Rezension: Cat & Cole - die letzte Generation

Titel: Cat & Cole - die letzte Generation

Autor: Emily Suvada

Verlag: Planet! bei Thienemann-Esslinger

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar

Klappentext:

Krankheiten, Schönheitsmakel, körperliche Einschränkungen: von der Erde gelöscht! Mensch und Technik sind verschmolzen, jeder trägt ein Panel in sich, das den eigenen Körper perfektioniert. Fast! Eine mörderische Seuche ist ausgebrochen, und nur eine einzige Person auf der Welt ist fähig, den Impfstoff zu entschlüsseln – Catarina Agatta. 

Gemeinsam mit Cole, dessen Körper gentechnisch verändert wurde, kommt die geniale Hackerin Cat einer Wahrheit näher, die grausamer ist als jedes tödliche Virus!


Meine Meinung: 

Wer noch ganz angetan das Cover betrachtet, wird wenig später (auf Seite 11) darüber in Kenntnis gesetzt, dass dieser pinke  Explosion entsteht, wenn ein vom tödlichen Virus infizierter Körper explodiert, um das Virus möglichst weit zu verbreiten. Mmm, lecker!

Es kommt noch besser: um für zwei Wochen Immunität zu erlangen, muss man das Fleisch eines Infizierten essen. ...mmm, lecker?

Wer jetzt noch nicht verstört genug ist und das Cover immer noch hübsch findet, sollte unbedingt weiterlesen.

Das Buch hat noch mehr solcher tollen Details zu bieten.

Die Welt, in der Cat lebt, ist zerstört und grausam. Und technisch auf einem ganz neuen Level. Fast jeder hat ein Panel im Unterarm, kann über Gedanken telefonieren und Nachrichten senden - alles, was die Apps so hergeben.

Cat konnte mit 15 schon DNA hacken (ist aber auf die meisten technischen Spielereien allergisch). Ja, in dieser Welt lassen sich Gene hacken, man kann durch programmieren z.B. seine Haarfarbe ändern oder Wunden heilen.

Dafür verantwortlich ist unter anderem Cats Vater, ein grandioser Forscher - der lange für eine große Organisation gearbeitet hat, die die gesamte Welt in ihrer Faust hat, und vor zwei Jahren Cats Vater und ihren einzigen Freund entführt hat. Nun wurde ein Soldat (Cole) geschickt, um Cat Neuigkeiten zu berichten und sie mitzunehmen. 

Cat und Cole machen sich nach anfänglichen Komplikationen gemeinsam auf den Weg, um den Virus ein für alle mal zu besiegen und das zu retten, was von der Menschheit noch übrig ist. 

 Cat ist schon richtig badass. Dadurch, dass sie so sehr um ihr Leben kämpfen muss und ihre Gefühle unter Kontrolle halten muss, kann man eventuell nicht so gut mit ihr mitfühlen oder sich in sie reindenken, wie man es gerne würde. 

Cole hat aufgrund seiner Ausbildung nicht unglaublich viel Tiefgang im Charakter. Aber nach einer Weile war ich so mitgerissen von den beiden, dass mich das nicht gestört hat.

In dieser Dystopie steht mal keine Lovestory/Dreiecksgeschichte im Vordergrund. Cat will sich nicht verlieben, denn die Welt geht unter und da denkt man nicht an sowas. (Aber man kann natürlich auch nichts an dem ändern, was einfach so kommen muss, wie es kommt.)

Die Story hat mir richtig gut gefallen, es gab viele Wendungen, einfach hammergeile Plottwists und alles war relativ spannend und blieb trotz vielen unbekannten Faktoren übersichtlich. 

Zwar habe ich die ersten 100 Seiten gebraucht, um reinzukommen, aber umso schneller bin ich dafür am Ende durch die Seiten geflogen!

Und dieser eine Plottwist - oooh maaann! Ich war so mitgenommen von allen Ereignissen, dass ich echt nicht einschlafen wollte!

Leider habe ich auch etwas Kritik. Es bleiben ein paar Fragen offen - wann spielt es, wie sah die Welt vor dem Ausbruch der Viren aus, was ist außerhalb Amerikas los... (diese Fragen hat man ja oft in Dystopien)

Und ich glaube, es gibt Lücken in der Story, aber vielleicht hab ich es auch einfach nicht richtig verstanden.

Als Leser wird man nämlich ziemlich mit Fakten bombardiert. 

 

 Viele technische Begriffe, abstrakte Ideen und damit verbundene Anglizismen begegnen einem auf fast jeder Seite.

Man braucht auf jeden Fall eine gute Fantasie, um sich das alles vorzustellen - und man sollte nicht ständig über Begriffe wie "gengehackte Bakterien" stolpern. Denn das Wort "gengehackt" verwendet die Autorin viel lieber als "genmanipuliert" oder "genetisch modifiziert". So oft hätte modifiziert besser gepasst als gehackt! Aber man muss durch das "hacken"wohl auch immer wieder daran erinnern werden, wie gut Cat hacken und coden kann.

Wenigstens gibt es angenehm kurze Kapitel, falls man eine Pause braucht.

Aber diese Pausen wird man sich nur am Anfang gönnen, denn irgendwann wird einen das Buch so sehr mitreißen, dass man es nur noch verschlingen will.
Es lohnt sich also!

 

Fazit: Wer absurde, grausame und spannende Geschichten mit mitreißender Storyline und grandiosen Plottwists gerne liest, ist hier goldrichtig! 

Aber es ist nichts für Leser, die eklige oder gewaltsame Beschreibungen nicht gerne lesen und beim Gedanken an explodiere Körper, Kabel in Gliedmaßen, Technik unter der Haut oder abgebissenen Ohren und anderen grausamkeiten Gänsehaut bekommen.