Rezension: My first love

Titel: My first love

Autor: Tanja Voosen

Verlag: Heyne fliegt

Meine Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Rezensionsexemplar

Klappentext:

Eigentlich wollte Cassidy einem Mädchen an ihrer Schule nur dabei helfen, ihren blöden Freund loszuwerden. Doch plötzlich hat die 17-Jährige sich damit den Ruf erworben, Beziehungen innerhalb eines Tages zerstören zu können. Die dankbaren Mitschüler bezahlen sie sogar für ihren »Schlussmach-Service«. Als Cassidy aber den ebenso gutaussehenden wie nervigen Colton von seiner Freundin »befreit«, fordert er sie zu einer unglaublichen Wette heraus: Statt Paare zu trennen, soll sie zwei ganz bestimmte Mitschüler verkuppeln. Nicht ahnend, welch finstere Hintergedanken Colton hegt, nimmt Cassidy die Herausforderung an. Und stolpert mitten hinein in ein Wirrwarr aus heimlichen Küssen, verschlungenen Intrigen und der ersten großen Liebe ...


Meine Meinung: 

Das Cover sieht so schön leicht und unbeschwert aus, doch zwischen den Seiten befindet sich eine problembelastete Geschichte, die einen eher wenig zum schmunzeln und träumen bringt.

Die siebzehn Jahre alte Protagonistin ist mir sehr schnell auf die Nerven gegangen mit ihrer kindischen und altklugen Art. Sie hat ja so viel Ahnung von Gefühlen, und genau deswegen hält sie es für eine verdammt tolle Idee, als selbsternannter Profi und Erlöserin einen Schlussmach-Service am Laufen zu haben um die Unmemgen an schlechten Beziehungen an ihrer Schule zu beenden. 

Gleichzeitig hat sie aber auch eine gute Eigenschaft, denn in ihrem altklugen Gefasel sind tatsächlich ab und zu nützliche Tipps für Jugendliche zu finden und allgemein ihre selbstbewusste Einstellung gefällt mir sehr (z.B. dass sie in jeder Lage versucht einen kühlen Kopf zu behalten und gegen Ungerechtigkeiten einsteht). Aber alles in allem habe ich schon von Beginn an darauf gehofft, dass Cassidy eine Entwicklung durchmacht und sich irgendwann mal selbstreflektiert mit ihrem Verhalten auseinandersetzt - was nicht geschieht. Dafür heult sie ewig und drei Tage darüber rum, dass ihre Mutter nicht genug für sie da ist und ja immer nur neuen Männern nachjagen will. 

Cassidys sarkastischer Humor, den sie eigentlich fast immer verwendet, kommt ziemlich erbärmlich rüber und ich fand ihn an keiner Stelle amüsant. Diese Protagonistin ist verurteilend und vorlaut und setzt sich mit allem auseinander außer mit sich selbst.  Auch sehr widersprüchlich finde ich, dass sie am College studieren will, oft betont wie bitterarm sie ist, aber dann ihre Einnahmen spenden geht? 

Cassidys Erzfeind/Loveinterest, Colton, konnte ich viel besser verstehen, denn er kann Cassidy und ihre Art überhaupt nicht Leiden. Ich war voll seiner Meinung, fand ihn aber als Loveinterest nicht gut - ich habe überhaupt keine Funken zwischen den beiden bemerkt, nur kindisches Rumgezicke.

Wenn die beiden aufeinandertreffen, werden nur dumme sarkastische Bemerkungen gewechselt, da ist nie richtig schön "love in the air" - enttäuschend bei den Erwartungen, die Titel und Cover in einem hervorrufen!

Die Textanteile, die nicht mit fadem Sarkasmus gefüllt sind, wirken derart belanglos, dass ich die 450 Seiten fast nicht geschafft hätte. Cassidy im 0815- Schulalltag, mit ihrer besten Freundin an ihrer Seite und einem Erzfeind, dem sie ständig über den Weg läuft. Erst zur Hälfte wird die Geschichte etwas flüssiger und bekommt etwas mehr Sinn und Struktur.

Trotz allem ein sehr langweiliger und ereignisloser Plot. Ich bin froh, dass das Buch zu Ende ist und ich es nicht noch einmal lesen muss. 

 

Fazit: Vielleicht ist die Geschichte für manche Mädels genau das,was sie brauchen. Aber vielen wird sie, so wie mir, den letzten Nerv rauben.