Rezension: Nichts ist gut. Ohne dich.

Titel: Nichts ist gut. Ohne dich.

Autor: Lea Colin

Verlag: dtv

Meine Bewertung: 2 von 5 Punkten

 

 

 

 

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Klappentext:

Sechs Jahre lang haben sich Jana und Leander nicht gesehen. Als Kinder waren sie unzertrennlich – bis zu diesem einen, verhängnisvollen Abend im August, als Janas Bruder Tim bei einem Autounfall ums Leben kam. Leander fuhr den Wagen. Und verschwand danach aus Janas Leben. Kein Wort haben sie seitdem gewechselt, wissen nichts mehr voneinander. Und jetzt steht er plötzlich vor ihr. Mit seinen hellblauen Augen. Und die Anziehungskraft ist so viel größer als Jana wahrhaben will. Sechs Jahre hat sie versucht, ihn zu hassen. Und nun ist er da, aus einem wirklich guten Grund: Er ist hier, damit sie ihn rettet. Nur weiß er das selbst noch nicht.


Meine Meinung: 

Ich beginne mal mit dem Schreibstil, der aufgrund der oftmals langen Sätze mit ihren vielen Kommas sehr gewöhnungsbedürftig ist. 

Dann steckt sehr viel Drama und Tragik in dieser Geschichte, denn bei jedem Charakter hat das Schicksal zugeschlagen.

Die beiden Hauptpersonen, die abwechselnd aus ihrer Sicht erzählen, sind durch einen Schicksalsschlag verbunden: Janas Bruder ist vor sechs Jahren gestorben, als Leander den Wagen gefahren hat, in dem er saß.

Jana: Durch den Tod ihres Bruders ist die Familie zerbrochen. Sie wohnt bei ihrer großen Schwester, deren Psyche und Karriere sehr unter dem Unfall gelitten hat. Jana hat außerdem eine Affäre mit einem zehn Jahre älteren Mann (sie ist 18) und will sich aber eigentlich gar nicht mehr mit ihm treffen. Im Park lässt sie sich einfach von irgendeinem Typen küssen, den sie nicht mal leiden kann. Ich schätze, sie hat echt kein Selbstbewusstsein oder ist einfach selbstzerstörerisch unterwegs, aber wirklich nachvollziehbare Emotionen zum Mitfühlen bekommt man nicht.

"Ich wüsste zu gern, wer ich bin. Und wann ich mich verloren habe. Warum ich Dinge tue, die ich nicht tun will, warum ich Dinge zulasse, die nicht geschehen sollten"(S. 67)

Eine gute Charakterentwicklung oder deutliche Einsicht bekommt der Leser leider nicht. 

Leander: Leander wohnt mit zwei anderen Männern in einer WG, die aber grundverschieden sind und sich zurzeit viel streiten, da der eine mit der Freundin des anderen im Bett war. Leanders Mutter hat Krebs und sein Vater trifft seit einer Weile eine neue Frau. Er nutzt seinen Elite-Abschluss nicht und arbeitet Nachtschichten zum Regale-Einräumen.

Er sucht den Kontakt zu Jana, um mit ihr zu reden, denn damals war er eine Art großer Bruder für Jana. Die Schuld begleitet ihn seit Jahren.

Jetzt ist Leander wieder in München, wo Jana lebt und arbeitet und sie laufen sich über den Weg, was alles durcheinander bringt und alte Wunden öffnet.

...wie man sieht gibt es wirklich seeehr viel tragisches Drama in der Geschichte.

Ich musste erst mal mit den ganzen Dramen klarkommen und konnte dann die Gefühle der beiden zueinander kaum nachvollziehen - vor allem, weil sie beim letzten Kontakt erst 12 und er 16 war. Jetzt will Jana Lean vor allem beweisen, dass sie kein Kind mehr ist, indem sie versucht ihn wie ein Kind zu beeindrucken!

Beide wissen nicht so recht was sie wollen, aber eins ist sicher: sie wollen sich sehen und dann doch lieber nicht, aber irgendwie ist da die Anziehung und...

...mich hat alles so genervt! Das letzte Dritteln war noch ganz okay, aber dafür lohnt sich der Anfang nicht. Würde ich Bücher nicht so ungerne abbrechen, hätte ich es bei diesem getan.

 

Fazit: Sehr viel Tragik und Drama und schwer zu mögende Charaktere.