Rezension: Play on - dunkles Spiel

Titel: Play on - dunkles Spiel

Autor: Samantha Young

Verlag: Ullstein Buchverlage

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten

 

 

 

Werbung fürs Lesen. 

Klappentext:

(Wer nicht gespoilert werden möchte, sollte den Klappentext lieber nicht lesen!)

Die junge Amerikanerin Nora O'Brian kam der Liebe wegen nach Edinburgh –  und um ihren großen Traum zu verfolgen. Drei Jahre später ist ihr nichts davon geblieben, außer Schuldgefühlen und großer Trauer. Bis der erfolgreiche Musikproduzent Aidan Lennox in ihr Leben tritt: gutaussehend, gebildet und sexy as hell. Beide haben schwere Verluste hinter sich und suchen Leichtigkeit, Liebe und Leidenschaft. Aber dann schlägt das Schicksal erneut zu, und Aidan verschwindet einfach. Nora fällt in ein tiefes Loch. Um sich daraus zu befreien, beschließt sie, endlich ihren Traum wahr zu machen: Sie studiert und spielt Theater. Die Gedanken an Aidan verbannt sie in den hintersten Winkel ihres Herzens. Doch dann taucht Aidan wieder auf, und ER scheint wütend auf SIE zu sein... Wie zur Hölle kann das sein?


Meine Meinung: 

Die Autorin schafft es, in einem einzigen Kapitel die Hauptperson umfassend und tiefgründig darzustellen, all ihre Ängste, Träume und Wünsche zu zeigen und dafür zu sorgen, dass der Leser mit ihr fühlt.

Nora hat seit Jahren ein schweres Leben, seit ihr Vater seine Firma aufgeben musste und ihre Mutter sich noch mehr in die Arbeit stürzt und sich so beide von ihrer Tochter abgewendet haben. Nora hat große Träume, sieht aber ein, dass ihr zur Zeit nach der High School erst einmal nur ihr Job im Fast Food Restaurant bleibt. Dort trifft sie auf Jim, einen Schotten auf Roadtrip,  und der sorgt dafür, dass sie ihr gesamtes Leben umkrempelt.

Nora ist einfach eine tolle Protagonistin. Sie hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, aus der sie nicht unbeschadet hervorgekommen ist. Trotz allem ist sie ein guter Mensch, der immer nur das beste für alle will und dabei nicht so wirklich weiß, ob sie das selbst auch verdient hat.

Sie ist sehr erwachsen und macht sich mit 22 Jahren Sorgen darüber, dass ein kleines fremdes Mädchen nicht genug Stabilität zuhause hat. Eine ganz großartige Eigenschaft von ihr finde ich das Mitgefühl - sie hat nie viel Empathie zu spüren bekommen, besitzt dafür aber umso mehr: In ihrer Freizeit geht Nora ins Krankenhaus, um Kindern Geschichten vorzulesen um mit ihnen zusammen in die fremden Welten zu flüchten. 

Leider hat sie auch eine negative Eigenschaft - nur ist dieser der Übersetzung zuzuschreiben: Sie sagt echt häufig "yeah". "Yeah als Antwort, "Yeah" als Frage. "Yeah" überall, auf viel zu vielen Seiten. Das hat echt genervt! Vor allem, weil die anderen Charaktere auch davon angesteckt werden.

Die anderen Charaktere - zum einen Noras Eltern, die sie sehr gezeichnet haben und immer noch beeinflussen. 

Dann gibt es noch Noras Freundinnen - auch wenn sie keine übertriebenen innigen Beziehungen zu anderen Frauen aufbaut, so merkt man doch, wie sie sich im Laufe der Handlung sehr gut mit Jim Schwester anfreundet. 

Ja, ...Jim, die erste wichtige männliche Person in Noras selbstbestimmten Leben. Er spielt eine wichtige Rolle für sie, aber keine wichtige oder sympathische Rolle in der Geschichte an sich. 

Im Laufe der Handlung wird Jim von einer anderen männlichen Person abgelöst - ein Mann, den ich vieeeel sympathischer finde als Jim!

Aidan Lennox. Um ihn in Noras Worten zu beschreiben: ein älterer, weltgewandter, umwerfender und erfolgreicher Mann.

Mit Mitte dreißig ist er schon etwas älter als Nora, aber da sie sich schon so erwachsen fühlt und benimmt, ist das nicht seltsam und kein großes Thema. Aidan weiß, was er möchte, spielt aber keine Spielchen mit ihr und will nur das Beste für sie und alle Beteiligten. 

Kurz: Er ist toll. Und er gibt Nora, der jungen Frau, die schon einiges in ihrem Leben durchstehen musste, das Gefühl, kaum etwas zu wissen - und zum ersten Mal ein echtes Gefühl von Liebe. 

...Und er hängt mit dem kleinen zehnjährigen Mädchen zusammen, das Nora so sehr ans Herz wächst. 

Somit sind die Charaktere und die Situation schon mal perfekt.

Nun zur Handlung - die ich auch perfekt fand.... bis es langsam aufs Ende zuging. 

Das Buch ist in 3 Teile eingeteilt. Die ersten zwei haben mir wirklich sehr gut gefallen, nur umso enttäuschter war ich dann vom dritten Teil. Kommunikationsproblem und einfach lösbares Drama vom feinsten... schade. 

 Auf gewisse Entscheidungen, Taten und Worte hätte ich gerne verzichtet, denn der Rest gefiel mir echt gut. 

 

Fazit: Tolle Charaktere und tolle Story, die leider im letzten Drittel eine doofe Wendung macht.