Umweltbewusst sein - das kann jeder!

"Na, Ihre Generation muss sich aber bald mal dringend Gedanken über die Umwelt machen!", sagte neulich ein Kunde zu mir.

Er kam an die Kasse, um seine Bücher zu bezahlen und bemerkte unser Angebot an Leselampen - kleine bunte (Einweg-)Plastiklampen.

Der Kunde fragte, wie viel diese Lampen kosten und auch, ob Batterien schon enthalten wären - ja, Knopfzellen sind schon drin und diese auszuwechseln sei natürlich möglich, aber ich wies ihn auch darauf hin, dass der Preis neuer Batterien höher ist als eine neue Lampe zu kaufen.

Dann schaute er mich entrüstet an und sagte diesen Satz, der mich so zum Grübeln brachte.

Danach kaufte er sich drei Lampen. 

Eine Papiertüte für seine Einkäufe wollte er nicht, denn deren Herstellung verbrauche ja zu viel Wasser. 

 

Im Nachhinein würde ich den Kunden gerne noch einmal fragen, wieso ausgerechnet "meine Genration" sich Gedanken über die Umwelt machen soll. Denn ich habe den Eindruck, dass "meine Generation" zu einer extrem aufgeklärten und umweltbewussten Generation gehört - dank Internet und Co kann man kaum noch die Augen vor den Bildern verschließen, die man ständig zu sehen bekommt: Riesige Plastikmüllhalden im fernen Osten, Meerestiere, die mit Plastik im Ozean kämpfen, grausame Bilder über Massentierhaltung, Ergebnisse Jahrelanger Studien zu allen möglichen Umweltthemen ... das wird uns ständig vor die Nase gehalten - und uns offensichtlich nun auch von älteren Generationen vorgehalten.

Dabei sind es doch gerade die älteren Generationen, die so sehr in ihrem (Konsum-)Verhalten festgefahren sind, dass sie es trotz der Lage der (Um-)Welt nicht ändern wollen.

Wir jüngeren können uns noch ändern und anpassen, wir können frische und nützliche Ideen entwickeln und damit versuchen, diesen Planeten irgendwie zu retten.

Aber das gegenseitige Beschuldigen bringt keinem was, denn im Endeffekt kann und sollte jeder etwas tun - alt und jung. Verantwortlich sind wir alle, jeder lebende Mensch auf diesem Planeten.

Aber die Mächtigen, die an der Spitze der großen Konzerne und die Politiker, die tragen doch die meiste Verantwortung! Dazu kann ich nur sagen: Nachfrage bestimmt das Angebot und Demokratie geht vom Volk aus. 

Schuld am Klimawandel, Schuld an der Umweltverschmutzung, Schuld an alledem sind diejenigen, die darauf warten, dass jemand anders die Probleme löst.

Ich möchte euch mit diesem Beitrag einfach mal wieder daran erinnern, dass es wichtig und richtig ist, sich Gedanken zu machen.

Ich möchte, dass ihr euren Kopf benutzt und überlegt, was ihr an eurem Konsumverhalten ändern könnt, ohne dass es eure Lebensqualität beeinträchtigt.

Ich möchte, dass ihr anfangt zu recherchieren und eure Bekannten dazu animiert, umweltbewusst zu leben.

Denn es trifft jede Generation, unsere und die Nachfolgenden ganz besonders. 

 

 


Buchpandas Tipps für Alltag und Haushalt: 

Ich könnte jetzt lang und breit ausführen, wie wichtig es ist, regional einzukaufen, keine tierischen Produkte zu konsumieren, Fast Fashion zu meiden und nur Naturkosmetik zu benutzen. Ich könnte Fakten nennen, wie schlimm es um die Welt steht, welche Auswirkungen der Klimawandel hat und wie Plastik-Trinkflaschen unseren Hormonhaushalt verändern. In dem Zusammenhang erwähnen viele umweltbewusste Blogger dann auch gleich Dinge wie "Roggenmehlhaarwäsche" und "Menstruationstassen" ... Dinge, die für viele Verbraucher einfach zu abstrakt sind. 

Abstrakt = schwierig vorzustellen = aufwändig  = mache ich nicht.

Und was steht es einem eigentlich zu, darüber entscheiden zu wollen, wo andere ihre Klamotten kaufen und was auf ihren Tellern landet?

