Rezension: Sophie auf den Dächern

Titel: Sophie auf den Dächern
Autor: Katherine Rundell

Verlag: Carlsen

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Klappentext:

Seit einem Schiffsunglück im englischen Kanal ist Sophie Waise. Davon sind zumindest alle anderen überzeugt. Aber Sophie ist sich sicher, dass ihre Mutter noch lebt und folgt der einzigen Spur, die sie von ihr hat – nach Paris. Dort lernt sie Matteo kennen und eine Handvoll Kinder, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf den Dächern von Paris leben. Eine aufregende Suche beginnt und ein unvergessliches Abenteuer nimmt seinen Lauf. Doch wird Sophie ihre Mutter auf den Dächern von Paris wirklich finden?


Meine Meinung: 

Eine herzerwärmende Geschichte, die einen häufig schmunzeln lässt.

Die Charaktere und wie sie miteinander umgehen, sind einfach großartig und besonders.

Ich finde es sehr schade, dass Sophies Vormund nicht einmal im Klappentext erwähnt wird, denn dieser Herr ist wirklich großartig.

Charles, ein exzentrischer Mann, fischt zu Beginn der Geschichte ein kleines Baby in einem Cellokasten aus dem Wasser und beschließt spontan, für das Kind zu sorgen.

Die Jahre vergehen und das ungleiche Paar ist den Behörden ein Dorn im Auge (das ganze spielt schätzungsweise im 19. Jh), doch Charles und Sophie entwickeln sich zu zwei liebenswerten, eigenartigen Personen mit besonderer Vater- Tochter- Beziehung.

Charles ist nämlich einer dieser großartigen Erwachsenen, die Kinder trotz ihrer Eigenarten für klug und intelligent halten und nie auf die Idee kommen würden, dafür zu sorgen, dass diese sich der Gesellschaft anpassen. 

Somit hat Charles schon mal mein Herz gewonnen.

Auch Sophie tut nichts, wodurch man sie weniger mögen könnte - sie ist ein aufgewecktes Kind, das durch Charles wohl nicht die allerbeste Erziehung genießt, und doch zu einer großartigen Person heranwächst. 

Sophie will keine Röcke tragen, auf Dächer klettern und vor allem eins: Die Hoffnung nicht aufgeben, dass ihre Mutter noch lebt.

In Paris trifft Sophie auf einen Gleichaltrigen Jungen, welcher auf den Dächern der Stadt lebt und ihr ein anderes Leben zeigt als das behütete, dass sie bis dahin in Charles Haus geführt hat.

Der Kontrast zwischen der Zeit bei Charles, die mich öfter mal zum Schmunzeln gebracht hat und die Zeit auf den Dächern, die mich vor allem hungrig gemacht hat (jetzt nicht unbedingt auf gegrillte Taube, aber die haben ja wirklich oft gegessen...) hat mir sehr gut gefallen. Auch, dass dieses Buch ohne eine Liebesgeschichte auskommt und dennoch so viel Liebe in sich hat - die Liebe zwischen Charles und seinem Mündel, die hoffnungsvolle Liebe von Sophie zu ihrer Mutter - finde ich sehr besonders. 

Ich hätte gerne noch mehr davon gehabt; muss das Buch also wohl noch sehr oft lesen.

Klare Empfehlung für junge und alte Leser, die eine berührende Geschichten ohne zu viel Tragik lesen möchten.