Rezension: Ein Kuss aus Sternenstaub

Titel: Ein Kuss aus Sternenstaub

Autor: Jessica Khoury

Verlag: cbj

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

Klappentext:

SIE ist die mächtigste aller Dschinnys. ER ist ein gewitzter Dieb. Gemeinsam sind sie unschlagbar. Doch zunächst sind sie ein Dreamteam wider Willen, denn ER möchte alles aus seinen drei Wünschen rausholen, SIE schnellstmöglich ihre Freiheit zurückgewinnen. Aber nach und nach erkennen die beiden, dass alles Glück dieser Welt bereits an ihrer Seite ist. Doch wenn eine Dschinny und ein Mensch sich verlieben, erwartet sie beide der Tod. Also müssen die beiden, um ihr Glück UND die Freiheit zu gewinnen, alle Regeln brechen.


Meine Meinung:

Ich wusste, dass dies eine Nacherzählung von "Aladdin" ist, jedoch war ich doch etwas enttäuscht, dass sich die Autorin dabei nicht mehr Mühe gegeben hat und sogar den Namen übernhemen musste.

Es wird versucht, bildgewaltig zu erzählen, sich alten Formulierungen und zur Zeit passenden Ausdrücken zu bedienen, um eine zum Setting passende Atmosphäre zu erschaffen.

Leider bin ich (vor allem während der Dialoge) sehr oft über moderne Formulierubgen gestolpert, die mich im Lesefluss irritiert haben ("Ich weiß, das klingt verrückt" "Verdammt, das ist so peinlich!").

Wenn man jedoch darüber hinwegsehen kann, wird einen diese Geschichte wie ein fliegender Teppich mitreißen und ins Morgenland entführen ;)

Die Geschichte wird in einem schnellen Tempo erzählt, das keinen Platz für Wirrungen lässt.

Die zwei Protagonisten sind okay, Aladdin ist eben ein Abziehbild des süßen Kerls aus dem Disneyfilm und die Dschinn ist ... einfach manifestierte warme Luft mit ca. sechzehn Jahre altem Gedankengut.

Die Nebencharaktere bleiben blass, Aladdins Vergangenheit wird von ihm im erst besten Moment selbst erzählt.

Die Identität des Phönix (Anführer der Rebellenbewegung) wird für meinen Geschmack auch viel zu schnell aufgedeckt. Außerdem stört mich der Begriff "Phönix" in diesem Buch, da er aus der griechischen Mythologie stammt und nichts mit den Wundern des Morgenlands zu tun hat. Klar gibt es so ähnliche Wesen auch in anderen Mythologien, aber ich habe das Gefühl, dass die Auotorin keine gute Recherche betrieben hat.

Die Geschichte wird übrigens ab und zu von Kapitel unterbrochen, die zeigen, was vor 500 Jahren, bei der letzten Erweckung der Dschinny, geschehen ist.

Sonst würde die Hauptstory auch viel zu schnell ablaufen - man könnte das Buch in einem Zug durchlesen, wenn es einen begeistert (was bei mir nicht der Fall war).

Die Geschichte nimmt ihren Lauf, orientiert sich ziemlich schwach an "Aladdin", versucht noch eine eigene Revolution und Rangornung im Palast mit reinzubringen... aber die Rebellen an sich waren einfach nicht deutlich genug dargestellt und hatten einfach nicht den notwendigen Platz in der Geschichte.

Der fliegende Teppich fehlt.

Es gibt eine Liebesgeschichte, die mich aber auch nicht überzeugen konnte.

 

Ich war offensichtlich ziemlich enttäuscht.

Für nicht ganz so anspruchsvolle (jugendliche) Leser ist es bestimmt ganz unterhaltend, deswegen gibt es 3/5 Punkte.

 

Vielen Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar :)