Rezension: Madness - das Land der tickenden Herzen

Titel: Madness - das Land der tickenden Herzen

Autor: Maja Köllinger

Verlag: Drachenmond Verlag

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten

Klappentext:

„Ich hätte wissen müssen, dass es keine gute Idee war, dem Kaninchen quer durch London zu folgen.

Doch wer hätte denn ahnen können, dass dieses seltsame flauschig weiße Ding mit der Taschenuhr mich hierher bringen würde? Ich meine, wo bin ich hier überhaupt?

Die Bäume bestehen aus Kupfer und ihre Blätter wiegen schwer wie Blei. Überall schwirren Käfer mit Flügeln aus Glas umher und am Firmament drehen sich gigantische Zahnräder, als würden sie allein diese Welt in Bewegung halten. Und dann … ist da noch Elric. Ein Junge, aus dem ich einfach nicht schlau werde und der so herz- und emotionslos scheint. Doch ich bin entschlossen, sein Geheimnis zu lüften, um zu erfahren, was der Grund für seine Gefühlskälte ist.

 

Oh, und falls ich es noch nicht erwähnt habe: Ich bin übrigens Alice. Und wie es scheint, bin ich im Wunderland gelandet… kennst du vielleicht den Weg hinaus?“

 

Meine Meinung: 

 

Die Bücher des Drachenmond-Verlags sind ja immer unglaublich schön anzusehen.

Doch gerade dann stellt sich die Frage: Kann der Inhalt mit dem Äußeren mithalten?
Auch bei diesem Erstlingswerk bin ich mit keinen zu hohen Erwartungen dran gegangen - und so konnte mich die Geschichte wirklich positiv überraschen!

Der Schreibstil ist einfach wunderschön. Alles wird detailliert beschrieben, die Artikulation ist aber nicht zu ausschweifend oder überfordernd, sondern präzise und eben einfach angenehm. Mal was anderes verglichen mit dem typisch lockeren Texten aus anderen Büchern.

Alice erzählt die Handlung aus ihrer Sicht, stellt aber niemals Parallelen zu der Geschichte von Lewis Carroll her. Sie denkt mit und gewährt dem Leser einen Einblick in ihre Empfindungen und Fragen. Dabei bleibt die Protagonistin eher objektiv, was mich persönlich nicht gestört hat, da es zum Schreibstil passt.

Alice wundert sich eben mehr, als viel zu durchdenken und ihren vorgegebenen Pfad zu verlassen - so ist es ja auch im Original.

Allgemein muss ich sagen, dass mich das Buch sehr an das Original erinnert (zumindest die erste Hälfte - und eben nur in den groben, beabsichtigten Zügen), was mir beim Lesen sehr gefallen hat - als würde die "echte" Alice ihr Abenteuer mal etwas anders erleben.

Etwas anders - das ist in diesem Fall  ein steampunkiges Wunderland.

Die Beschreibungen der Umgebung sind so gut gelungen, dass ich den Kupferwald immer noch vor Augen habe.

Die Bewohner des Wunderlands sind ebenso interessant dargestellt... allen voran natürlich der Hutmacher.

Die Liebesgeschichte hat mir gefallen, hätte sich aber vielleicht zu Beginn noch schöner entfalten können. (Ich habe aber auch sehr hohe Ansprüche an Liebesgeschichten).

Zum Ende hin hätte ich mich auch über längere Gespräche und mehr Spannung gefreut, aber daran wie sich die Geschichte entwickelt, kann ich nichts bemängeln. Am Ende war ich aber doch traurig, dass es schon vorbei war. Gegen einen weiteren Besuch im Wunderland hätte ich nichts auszusetzen :)

 

Fazit: Hat meine Erwartungen voll erfüllt!