 

Deswegen stelle ich euch jetzt einfach ein paar Dinge vor, die jeder in seinem Alltag/Haushalt ändern kann, ohne dass es ihn auf irgendeine Art beeinflusst.


Viele Leute sind heutzutage immer noch überrascht, dass sie keine gratis Plastiktüte mehr an der Kasse ausgehändigt bekommen.

Deutschland soll auf Papier umsteigen - aber ist das so viel sinnvoller?
Papiertüten verbrauchen nämlich mehr Ressourcen in der Herstellung und sie sind dabei auch teurer als Plastiktüten. 

Außerdem benutzt man Papiertüten meistens nicht mehrmals, da sie schnell reißen ... und mit den Dingern schon mal im Regen gewesen?

Die beste Alternative: Stoffbeutel.

Stoffbeutel verbrauchen zwar deutlich mehr als Papier & Plastik in der Herstellung, aber sie halten auch länger.

Und je öfter man sie wieder benutzt, desto mehr lohnen sie sich.

Ein weiteres Plus: Sie gehen nicht kaputt (und wenn doch lassen sie sich nähen oder auch waschen, falls dreckig). Und die Henkel schneiden nicht so fies in die Handflächen beim Tragen. 

Man muss nur immer daran denken, einen Stoffbeutel dabei zu haben - aber wer umweltbewusst sein will, muss sich eben auch dessen bewusst sein :)

 


Natürlich ist Recyclingpapier keine Einhornkotze, die vom Himmel fällt. Das Zeug muss auch be- und verarbeitet werden. Es verbraucht bei diesen Prozessen aber viel weniger Energie und weniger Wasser als ganz neu gemacht!

Was auch immer man also in recycelter Form in die Finger bekommt - nehmt diese Variante!

Der Schreibblock für die Schule, das Küchentuch, das Klopapier - wieso Ressourcen verschwenden für etwas, das man sowieso verbraucht?

 

Mir ist dieses Jahr übrigens sehr positiv aufgefallen, wie viele Schulen auf ihren Materiallisten fürs neue Schuljahr betont haben, dass die Schüler darauf achten sollen, umweltfreundliche Mappen, Hefte und Blöcke zu benutzen. 


Ich glaube, man vergisst viel zu häufig, dass all das Plastik, das wir benutzen, nicht einfach verschwindet, wenn man es wegwirft. Jedes Stückchen Plastik, das jemals produziert wurde, befindet sich noch auf diesem Planeten.

Und so ist es auch mit Zahnbürsten.

Zahnbürsten benutzt Wirkich jeder (zivilisierte) Mensch und jeder (hygienische) Mensch wechselt diese im Jahr auch mal aus. Da kommen eine Menge Zahnbürsten zusammen, wenn man das auf die gesamte Bevölkerung hochrechnet!

Erinnert man sich dann wieder daran, wie schwer die Teile abbaubar sind, sucht man so schnell wie möglich nach einer Alternative.

Ich kann Bambuszahnbürsten sehr empfehlen.

Die auf dem Bild benutze ich jetzt schon seit einiger Zeit und ich bin voll zufrieden, mein Zahnarzt hat meine Zähne beim letzten Termin sehr gelobt (auf sowas kann man ja mal stolz sein hihi)

Ich habe keinen Unterschied zur Plastikalternative festgestellt, es schmeckt nur etwas holzig, wenn man zu viel darauf herum kaut. 

Den Anbieter, den ich ausgewählt habe, verlinke ich hier - unbezahlte Werbung - es gibt aber noch viele andere. Nicht nur Online sind Bambuszahnbürsten zu finden, auch im Biomarkt hier in der Stadt habe ich schon welche gesehen!


Wäsche waschen ist ja schon so eine Kunst für sich.

Da ich es nicht beurteilen kann, wie es ist mehrmals in der Woche für einen mehrköpfigen Haushalt zu waschen, sei mir bitte verziehen, hier ein doch eher teures Produkt vorzustellen.

Da ich nur einmal die Woche alles in einem Durchgang auf 40 Grad wasche, stört mich der Preis nicht wirklich.

Hauptsache möglichst bio, vegan und umweltverträglich. Die Verpackung ist auch noch aus recyceltem Plastik - juhu!

Die Marke finde ich ganz cool, ich hab bis jetzt auch noch nichts anderes zum Wäschewaschen probiert. Ihr findet das Produkt hier - unbezahlte Werbung - und es gibt von der Marke auch noch Weichspüler, Waschmittel als Pulver, Spülmittel etc.

