Rezension: Zweimal Sommer zum Verlieben

Titel: Zweimal Sommer zum Verlieben

Autor: Aimee Friedman

Verlag: Cbj

Meine Bewertung: 4 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Klappentext:

Ein schicksalhafter Telefonanruf entscheidet über zwei Versionen eines Sommers. In der einen Version reist die 15-jährige Summer Everett nach Frankreich, davon träumt sie schon lange: Straßencafés, gut aussehende Jungs und Kunstmuseen. In der anderen Version bleibt sie zu Hause, doch ihr gewohntes Leben wird plötzlich völlig auf den Kopf gestellt. In beiden Sommern verliebt sie sich und entdeckt neue Seiten an sich. Doch es gibt da noch ein dunkles Familiengeheimnis, das sie so oder so einholt. Und es ist an der Zeit, sich ihm zu stellen.


Meine Meinung: 

Für diesen Sommer wurde Hauptperson Summer von ihrem Vater, einem berühmten Künstler, nach Frankreich eingeladen, wo er lebt. Summers Mutter hält davon nicht viel, sie ahnt, dass Summer sitzen gelassen werden wird.

Kurz vorm Abflug in die Provence klingelt Summers Handy - und da passiert die Teilung der Geschichte.

Der eine Teil setzt damit fort, dass sie den Anruf ignoriert und ins Flugzeug steigt. In Frankreich lernt sie die Frau und das Mädchen kennen, die im Haus ihres Vaters wohnen und das ist nicht die einzige Überraschung - sie begegnet auch einem süßen Jungen.

In dem anderen Teil  beginnt eine weitere Geschichte, die damit anbindet, dass Summer den Anruf annimmt und zuhause bleibt (was übrigens nicht New York City ist, sondern eine Vorstadt im Bundesstaat New York).

Die Teile wechseln sich in großzügigen Abständen ab, sodass man immer wieder gut reinkommt und nicht plötzlich rausgerissen wird.

 Die Frankreich-Storyline hat mir persönlich weniger gut gefallen als der New York-Teil.  

Der Leser sieht von Anfang an, welcher Elefant dort im Raum steht, aber die Hauptperson braucht eeewig lange, um ihn zu erkennen. Das hat mich sehr gestört (zumal das Geheimnis ihres Vaters ja im gesamten Buch eine Rolle spielt).

Auch, wie überrascht sie darüber ist, dass die Speisekarte in Frankreich auf französisch ist... puuh, ich musste schon ab und zu die Augen verdrehen. Sie ist nicht die hellste, dafür aber ziemlich echt und natürlich. Ihre Emotionen kann man nachvollziehen und auch ihre manchmal vorschnellen Reaktionen sind durchaus begründet (als Teenie verhält man sich nun mal so).

Das Mädchen im Haus ihres Vaters steckt Summer leider bei der ersten Begegnung sofort in eine Schublade (arrogante, gut aussehende Zicke, die sie hasst) und will sie da auch so schnell nicht wieder rausholen. Auch ihr mangelndes Selbstbewusstsein und ihre Art, sich durch alles mögliche einschüchtern zu lassen, sind mir in Frankreich sehr negativ aufgefallen - zumindest am Anfang. Denn natürlich schafft Summer es, diesen Sommer zu einem besonderen Sommer zu machen und über ihren eigenen Schatten hinauszuwachsen. 

Ich finde, das ist ihr in der New York-Storyline am besten gelungen.

Zwar hat man dort als Leser nicht diese malerische Atmosphäre vor Augen, aber dafür lernt man mehr über Summers Verhältnis zu ihrer Mutter, ihrer Tante und ihre beste Freundin.

Auch, dass es Summers bester Freundin eigentlich lieber gewesen wäre, Summer diesen Sommer in Frankreich zu wissen, finde ich sehr gut beschrieben - denn Freundschaften sind schwieriger, als sie in vielen Büchern dargestellt werden.

Die restlichen Nebencharaktere haben mir auch gut gefallen, sie sind nicht übertrieben facettenreich, bieten aber ein abwechslungsreiches Umfeld und wirken sehr authentisch.

Ich fand es schön zu sehen, wie Summers Mutter und ihre Tante mit ihr umgehen und wie sich Summer durch diese Personen - und neue Bekanntschaften - weiterentwickelt.

Ihrem Schwarm gegenüber zeigt Summer die kalte Schulter und wird dabei innerlich total verrückt - was mich auch total verrückt gemacht hat, denn man will die beiden schließlich unbedingt glücklich zusammen sehen!

Aber auch in Frankreich gibt es einen süßen Jungen, dem man Summer nur zu gerne in die Arme schubsen möchte.

Dafür ist der New York-Teil der Geschichte umso weniger vorhersehbar.

Gesamt betrachtet ergänzen sich die Teile also sehr gut und ich finde, die Autorin hat es auf diese Art bemerkenswert geschafft, zwei verschiedene Geschichten mit ähnlichen Punkten so miteinander zu verknüpfen, dass am Ende eine sehr schöne runde Story entstanden ist. 

 

Fazit: Für Teeniemädels, die sich zum ersten Mal verliebt haben und wie die Hauptperson noch ganz unbeholfen und schüchtern sind, ist dies bestimmt das perfekte Buch.Für ältere Leser ist es eher nicht so zu empfehlen, da die Eigenschaften der Hauptperson einen schon aufregen können.

Insgesamt ist es eine runde Geschichte mit süßer erste Liebe und einem dramatischen Familiengeheimnis!