Rezension: Zwischen dir und mir das Meer

Titel: Zwischen dir und mir das Meer

Autor: Katharina Herzog

Verlag: Rowohlt Polaris

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Klappentext:

Lena führt ein zurückgezogenes Leben auf Amrum. Sie sammelt Meerglas am Strand, das sie zu Schmuck verarbeitet. Damit möchte sie sich etwas von dem zurückholen, was ihr die See einst genommen hat: Vor fast 20 Jahren ist Lenas Mutter, eine gebürtige Italienerin, morgens zum Schwimmen gegangen und nie zurückgekehrt.

Als Lena eines Tages auf dem Heimweg den Italiener Matteo trifft, knistert es überraschend heftig zwischen den beiden. Aber am nächsten Morgen ist Matteo ohne ein Wort des Abschieds fort. Er hat eine Mappe zurückgelassen, in der Lena Fotos ihrer Mutter Mariella als junge Frau findet: so strahlend, wie Lena sie nie erlebt hat. Zusammen mit ihrer Schwester Zoe reist Lena an die Amalfiküste, um etwas über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren - und um Matteo, den Mann mit den meergrünen Augen, wiederzusehen ...

 

Meine Meinung: 

Lust auf Urlaub an der Amalfiküste?

Die italienische Sonne auf der Haut spüren, das Meer glitzern sehen, Zitronenbäume bestaunen und in überfüllten Bussen ein wunderschönes Städtchen nach dem anderen besichtigen...

Dieses Buch wird dich hinbringen - denn die Autorin beschreibt die Reise der Protagonistin so real und detailliert, als wäre man selbst vor Ort.

Hauptperson Lena lebt eigentlich auf Amrum, zusammen mit ihrem Vater und ihrer Großmutter.

Ihre Schwester Zoe reist durch die Welt und will alles erleben, doch Lena reicht ihr Alltag auf der Insel, wo sie als Altenpflegerin arbeitet und Schmuck aus Meerglas herstellt.

Ein unerwarteter Besuch aus Italien verändert Lenas Leben dann von einem Tag auf den anderen: Matteo steht vor ihrer Tür und will nicht sagen, wieso er dort ist, scheint aber überraschend schockiert über die Information, dass Lenas Mutter schon lange tot ist. Und dann hat er auch noch Fotos von der Frau von Früher mit dabei!

Nach einer Überstürzten Abreise des Italieners überredet Zoe Lena dazu, endlich mal etwas zu erleben und nach Amalfi zu fliegen, um dem Geheimnis ihrer Mutter auf die Spur zu kommen - die nie von ihrem Leben damals in Italien erzählt hat.

Und natürlich möchte Lena Matteo wiedersehen...

Die Liebesgeschichte ist aber nicht der Schwerpunkt der Handlung. Es geht vor allem um die Aufdeckung der Familiengeschichte und die Reise der zwei Schwestern.

Der Leser wird in abwechselnden Kapiteln auch in das Leben der jungen Mutter vor vielen Jahren eingeweiht und erfährt so aus verschiedenen Sichten, was sich zugetragen hat - einmal direkt vor Ort und dann das, was Lena und Zoe viele Jahre später nach und nach erfahren. 

Die Charaktere sind alle sehr real, aus Lenas Sicht werden sie auch sehr sympathisch beschrieben. Selbst Zoe, die bei ihrer Schwester wirklich was verbockt hat, wird nicht abgrundtief gehasst (was ich wohl an Lenas Stelle tun würde), sondern stattdessen sogar ein wenig für ihren freien, mutigen und spontanen Lebensstil bewundert.

Matteo gegenüber hegt Lena noch lange kleinere Zweifel, da sie sich nicht sicher ist, wie es um seine Absichten oder die Treue des Italieners steht. Beide gehen sehr erwachsen miteinander um un haben auch ein gemeinsames Gesprächsthema - Matteo als Arzt und Lena als Krankenschwester mussten in ihrem Leben schon so einiges erleben. Auch wie sie sich zum ersten Mal begegnen, hat mir echt gut gefallen: Es ist kein schicksalhaftes Aufeinandertreffen, sondern ein überraschender Besuch, der kurz nach einer tollpatschigen Ungeschicktheit von Lena endet.  Sie macht sich daraufhin nicht sofort auf nach Italien - nein, ihre abenteuerlustige Schwester muss sie erst dazu überreden und selbst dann verlässt Lena die Insel mehr aus Neugier als aus frisch entflammter Sehnsucht. Die ganzen Details, die die Autorin mit in ihre Reise einbaut, machen die ganze Geschichte noch einmal glaubwürdiger und sorgen dafür, dass man als Leser ganz nah dabei sein kann, wie Lena der Vergangenheit ihrer Mutter auf die Spur kommt.

 

Fazit: Charaktere, die man bildlich vor Augen hat und Schicksale, die nicht zu tragisch sind, um einen wunderbar atmosphärischen Sommerroman zu beschweren. Definitiv eine riesige Empfehlung!

 

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! :)


Dieser Roman der Autorin konnte mich ebenfalls überzeugen.

Die Geschichte um Anna, ihre Tochter und ihre Mutter hat mich sehr berührt.

 

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