Rezension: Solange es hell ist

Titel: Solange es hell ist

Autor: Alexandra Kui

Verlag: Cbj

Meine Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Klappentext:
Eine Irrfahrt von Leuchtturm zu Leuchtturm, ein verschollener Vater, zwei kleine Geschwister im Schlepptau: Manchmal, wenn sie nach Mitternacht aufs Meer schaut, kommt es Mika (15) vor, als ob die Pause zwischen zwei Lichtzeichen ewig dauert. „Man wartet und wartet, die Nacht wird immer schwärzer, aber irgendwann dann kommt es doch. Und solange es hell ist, für diesen kurzen Moment, ist plötzlich alles ganz einfach. Du siehst den Weg wieder“.

 

Meine Meinung: 

Der Einstieg in das Buch ist holprig, aber wie soll man die fünfzehnjährige Hauptperson auch sympathisch finden, wenn sie gerade ihre zwei kleinen Geschwister entführt und ein Auto klaut?

Auch der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, ziemlich rau und gleichzeitig gespickt mit philosophisch anmutenden Bemerkungen. Wenigstens hat man damit alles sehr bildlich vor Augen und die Sprache ist wirklich nicht die schlimmste, die ich je in einem Jugendbuch gesehen habe.

Aber diese drei Charaktere haben es mir wirklich schwer getan, das Buch zu genießen.

Mal davon abgesehen, dass die drei Kinder eine Mutter mit psychischen Problemen haben, benehmen sie sich alle auch nicht ganz normal.

Mika, die älteste (und Hauptperson) fährt mit dem Auto davon und nimmt ihre jüngeren Geschwister mit. Sie versucht, für sie zu sorgen, kann aber natürlich nicht an alles denken.

Mit im Wagen sitzt ihr fünfjähriger Bruder, der für ein Kind wirklich wenig Fragen stellt und mit der ganzen Sache auch kein großes Problem zu haben scheint. Die elfjährige Schwester hingegen meckert schon mal ein bisschen, aber Mika kann man ja vertrauen, die weiß wohl schon, wo es langgeht.

Es soll nach Dänemark gehen, zu einem Leuchtturm, den ihre Mutter oft zeichnet - da das Meer ja viel schöner ist, verlassen Mika und ihre Geschwister die Ferienhütte im Harz und machen sich auf den Weg nach Norden.

Auf dem Weg muss sie sich um alles kümmern, die Kinder verpflegen, erziehen und gibt sich eigentlich als junge Mutter aus.

Von ihrer eigenen (nicht gerade verlässlichen) Mutter hat sie zwar keine hohe Meinung, aber dennoch ein paar (gute sowie schlechte) Dinge gelernt. Aber vor Gesetzeswidrigkeiten macht Mika keinen halt. Sie lügt fast ununterbrochen, borgt sich Sachen und versucht dabei alles in ihrem Kopf zu rechtfertigen - über allem schwebt für den Leser die Frage, wieso sie überhaupt aus der Ferienhütte und von ihrer Mutter fliehen musste.

Manch einer wird das schon ahnen, aber es wird bis zum letzten Drittel der Geschichte nie wirklich in Worte gefasst.

Der Roadtrip hat es nicht geschafft, mir irgendein positives Gefühl zu entlocken. Zu viele Sorgen habe ich mir gemacht und zu oft wollte ich Mika durchschütteln. Manchmal lässt sie ihre kleinen Geschwister ganz alleine - obwohl sie doch das ständig über ihre Mutter bemängelt!

Eine kleine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen - die hat mich aber total kalt gelassen und war eher zweckmäßig, damit Mika zu den Leuchttürmen kommt - an googeln denkt dieses Dummchen ja nicht ein einziges Mal... aber dass sie die Häuser aufräumt, in die sie einbricht, daran erinnert sie sich fast schon stolz!

Das Ende der Geschichte hat mich auch nicht überzeugt, es ging dann aber zum Glück alles sehr schnell und ich konnte dieses Buch ein für alle Mal zuklappen.

Am schlimmsten aber habe ich den Satz "es wird keine Konsequenzen geben" im Kopf - bei so einer Story einfach fehl am Platz und pädagogisch gesehen scheiße. (Ebenso wie das Autorenfoto, welches auf Bahngleisen aufgenommen wurde. Durch die Nachstellung solcher "coolen" Bilder sterben jährlich dutzende Teenager.)

 

Vielleicht bin ich auch einfach schon zu alt und spießig? (kommt durch diese Rezension wohl definitiv so rüber. Aber Spaß und Abenteuer sieht für mich einfach anders aus.)

 

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! :)