Rezension: Aura - die Gabe

Titel: Aura - Die Gabe

Autor: Clara Benedict

Verlag: Thienemann

Meine Beratung: 4 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar

Klappentext:
Einen Jungen aus der Ferne anschmachten, das steht für Hannah nicht zur Debatte – bis sie Jan trifft. Noch während Hannah sich darüber ärgert, dass sie sich immer wieder wie eine Idiotin aufführt, signalisiert Jan Interesse. Mit jedem Treffen wachsen Hannahs Gefühle aber auch ihre Unsicherheit. Jan verhält sich widersprüchlich, ist mal liebevoll und zärtlich, dann wieder aggressiv und distanziert. Diese Unbeständigkeit macht Hannah Angst, denn sie hat sich Jan offenbart. Sie hat ihm von ihrer besonderen Gabe erzählt, einer Gabe, die auch eine dunkle Seite hat ... Hat sie dem Falschen vertraut?

 

Meine Meinung: 

Die Farbwahl des Covers und der Klappentext signalisieren zwar, dass es sich um eine kitschig, romantische Liebesgeschichte, handelt, aber ich habe dahinter noch viel mehr erwartet - und wurde nicht enttäuscht!

Zwischen den Seiten steckt etwas ganz anderes, als man eigentlich erwartet.

Das stellt man schon auf den ersten Seiten fest, als eine Freundin von Hauptperson Hannah vorschlägt, einen Geist zu beschwören. Und auch im Laufe der Geschichte spürt man eine unterschwellige Spannung und Gefahr, die schließlich in Verrat und Manipulation gipfelt!

 Aber bevor ich zu viel Verrate, erst mal zu den Charakteren: 
Die siebzehn Jahre alte Hannah trifft sich gerne mit ihren Freundinnen, ist heimlich verliebt in den abweisenden Jan und freut sich auf die Osterferien. Sie geht gerne auf Parties, hat aber Angst, sich vor ihrem Schwarm zu blamieren - was leider häufiger mal passiert. Allgemein traut sie sich noch nicht einmal, ihn anzulächeln - aber er schaut sie ja eh ständig so grimmig an. 

Hannahs Freundinnen sind bloß Randfiguren, nur Lore und Viv werden etwas klarer umrissen. Lore ist auch verliebt und Viv wird als Hannahs beste Freundin natürlich immer über alles sofort informiert und kennt Hannah auch am besten. 

 Doch dann merkt Hannah, dass sie sich selbst eigentlich gar nicht kennt - denn langsam stellt sie fest, dass z.B. die Flasche beim Flaschendrehen nicht durch Zufall immer dorthin zeigt, wo sie es sich wünscht. 

Und als der sonst so kalte, abweisende Jan sie plötzlich nicht mehr ignoriert, sondern nett zu ihr ist und sie kennen lernen will, stellt sie sich die Frage, wie mächtig ihre Gabe wirklich ist - oder ob Jan auch etwas zu verheimlichen hat.

Jan ist trotz Hannahs Verliebtheit nicht dieses Klischee "austauschbarer, mysteriöser-Traumprinz", sondern tatsächlich ein mysteriöser, eher unsympathischer Typ, der den Leser mit seiner Art sehr ins Grübeln bringt. 

Die gesamte Handlung hat mir sehr gut gefallen, denn endlich wird mal realistisch geschildert, wie eine Teenagerin tatsächlich mit plötzlich erlangten magischen Kräften umgehen würde - verwirrt, neugierig und mit einigen unglücklichen Wendungen.

Dabei erscheint Hannah dem Leser keinesfalls naiv, aber auch nicht übertrieben weise und wirft einige moralische Fragen auf.

Wie weit kann und wird jemand gehen, der andere beeinflussen kann?

 

Lest das Buch und findet es selbst heraus, lasst euch bloß nicht vom Cover oder Klappentext abschrecken!