Rezension: Ein Sommer mit Alejandro

Titel: Ein Sommer mit Alejandro

Autor: Jody Gerhman

Verlag: cbt

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Klappentext:

Dakota wollte gerade zu ihrem Freund ziehen, als sie erfährt, dass er sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat. Spontan schreibt sie sich ihren Kummer von der Seele, steckt den Zettel in eine Flasche und schleudert sie ins Meer. Antwort kommt von einem Alejandro aus Barcelona, der sie genau zu verstehen scheint. Sie ahnt nicht, dass in Wirklichkeit Jack dahintersteckt, der süße Junge, den sie im Café getroffen hat. Und der weiß nicht, wie er ihr je beibringen soll, dass er sie angelogen hat.


Meine Meinung: 

Diese sommerliche Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Dakota und Jack erzählt.

Jack, der im goldenen Käfig aufgewachsen ist (in einem Anwesen über Weinbergen), fühlt sich einsam. Er wird zuhause unterrichtet, spielt Klavier und ist sensibel und unsicher.  Sein bester Freund hat vor einigen Jahren Selbstmord begangen.

Dann begegnet Jack Dakota und er ist sofort fasziniert von diesem Mädchen.

Dakota, die in einer kleinen Hippie-Siedlung aufgewachsen ist, wirkt lebensfroh, natürlich und kreativ.

Jack ist bei ihrem Anblick total verzaubert. So denkt er, nachdem er sie für ein paar Minuten beobachtet hat und zufällig drei Worte mit ihr gewechselt hat: "Dakota - allein schon ihren Namen finde ich aufregend- ist so authentisch. Das spüre ich. Sie strahlt eine unverstellte, unverfälschte Schönheit aus, mit der ich mich umgeben muss, falls ich jemals die tiefe Wunde heilen lassen will, die Wills Tod in meine Seele gerissen hat."

Aber da Jack ja so unsicher ist, was den Kontakt zu anderen angeht, versteckt er sich lieber hinter einer erfundenen Identität und sucht den Kontakt zu Dakota erst einmal nur über Briefe.

Dakota nutzt die Brieffreundschaft, um ihre "Wunden zu überkleben" (ein Papierfreund, der sie nicht verletzen kann, ist genau das was sie braucht, nachdem sie von ihren zwei besten Freunden so verletzt wurde)  und Jack erlebt endlich mal was, das ihn aus seiner Isolation holt. So haben beide  dank der Lüge genau das, was sie gerade brauchen - bis Dakota Jack tatsächlich besser kennenlernt und die Gefühle stärker werden.

Meine anfängliche Sorge, dass mir diese Liebesgeschichte gemischt mit einer großen Lüge nicht gefallen könnte, hat sich schnell in Luft aufgelöst.

Die Autorin hat die Geschichte sehr schön ausgearbeitet, sodass keiner der Charaktere oberflächlich, naiv oder unglaubwürdig wirkt.

Der Schreibstil ist detailreich und bildlich und die Charaktere haben viele Facetten. Die Lüge über Jacks Identität ist nichts, was jemanden schaden könnte - zum Glück!

Klar, am Anfang gibt es etwas viel Tragik und Drama auf einmal. Aber es entwickelt sich schnell zu einer berührenden, sommerlich leichten Geschichte, die man nicht aus der Hand legen möchte. Nur das Ende war mir dann ein bisschen too much, aber das hängt ja immer ganz vom Geschmack des Lesers ab.

Ich habe mir aufgrund des Covers und des Titels irgendwie mehr Liebe und Romantik erwartet. Aber dafür hätte das Buch viel mehr Seiten haben müssen. Man begleitet Dakota und Jack wirklich nur durch ihre Kennlern-Phase und das ist zwar schön, aber ich habe mir einfach etwas anderes darunter vorgestellt. Auch, dass die Personen auf dem Cover Jack mit seinen braunen Wuschelhaaren und Dakota mit ihren kurzen blonden Haaren nicht ähneln, finde ich schade.

 

Fazit: Eine schöne Geschichte mit glaubwürdigen Charakteren und wunderschönem Schreibstil, von der ich mir aber leider noch etwas mehr erwartet habe.