Rezension: Und du kommst auch drin vor

Titel: Und du kommst auch drin vor

Autor: Alina Bronsky

Verlag: dtv

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Klappentext:

Seit der ersten Klasse sind sie beste Freundinnen: Kim, 15, eher unauffällig, und Petrowna, klug, exzentrisch und daran gewöhnt, immer und überall den Ton anzugeben. Alles wird anders, als die beiden mit ihrer Klasse zu einer Schullesung gehen: Während die anderen tuscheln, sich die Haare kämmen oder aus dem Fenster schauen, wird Kim hellhörig, denn was die Autorin da vor sich hin nuschelt, handelt von ihr. Okay, es kommen andere Namen vor und ein paar unwichtige Details stimmen nicht, aber der Rest ist sie! Doch die Geschichte geht nicht gut aus, vor allem nicht für Jasper, Kims Klassenkameraden, der, wenn das Buch die Wahrheit sagt, am Ende an einem Wespenstich stirbt. Um das zu verhindern, bleibt Kim nichts anderes übrig, als ihr Leben völlig auf den Kopf zu stellen. Auf einmal macht sie alle möglichen Dinge zum ersten Mal, wie zum Beispiel Jasper zu küssen. Das aber passt Petrowna ganz und gar nicht ins Konzept ...


Meine Meinung:

Der Einband dieses Buchs ist extrem cool gestaltet, das Cover spiegelt nämlich wie Alufolie. Dass die rote Schrift auf dem Spiegel eher aussieht wie in einem Horrorfilm und dass diese Tetris-Pixel auch nicht wirklich zum Inhalt des Buches passen kann ich nur so erklären: Diese auffällige, unpassende Zusammenstellung passt genau aus diesem Grund zum Inhalt: Auch das Buch ist etwas schräg, absurd, abstrakt.

Hauptperson Kim, eine 14 Jahre alte Schülerin aus Berlin, stellt fest, dass eine seltsame Autorin einfach Kims Leben in ihrem neuen Buch beschreibt!

Das passt Kim natürlich gar nicht. Was ist an ihrem Leben schon besonders? Geschiedene Eltern und eine Mutter, die mit der Trennung nicht klarkommt... In Kims Leben wurde nicht verschönt, das Mädchen ist eine durchschnittliche Jugendliche und bedient sich der Jugendsprache. Sie hat noch nie wirklich ein Buch gelesen und muss sich deswegen zeimlich durch "ihre" Geschichte hindurchquälen. Ihre beste Freundin ist immer mit dabei, zusammen sind sie ein seltsames aber doch verlässliches und witziges Team.

Ich muss immer noch schmunzeln, wenn ich mich daran erinnere, wie die beiden versucht haben, die arme Autorin zur Rede zu stellen... *lach*

Alina Bronsky hat es sehr schön geschafft, das gesamte Buch authentisch wirken zu lassen - der Schreibstil passt wie gesagt perfekt, ist aber doch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Dazu dann die Kürze von 190 Seiten - das Buch soll wohl eine Zielgruppe ansprechen, die ungerne liest.

Wenn man einmal mit der Geschichte angefangen hat, möchte man sie auch so schnell nicht beenden, denn Bronsky hat die Parallelen zwischen "beiden" Büchern so geschickt verflochten, dass man unbedingt wissen möchte, wie die "richtige" Geschichte ausgeht.

Hauptperson Kim wird auf diesen 190 Seiten um einiges schlauer, sie liest ihr erstes Buch, lernt einen Jungen kennen, trifft ihren Vater wieder öfter, lernt, eine förmliche E-Mail zu schreiben... vielleicht sind das kleine Schritte für einen anspruchsvollen Leser, aber ich finde diese kleinen Schritte sehr schön dargsetellt und unterhaltsam.

 

Eine skurrile Story, die höchst wahrscheinlich nichts für jeden ist, den Neugierigen aber bestimmt gefallen wird.

 

Vielen Dank an den dtv-Verlag für das Rezensionsexemplar.