Ich empfehle aber auch hier wieder, mal im lokalen Biomarkt zu schauen, was die so zum Wäschewaschen anbieten. 

In herkömmlichen Reinigungsmitteln ist leider immer sehr viel Scheiß drin, den man nicht wirklich dem Abwasser hinzufügen möchte.

 


Essigreiniger - ein Tipp von meiner Oma.

Mit Essig kann man so viele Sachen reinigen - Boden, Spüle, Waschbecken, Klo, Dusche, Wanne, Abfluss...

Wozu braucht man da noch diese ganzen bunten Reiniger mit ihren speziellen Funktionen - nimmt doch alles Platz weg und produziert am Ende doch auch nur unnötig viel Plastikmüll.

Essigreiniger ist quasi wie Männerduschgel - eins für alles.

-unbezahlte Werbung-

 


In der Küche lässt sich am besten auf Umweltbewusstsein achten.

Am wichtigsten ist vor allem die Mülltrennung. Ich versteh nicht, wie so viele das immer noch nicht checken können.

Trennt euren Müll sorgfältig, nur dann kann man auch wirklich alles recyceln und ausnutzen.

(Und trennt euren Müll nicht nur zuhause, sondern auch in der Schule/Uni/ auf der Arbeit oder in der Stadt. Und wenn es bei euch in der Schule/Uni/auf der Arbeit oder in der Stadt nicht möglich ist - ich hab da schon so einiges gesehen - dann zeigt den Zuständigen, dass der Bedarf dafür besteht!)

Küchenschwämme, Bürsten und Tücher sollte man am besten aus einem natürlichen Material nehmen und nicht aus Plastik. Die natürlichen Schwämme halten auch viel länger als die Plastikdinger. Das Spülmittel sollte möglichst umweltverträglich sein und nicht zu verschwenderisch benutzt werden - Nachfüllpackungen sind klasse.

Neben Essigreiniger benutze ich auch gerne Zitronensäure, da das Wasser hier sehr kalkhaltig ist und dieses Salz den Wasserkocher schön sauber macht.

Küchentücher aus Recyclingpapier - ist ja klar.

 

- Werbung, da die Marken zu sehen sind


Ich hoffe, ich konnte euch die Umwelt mal wieder bewusst machen!

Vielleicht schaut ihr jetzt ja mal in eurem Haushalt, welche Produkte man durch umweltverträgliche Alternativen ersetzen kann und wie viele Reiniger man wirklich braucht.

Es ist nicht schwer, beim Einkaufen darauf zu achten, möglichst bio und möglichst wenig Plastik in den Korb zu legen.

Aber es ist schwer, alles perfekt zu machen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es beinahe unmöglich ist, perfekt umweltbewusst zu sein. Das schafft ein Mensch heutzutage einfach nicht. All die umweltfreundlichen Sachen helfen schließlich nicht, den Planeten wieder zu heilen. Sie sind nur das kleinere Übel. Und das hilft schon.

Noch mehr helfen aber informierte Menschen mit Ideen - deswegen solltet ihr anfangen zu recherchieren.

Googelt, was euch zu dem Thema interessiert. Schaut euch auf Netflix Dokumentationen wie "Plastic Ocean" oder "Cowspiracy" an. Folgt Blogs, die nützliche Tipps für Nachhaltigkeit haben.

Versucht etwas zu verändern und zu bewegen.

Aber schiebt die Schuld nicht auf andere Generationen. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Birgit (Sonntag, 08 Juli 2018 19:24)

    Das ist ein sehr weiser Artikel und regt sehr zum Nach- und Umdenken an. Vielen Dank für deine kritischen Worte und den Appel an das Umweltbewusstsein jeden Menschens.� Einige Tipps werde ich umsetzen.��

  • #2

    Neni von Nenis Welt (Dienstag, 24 Juli 2018 14:03)

    Liebe Caro,
    ein wirklich toller Beitrag! Ich bemühe mich auch nur noch recyceltes zu kaufen und auf die Herstellung zu achten. Allerdings fällt es mir bei manchem auch schwer. Ich vergesse z.B. manchmal einen Beutel einzupacken und wähle dann oft auch die Plastiktüte, weil diese ja billiger ist. Schande über mein Haupt. Dein Beitrag ist sehr inspirierend und regt mich an, mal wieder mehr auf alles zu achten. Das Waschmittel benutze ich übrigens auch. :)