Rezension: Somnia (Die uralte Metropole 4)

Hier gelangst du zu den ersten drei Teilen der "uralte Metropole"-Reihe. Man kann Somnia meiner Meinung nach  jedoch auch unabhängig davon lesen. 


Titel: Somnia

Autor: Christoph Marzi

Verlag: Piper

Meine Bewertung: 4 von5 Punkten

 

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Inhalt:

New York: die Stadt, die niemals schläft. Gotham: die uralte Metropole an den Gestaden der neuen Welt. Schneesturmgeborene Wölfe streifen durch Manhattan, Kinder verschwinden vom Antlitz der Stadt, Träume werden zu tödlichen Fallen, Eis befällt klirrend die Flüsse. Scarlet Hawthorne, die orientierungslos und ohne Gedächtnis in einem Park erwacht, wird durch die Nacht gejagt und findet Zuflucht bei Anthea Atwood, einer liebenswürdigen alten Dame, die sie hinab in die Tunnel jenseits der U-Bahn führt. Dort stößt Scarlet auf das Geheimnis, das hinter ihrer eigenen Herkunft steckt, und sie muss erkennen, dass es keine Zufälle gibt, nicht in ihrem Leben und auch nicht im Schicksal der ewig schlaflosen Stadt ...

 

Meine Meinung: 

Man merkt, wie sich der poetische Schreibstil des Autors weiterentwickelt hat, denn jetzt gefällt er mir noch viel, viel besser als in Lycidas!

Entgegen erster Annahme ist Wittgenstein diesmal nicht der pseudo-allwissende Erzähler sondern Anthea Atwood. Die ist aber ebenso blass und mitteilungsfaul wie Wittgenstein.

Sie trifft in New York, bzw. Manhattan (in diesem Buch andauernd und nur "Mana hata" genannt), auf eine junge Frau, die ihre Erinnerungen verloren hat.

Scarlet Hawthorne wird den Lesern, die die Vorgänger kennen, eine große Überraschungen offenbaren, mit der ich ja niemals im Leben gerechnet hätte :))

Verfolgt von grausamen Wendigos streifen Scarlet und Anthea also durch Mana Hata und sind auf der Suche nach Antworten, auf der Suche nach Spinnen, auf der Suche nach Freunden und Feinden und am Ende, endlich! Auf der Suche nach einem Ende dieser ganzen Handlung, die (zu meiner größten Freude) natürlich nicht mit dem dritten Teil "Lumen" abgeschlossen hat.

Aber trotzdem könnte man dieses Buch einzeln lesen, das hat Marzi ziemlich toll hinbekommen. Für den bekannten Leser gibt es dann eben ein paar Deja-vus. 

Zu den beiden Frauen gesellt sich übrigens noch James Sawyer, der aber nur die Männerquote erfüllt und außer seinem Motorrad und seinem Aussehen echt nicht viel beisteuern kann.

Auch in diesem Teil macht der Autor wieder über viele Seiten hinweg interessante historische Ausflüge.

Diesmal beziehen sich die geschichtlichen Schwenker, zB auf die Hexenverfolgung in Salem, das Leben einer Immigrantin in New York Anfang der 1900er... etc..(kann hier ja leider nicht spoilern)

Vielleicht, weil das alles für mich persönlich keine neuen Infos sind, finde ich diese (zum Zwecke der Geschichte leicht abgeänderten) seitenlangen Geschichtsstunden sehr mühsam. Das sehen andere Leser aber wohl anders, deswegen mögen es manche vielleicht sogar toll finden. (Wenn diese Person denn herausfindet, dass sich da wahre Fakten drunter befinden.)

 Emily Laing hat einen Gastauftritt, sie hat sich aber verändert und ist etwas verbittert und streng geworden. Da ich sie vorher sowieso nicht richtig greifen konnte, würde ich ihre Entwicklung nicht als unverständlich bezeichnen.

Die Geschichte rund um Scarlet hat mir allgemein ganz gut gefallen, natürlich gibt es auch hier wieder das Problem mit Marzi Spannungskurven und den vielen kleinen Höhepunkten, die dafür sorgen, dass das Ende eher seicht erscheint.

 

Aber ich fand alles in allem eigentlich ganz gut und bin vor allem froh, dass jetzt die meisten Fäden verknüpft wurden! :)

 

Danke an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar! :)