Rezension: Die uralte Metropole

Titel: Lycidas - die uralte Metropole

Autor: Christoph Marzi

Verlag: Heyne

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. 

Klappentext:

Als die kleine Emily eines Nachts Besuch von einer sprechenden Ratte erhält, weiß sie, dass nichts in ihrem Leben so bleiben wird, wie es einmal war. Nicht, dass sie ein gutes Leben in dem kleinen Waisenhaus in einem Armenviertel Londons führen würde. Doch dass sie auf der Suche nach dem Geheimnis ihrer Herkunft eine phantastische Stadt unter den Straßen Londons entdecken würde und schon bald von den seltsamsten Wesen verfolgt wird – das hätte sich Emily selbst in ihren kühnsten Träumen nicht ausgedacht.


Meine Meinung: 

Das einäugige Waisenkind Emily lebt kein schönes Leben.. bis eines Tages eine Ratte zu ihr spricht und ihr aufträgt, den Neuzugang, das kleine Baby Mara, im Waisenhaus zu beschützen. Emily zweifelt an ihrer psychischen Verfassung, bis eines Nachts ein Werwolf die kleine Mara entführt.

Daraufhin flieht Emily aus dem Waisenhaus und wird bald von Master Wittgenstein gefunden, dem Erzähler der Geschichte.

Wittgebstein mag die Gesellschaft von Kindern eigentlich nicht, aber mit Emily hat er Mitleid.

Von ihm erfährt sie Geheimnisse über sich und er beautragt sie auch, den vielen Fällen verschwundener Kinder in London nachzugehen.

Das Buch ist definitiv nichts für Leser mit Rattenphobie, denn diese kleinen Nager kommen ziemlich häufig und auch manchmal in purer Masse in der Geschichte vor. Auch London mit seinen schönen und finsteren Ecken und den unzähligen U-Bahn-Stationen sollte der Leser bereits lieben, denn Marzi erwähnt diverse Straßennahmen, Stationsnamen etc. etc. in voller Fülle, während sich die Protagonisten sich durch London bewegen.

Ich muss sagen, dass ich schon sehr aufmerksam lese, bei dieser Geschichte dann aber doch verwirrt war, als Sätze wie "nun fügten sich die Puzzleteile zusammen" fielen, da mir in diesem Moment nich gar keine Erkenntnis kam.

Daraus schließe ich jetzt mal frei, dass man gar nicht aufmerksam lesen braucht, denn die Folgerungen der Charaktere kann man als Leser nicht selbst herbeiführen oder anhand aller gelesener Fakten nachvollziehen. Der Leser wird quasi nicht einbezogen, alles wird ihm vorgelegt, aber er kann damit nichts anfangen. Das finde ich sehr schade, denn da der Handlung durch die Länge ziemlich an Spannung fehlt, hätte man dies mit lösbaren Rätseln zum mitfiebern aufwerten können.

Dem Leser werden einige Legenden und Mythen (über gefallene Engel) auf vielen Seiten erklärt und entschlüsselt, aber leider konnte mich wirklich keines dieser (möglicherweise doch interessanten) Details fesseln.

Spannende Stellen und Show-Downs bekommen nicht genug Aufmerksamkeit und verschwinden fast beiläufig im Rest des Geschehens.

Der Gegner, der Bösewicht, hat kaum Auftritte und bleibt total blass und nicht greifbar ... ziemlich enttäuschend. 

Das Buch ist in zwei Teile geteilt, wobei der erste Teil nur halb so lang ist wie der Zweite, was angesichts der Länge des gesamten Buches schon sehr viel Durchhaltevermögen erfordert.

Das Buch hat wirklich viele Längen, was ich als sehr anstrengend empfand.

Die Charaktere sind interessant, zum Einen gibt es da Emily, verstört von ihrer Zeit im Waisenhaus, beeinträchtigt durch ihr fehlendes Auge, beunruhigt von ihrem Schicksal und ihrer Herkunft. Ihre Freundin Aurora Fitzrovia verlässt gemeinsam mit ihr das Waisenhaus und steht ihr zur Seite. Beide Mädchen sind unzertrennlich.

