Rezension: Zeitrausch

Titel: Zeitrausch - Spiel der Vergangenheit

Autor: Kim Kestner

Verlag: Arena

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

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Klappentext:

Nimmst du diese Realität an, Alison Hill?

Es ist der Schock ihres Lebens, als Alison eines Morgens feststellen muss, dass ihr kleiner Bruder verschwunden ist. Mehr noch: Anscheinend hat es ihn nie gegeben! Zumindest nicht in dieser Realität. Alison hält die Fäden ihres eigenen Lebens nicht mehr in der Hand. Man hat sie zu einer Kandidatin der Show „Top The Realities" gemacht. An der Seite des unverschämt gutaussehenden, aber abweisenden Kay ist sie gezwungen, ihre Vergangenheit zu korrigieren, damit ihre eigene Realität wieder hergestellt wird. Und als wäre das nicht genug, entdeckt Alison während ihrer Reise durch die Jahrhunderte, dass Kay sie weit besser kennt, als es möglich sein sollte.

 

Meine Meinung: 

Ich bin ein großer Fan von Zeitreise-(Jugend-)Büchern!

Die Zeitrausch-Trilogie erschien zuerst als ebook, ist nun aber auch endlich als broschierte Ausgabe erhältlich. Zwar verstehe ich nicht ganz, weshalb man die Cover ändern musste (bei dieser neuen Version gefällt mir nur der glänzende Schriftzug, der Rest ist einfach zu ausdrucksschwach), aber es geht ja vor allem um den Inhalt!

Der Erzählstil der Autorin gefällt mir sehr gut, ich wurde mitgerissen und durch einige spannende Stellen geflogen. 

Man kann auch mit der Hauptperson mitfühlen, ist aber gerade am Anfang ebenso verwirrt wie Alison.

Ein paar Parallelen zu "Panem" (von Suzanne Collins) sind sehr deutlich, aber das hat mich nicht sooo sehr gestört.

Dann kommt Kay in die Geschichte und bringt Kontraste rein: er ist agressiv, schon länger mit dabei in diesem mysteriösen Spiel und scheint vor allem Alison schon zu kennen - woher und vor allem seit wann?

Solche Fragen halten das Buch die ganze Zeit über spannend!

Zeitreisen bieten eben viele Möglichkeiten - vor allem, wenn die Hauptperson selbst noch nicht verstanden hat, was eigentlich passiert und die anderen die Fäden in der Hand haben... obwohl Alisons Aufgabe ja deutliche darin besteht, ihren Bruder wieder in ihre Realität zu holen.

Dabei beschäftigt sie jedoch viel mehr, wie oft sie an Kay denken muss und dass er ihr so bekannt vorkommt und dass er dies und das und aaaach Jugendbuch halt...

Warum jedes Mädchen immer gleich jedem dahergelaufenen Typen vertrauen muss, den sie überhaupt nicht kennt, verstehe ich einfach nicht. In diesem Fall finde ich es besonders unlogisch, denn das erste was sie über Kay erfährt, ist, dass er jemanden umgebracht hat! Oh, wie überaus attraktiv ihn das macht! *Augenroll*

(Aber Kay ist schon ein guter Charakter, er bleibt nicht blass oder Klischee... ich konnte mich nur einfach nicht so schnell auf einen verdammt abgebrühten, wortkargen Mörder einlassen, wie die liebe Alison)

Außerdem macht Alison manchmal dumme, ungebildete Bemerkungen, die man aber auch ignorieren kann...  (Himmelsrichtungen kennt sie nicht!? Wie die Sonne sich über den Himmel bewegt weiß sie nicht?! Gut, sie ist Amerikanerin, aber wow...)

Von Alisons Gedächtnislücken mal abgesehen, fand ich sie ganz sympathisch und cool. Es ist ja nicht so, als würde sie Kay sofort um den Hals fallen, deswegen hat mir diese kleine Lovestory auch eigentlich gut gefallen.

In dem Buch passt eben alles zusammen, auch wenn es halt Panem-Parallelen und gewisse Bildungslücken gibt, über die man aber hinwegsehen kann. 

Das Ende der Geschichte war mir etwas zu gehetzt, ich hab das mit einem lauten "Waas ohne Scheiß jetzt?!-Gedanken gelesen und bin jetzt gespannt auf den zweiten Teil, denn das kanns doch nicht gewesen sein? Ich will mehr?!

Einen Minuspunkt gibt es dafür, dass die Zukunft nicht gut erklärt wurde...also das Spiel selbst. Warum werden genau diese Kandidaten ausgewählt? Da wäre bestimmt noch genug Material für mehr und es gibt ja auch schon ein paar interessante Infos, ich bin gespannt, ob die noch vertieft werden!