptperson, die sich wie ein Teenager benimmt das schwarze Schaf ihrer erfolgreichen Familie ist.

Dann wird ihre Schwester krank und plötzlich bekommt die relativ faul wirkende Marie viel zu tun.

Aber zuerst zeigt sie sich äußerst verantwortungsresistent. Sie fühlt sich niemandem gegenüber verpflichtet, ist aber ihrer Schwester gegenüber liebevoll und aufmerksam.

Marie versucht zuerst, keine Arbeit zu übernehmen, wird von den Kollegen des Unternehmens nicht aufgenommen. Doch das ändert sich mit der Zeit und Marie macht eine tolle Entwicklung durch. Sie ist auch nicht anstrengend, ihr Charakter ist sehr gut dargestellt, sie verhält sich nicht nervig, sondern eben einfach etwas fehlgeleitet und ziellos.

Der Krankheitsverlauf der Schwester Christine spielt eine große Rolle im Buch, auch mit ihr fiebert man mit und drückt die Daumen, als wäre sie ebenfalls eine Hauptperson.

Loveinterest Daniel wird erst im Laufe der Geschichte mit Marie warm, aber es ist schön zu verfolgen, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und voneinander lernen, miteinander warm werden und schließlich zueinander finden.

Die Handlung ist auf den ersten Blick natürlich nichts neues und alles wirkt vorhersehbar - aber mit so einer ausführlichen, realistischen, emotionalen Geschichte kann man eh nicht rechnen, sondern nur davon träumen!

Charakterentwicklung, Verantwortung, Familie, Liebe, Angst, Verlust, Vergangenheit, Krankheit, alles wurde in dieser Geschichte perfekt umgesetzt! Das Buch ist dabei nicht dramatisch geworden und hat einen leichten Humor behalten. Die Emotionalität hat sich so gesteigert, dass man das Buch auf den letzten 200 Seiten einfach nicht mehr weglegen kann... ich war so sehr mitgerissen!

Die Spielorte mit ihren verschiedenen Charakteren - Maries Freunde im Schanzenviertel, die Kollegen in der Firma, Christines Haus und die Kinder - bleiben alle nicht blass.

Der Taxifahrer Knut kommt vor und stellt Parallelen zu den anderen Büchern der Autorin her (die ich unbedingt noch alle lesen muss!!).

Außerdem lernt man ein paar Fachbegriffe, denn auch das Segelbootgeschäft wird nicht links liegen gelassen und nicht einfach nur so in die Geschichte eingepflanzt.

 

Eine Geschichte zum mitfühlen, zum schmunzeln, mit Höhen und Tiefen und mit Charakteren die einem ans Herz wachsen!