Der Erzähler Master Wittgenstein ist ein Alchemist und ein eher griesgrämiger, wortkarger Mensch. Er teilt seine Geheimnisse und sein Wissen nicht sehr großzügig und verwendet sehr, sehr oft Sätze wie "Dieses Kind!" und "Fragen Sie nicht!", die mir mittlerweile zum Hals raus hängen ... aber auch teilweise ganz amüsant sein können.

Die Erzählperspektive allgemein ist seltsam. Zwar wird eigentlich alles aus der Ich-Perspektive von Wittgenstein erzählt, nur erfährt man eben kaum etwas über das "ich", sondern mehr über die anderen. Er weiß quasi Sachen über Aurora, obwohl er da gar nicht bei ihr ist. Das hat mich sehr verwirrt.

Auch einige Zeitsprünge, die wirklich seltsam nachzuvollziehen sind, haben zur Verwirrung beigetragen. 

 

Fazit: Die Geschichte konnte mich nicht ganz überzeugen, obwohl ich andere Bücher des Autoren sehr mag und auch bei diesem Buch die Idee dahinter und die Mischung aus Neverwhere von Neil Gaiman, goldener Kompass von Philip Pullman und Merle von Kai Meyer toll finde.


Titel: Lilith- die uralte Metropole

Autor: Christoph Marzi

Verlag: Heyne

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

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Klappentext:

Grausige Dinge geschehen in London. Vier Jahre nach den Ereignissen, die Emily Laing und Aurora Fitzrovia die uralte Metropole haben entdecken lassen, bewahrheiten sich die Worte des Lichtlords: Alles wird irgendwann wieder leben. Erneut steigen die Waisenmädchen – in Begleitung des mürrischen Alchemisten Wittgenstein und des Elfen Maurice Micklewhite – in die Welt unterhalb Londons hinab, die besiedelt ist von Wiedergängern, ägyptischen Gottheiten, gefallenen Engeln, goldenen Vögeln und sprechenden Ratten. Tief hinab in den Schlund der Hölle führt sie der Weg, wo inmitten des Wüstensands die Asche einer Frau gefunden werden muss, die man einst Lilith nannte ...


Meine Meinung: 

Da ich die Rezension zum ersten Teil so ausführlich gehalten habe, werde ich mich hier nur kurz fassen, da es nur wenige Unterschiede zum ersten Teil gibt. 

Jedoch muss ich vorher mal diese tollen Cover loben! Ich finde die Cover- und auch Buchrücken-gestaltung richtig gelungen, die Bücher sehen zusammen toll im Regal aus und auch der Karton ist am Rücken hart genug, sodass ein 800-Seiten-Buch beim Lesen nicht bricht. Zwar hat Emily keine schwarzen, sondern rote Haare, aber das nennt man wohl künstlerische Freiheit ;)

Außerdem ist vorne in jeden Buch eine Karte der uralten Metropole zu sehen, mit den wichtigsten (teilweise übernatürlichen) Orten! 

So, aber worum geht's?

Vier Jahre nach den Ereignissen aus dem ersten Buch ist Emily nun 16 Jahre alt.

Die Hauptpersonen haben keine bemerkbare Entwicklung durchgemacht und es fühlt sich an, als wäre alles gestern gewesen. 

Wieder gibt es Zeitsprünge, die den Leser verwirren und dazu die seltsame allwissende Perspektive aus Wittgensteins Sicht. 

Diesmal dreht sich die Handlung um einen Neuen "Bösewicht", der aber wieder kaum präsent ist.

Dazu werden auch wieder Mythen erzählt, diesmal geht es um die Ägyptischen Götter. 

Ca. 100 Seiten werden aus einer neuen Sicht geschildert, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre.

In der zweiten Hälfte der Geschichte geht es mach Paris, was einen interessanten Tapetenwechsel hätte ergeben können, aber leider dem Bekannten sehr ähnlich war. 

Im zweiten Teil kam es mir so vor, als gäbe es mehr Spannung und Action als im ersten Teil und etwas weniger Längen.

Sonst werden dieselben Bausteine wie im ersten Teil genutzt, was dazu führt, das kaum etwas Neues und Überraschendes dabei herauskommt.

 

Fazit: Ich bin immer noch nicht begeistert. 

