Rezension: Weil du mich liebst

Titel: Weil du mich liebst

Autor: Shannon Greenland

Verlag: Ravensburger

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten

 

 

 

 

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Klappentext:

Nichts auf der Welt hat Eve darauf vorbereitet, sich so zu verlieben. Sie hat es bis hierhin geschafft, indem sie sich strikt an ihre eigenen Regeln gehalten hat: 1. Verändere dein Aussehen. 2. Benutze nur Bargeld. 3. Bleib immer in Bewegung. Als sie einen Job bei einer Indie-Band-Tour bekommt, fühlt sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben sicher. Doch dann lernt sie West kennen – und keiner der beiden kann seine Gefühle verbergen. Aber Gefühle sind gefährlich: Mit jedem Blick aus Wests dunklen Augen, mit jeder seiner Berührungen beginnt Eves Schutzmauer weiter zu bröckeln. Und Eve weiß nicht, ob Liebe allein reicht, um sie vor den Schatten ihrer Vergangenheit zu schützen …

Meine Meinung: 

Zum Cover: da die Hauptperson auf der Flucht ist und zweimal ihre Frisur verändert, sich schon zu Beginn die blonden Haare abschneidt und färbt... passt es nicht. Aber es ist wunderschön und gefällt mir, gelöst vom Inhalt betrachtet, wirklich richtig gut!

Der Inhalt ist aber doch eher tragisch und gleichzeitg nicht zu hart gehalten.

Die Hauptperson, die sich Eve nennt, flieht aus einem Leben in Misshandlung und findet ihre große Liebe in einem Bandmitglied, den sie auf Tour als Roadie begleitet. Aber die Angst sitzt ihr weiterhin im Nacken und ihre vorsichtige Liebe wird von möglichen Verfolgern bedroht.

Eve ist vorsichtig, verängstigt und unsicher, versucht aber trotz allem ihren Weg zu finden und sich anderen zu öffnen.

West ist ein netter Typ, der sich sofort in sie verguckt und viel Geduld und Empathie mitbringt, die man für sie haben muss.

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und war überrascht, wie heftig die Thematik ist. Die Charaktere haben mir alle gefallen, der Handlungsverlauf ist mitreißend gestaltet ... es ist eben wieder eine dieser überschatteten Lovestories, die man trotz ihrer Ernsthaftigkeit wie einen leichten Sommerroman einfach locker durchlesen kann. 

Über einen Blickwinkel aus Wests Sicht hätte ich mich sehr gefreut, denn er ist so einfühlsam, heiß und eben einfach klasse und hat ja auch selber ein Päckchen zu schleppen.

Als Jugendbuch hab ich die Thematik bis jetzt noch nicht gelesen, auch da Sex oft thematisiert wird, habe ich mich gewundert, dass dies kein New-Adult-Rockstar-Erotik-Roman ist. Aber als Jugendbuch ist die Thematik eben etwas leichter zu verdauen.

Ich finde es sehr schade, dass dieses ganze Religions-Zeug nicht besser erklärt wurde - wie hat Eve es denn geschafft, aus dem Denken auszubrechen, das ihr seit Klein auf eingetrichtert wurde? Wie kam es dazu, dass sie erkannt hat, dass ihr etwas falsches angetan wird? Wie hat sich das mit ihrer Freundin entwickelt, die ja auch ein Anhänger ist - wieso hilft sie ihr zur Flucht?

All diese Fakten werden ziemlich im Dunkeln gelassen und recht oberflächlich behandelt, leider. Eve fühlt sich nach ihrer Flucht zwar verfolgt, hat ihre Albträume und denkt mal daran, dass sie jetzt zum Glück kurze Hosen tragen kann - aber sie traut sich das einfach so. Und sie findet auch so leicht Anschluss und jeder ist nett zu ihr - sie hat keine Selbstzweifel. Keine schlimmen bleibenden Schäden. Woher hat sie ihre Stärke, wer hat dafür gesorgt, dass sie nicht voll zerstört ist?

Es hört sich vielleicht bescheuert an, dass man gerne einen zerstörteren Charakter in diesem Buch gehabt hätte - aber es wäre meiner Meinung nach einfach realistischer gewesen, wenn Eve noch mehr gelitten hätte. 

Ihr seht, ich habe offene Fragen und ein paar Kritikpunkte - aber davon abgesehen hat mir das Buch gut gefallen und deswegen finde ich 4 von 5 Punkten trotz allem gerechtfertigt. So einen hohen Anspruch muss eine lockere Liebesgeschichte ja auch nicht erfüllen. Wenn jemand aber immer alle Fragen geklärt haben will, wird er mit diesem Buch nicht glücklich werden. 

 

Fazit: Lockeres Jugendbuch mit einfühlsamer Liebesgeschichte und heftiger Thematik.