Rezension: Wie man die Zeit anhält

Titel: Wie man die Zeit anhält

Autor: Matt Haig

Verlag: dtv

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Mai-Buch aus der Leseflut-Buchbox. 

Klappentext:

Keiner lehrt Geschichte so lebendig wie er ‒ und das hat einen guten Grund: Tom Hazard, Geschichtslehrer und verschrobener Einzelgänger, sieht aus wie 40, ist aber in Wirklichkeit über 400 Jahre alt. Er hat die Elisabethanische Ära in England, die Expeditionen von Captain Cook in der Südsee, die Literaten und Jazzmusiker der Roaring Twenties in Paris erlebt und alle acht Jahre eine neue Identität angenommen. Eines war er über die Jahrhunderte hinweg immer: einsam. Denn die Nähe zu anderen Menschen wäre höchst gefährlich gewesen. Jetzt aber tritt Camille in sein Leben. Und damit verändert sich alles.

Meine Meinung: 

Matt Haigs Bücher können mich ja immer überzeugen. 

Er nutzt bekannte Faktoren, um eine authentische Hauptperson zu erschaffen: Wenig Lebenswille, zynische Gedanken, Abstumpfung,  Hoffnung, Kopfschmerzen und Trauer in einem Mann vereint, dazu ein Hund.

Tom Hazard ist 439 Jahre alt, musste als Kind aus Frankreich fliehen und sah wenige Jahre später dabei zu, wie eine Hexe fälschlicherweise hingerichtet wurde. 

Die Jahrhunderte haben eine Menge Narben auf seiner Seele und seinem Herz hinterlassen - viele davon hat er in den ersten 40 Seines Lebens erhalten. Gezeichnet von einer verlorener Liebe, einer verlorenen Tochter und ewigem Erinnerungsschmerz, will er nun zurück nach England, wo ihn das Schicksal besonders übel erwischte.

Er möchte Geschichtslehrer werden - und begegnet an der Schule Camille, die sein Leben verändert.

Tom Hazard erzählt seine Geschichte mit vielen Rückblicken, sodass der Leser aus jedem entscheidenden Lebensjahr das wichtigste erfahren kann, Trauer, Leid und nun neu dazu: Hoffnung. 

Der Autor wirft wohl bei jedem Leser Gedanken auf - oder zumindest sollte das passieren, damit einem das Buch nicht langweilig wird: ist ein (ewiges) Leben ohne Liebe lebenswert? Bringt einem der Schmerz und die Zeit mehr als es die Liebe tut? Ist es das wert?

 

Das Buch kam mir etwas langwieriger und etwas weniger humorvoll vor als "Ich und die Menschen", aber ebenso kraftvoll. In der Danksagung schreibt Haig, das Buch war für ihn eine Therapiesitzung und Zeitreise in einem... und das merkt man.

Der Autor kann einen immer wieder überraschend und auch hier lässt er bewusst ein paar Fragen offen - was gut ist, meiner Meinung nach. 

 

 Ich kann mir das Buch sehr gut verfilmt vorstellen und bin froh, dass das geschieht!