Titel: Lumen - die uralte Metropole

Autor: Christoph Marzi

Verlag: Heyne

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

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Klappentext:

Mysteriöse Gestalten huschen durch die Winternacht, Menschen verschwinden vom Angesicht der Erde und fremde Nebel suchen die Stadt der Schornsteine heim. Erneut muss das Waisenmädchen Emily, begleitet von ihrem Mentor, dem mürrischen Alchemisten Wittgenstein, in die geheimnisvolle Welt unterhalb Londons hinabsteigen und der Spur eines dunklen Rätsels folgen. Alle Zeichen deuten nach Prag, der düsteren Stadt mit dem Tor zur Hölle ... Doch bevor Emily ihre Geschichte beenden kann, trifft der gefallene Engel Lycidas eine schicksalhafte Entscheidung, glaubt Emilys Freundin Aurora, Tote zu sehen, und muss Emily selbst einen gefährlichen Weg gehen, um die zu retten, die sie liebt ...

 

Meine Meinung: 

Dieser Teil beginnt schon mal viel besser und persönlicher als die anderen Teile.

Die ganze Geschichte baut sich etwas schöner auf, Emily ist jetzt 18 aber noch lange nicht erwachsen.

Ihr Freund verlässt die Stadt und sie ist wütend, weil sie immer noch die selben Verlustängst hat wie vor Jahren - allein schon, dass Emily Laing tatsächlich mal mehrere Seiten über ihre Gefühle nachdenkt, ist ja eine richtige Sensation!

Dann schlägt das Schicksal erneut zu und sie und Wittgenstein stehen einem neuen Feind gegenüber (der mir richtig gut gefällt!): lebendiger Nebel, der Menschen ermordet!

Leider bleibt der Nebel nicht der einzige Feind und dann wird alles wieder sehr langgezogen und etwas verwirrend, aber alles in allem war ich doch etwas mehr mitgerissen als bei den anderen Büchern.

Emily als Hauptperson konnte ich endlich ein bisschen besser begreifen, auch wenn sie mir persönlich leider immer noch weder sympathisch oder unsympathisch ist, was nie ein gutes Zeichen ist. 

Doof finde ich, dass sie einfach so jetzt plötzlich sehr begabt Gaige spielen kann, ohne dafür je üben zu müssen - warum gibt man ihr nicht mal ein Hobby, an dem sie arbeitenn kann, wie Gaige üben... warum muss sie es auf Anhieb beherrschen können...? Allgemein erfährt man über ihre Trickster-Gabe ja nur in Notfällen etwas, ob sie bei Wittgenstein Unterricht erhält oder dergleichen, wird ja nie beschrieben. Da wäre Musikunterricht doch mal ganz schön gewesen... aber egal.

Emily ist mir immer noch nicht tief genug, aber weniger blasser als zuvor. 

 

Der Leser besucht in diesem Buch die schöne Stadt Prag, und vor allem die Stadt unter der Stadt.

Der Leser muss außerdem wieder alte sowie neue Charaktere begrüßen und sich natürlich auch oft plötzlich von ihnen verabschieden.... (Oh, dies ist ein Spoiler. Als eventuell nicht weiterlesen. Mir geht dieses "Wichtige Person scheint zu sterben!" - "Szenenwechsel!"- "Oh, wichtige Person ist ja doch gar nicht gestorben eben, obwohl der Leser das glauben sollte!" soooo sehr auf die Nerven!!!! Einmal kann man das machen in einer Trilogie. Zweimal vielleicht auch. Dann wärs schon kacke. ABER MARZI MACHT DAS VIEL ZU OFT! Ihr seht, wie genervt ich davon bin.)

Im Buch trifft der Leser außerdem auf Sphinxe, Golems, Engel, Lilith, Luzifer... was das Fantasyherz halt so begehrt. Viele abgewandelte Sagen werden erzählt, über viel zu viele Seiten ausgeweitet. Aber gut.

Es war besser als Teil 1 und Teil 2!

Ich denke, der Schreibstil hat sich vor allem gebessert, in diesem buch wirkt er zwar immer noch sehr gewöhnungsbedürftig, dafür aber eben mit den von mir sehr geliebten poetischen Ansätzen und tollen Formulierungen. 

 

Fazit: Vielleicht gefällt mir das alles besser, wenn ich es ein zweites Mal lese. 

 


Mit der uralten Metropole geht es weiter!
Klicke die Bilder an, um zu Teil 4 & 5 zu gelangen! :)