Rezension: Hazel Wood - Wo alles beginnt

Titel: Hazel Wood - Wo alles beginnt

Autor: Melissa Albert

Verlag: Dressler

Meine Bewertung: fast 4 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar. 

Klappentext:

Seit Alice denken kann, wird sie vom Unheil verfolgt. Dann stirbt ihre Großmutter, die mysteriöse Märchenerzählerin Althea Proserpine, und kurz darauf verschwindet Alices Mutter spurlos. Zurück bleiben die Worte „Halt dich fern von Hazel Wood”. Alice spürt, dass sie ihre Mutter erst wiedersehen wird, wenn sie an den Anfang ihrer eigenen Geschichte geht. Schritt für Schritt entdeckt sie eine unheimliche Wahrheit. Um endlich frei zu sein, bleibt Alice nur eine Wahl: Sie muss nach Hazel Wood … Dorthin, wo alles beginnt.

Meine Meinung: 

Mein erster Gedanke zu diesem Buch: Ich mag den Schreibstil. Diese märchenhafte Erzählweise hat mir so gut gefallen!

Und dann das Thema: Dunkle Märchengeschichten, die wahr werden... hammer!

Alices Großmutter hat ein Märchenbuch veröffentlicht, das etwas besonderes an sich hat - und nur wenige Jahre nach dem Erscheinen nirgendwo mehr zu bekommen war. Um die "Geschichten aus dem Hinterland" ranken sich verschiedene Theorien und die Fans dieses Buches sind meist genau so verrückt wie dessen Charaktere.

Doch dann verschwindet die Mutter von Alice und sie merkt, dass sie sich in Gefahr befindet. Zusammen mit einem Jungen (Ellery Finch) aus ihrer Schule, der das Märchenbuch gelesen hat, versucht sie der Sache auf den Grund zu gehen und stellt fest, dass das Hinterland nicht so weit weg ist, wie sie gedacht hat. 

Am Anfang war ich so überzeugt, dass das Buch genau meinen Geschmack trifft und dass es einfach klasse wird. So habe ich die ersten 300 Seiten begeistert verschlungen. Zwischendurch habe ich mich ein wenig wie in einem "Alice im Wunderland"-Retelling gefühlt... und die liebe ich ja. Aber dann, als das Buch eigentlich erst zu seinem Höhepunkt kommen sollte und alles zeigen konnte, was es so draufhat - da konnte es mich nicht mehr überzeugen. 

Dieses fantastische, geheimnisvolle, magische Hinterland mit den zum Greifen nahen Märchengeschichten: unzusammenhängend, blass, gehetzt. Hätte die Autorin Märchen verwendet, die alle Leser schon etwas kennen (Gebrüder Grimm, Andersen etc.), dann wäre es kein Problem gewesen, all die Figuren nur kurz zu erwähnen oder Hinweise auf sie zu streuen. Aber so, mit den ganzen Erwähnungen von irgendwelchen Figuren, die man noch nie kennen gelernt hat ohne auch nur eine weitere Erklärung zu ihrer Geschichte... enttäuschend!

Ich habe durch die Seiten geblättert und nach jedem Kapitel gedacht: Hier fehlt mir etwas! Ich will mehr!

Die Idee ist doch so toll, wieso kann man nicht vollständig darin versinken? Wieso bleibt der Leser vom Hinterland ausgeschlossen?

 

Dann kommt noch dazu, dass auch die Charaktere nachlassen, je weiter die Geschichte voranschreitet. Am Anfang wird da einiges aufgebaut, aber zum Ende hin verliert es sich wieder. 

Außerdem gibt es in diesem Buch keine Liebesgeschichte, obwohl ich mir zwischendurch ziemlich sicher war, dass sie noch passieren kann... aber gut, sowas ist ja auch nicht immer nötig. Wenigstens werden Ellery Finchs Augen nicht tausendmal anbetungswürdig erwähnt und beschrieben.

Vielen Lesern wird es wohl zu mühsam sein, Alice über 400 Seiten lang beim rumlaufen zu verfolgen. 

Die Hauptperson ist kein nettes Mädchen, sie hat eine Wut in sich, ist abweisend und unfreundlich.

 

Finch ist sympathischer als Alice, aber als zweiter Hauptcharakter ist er mir viel zu blass geblieben. 

...Es wird wohl noch mehr Bände geben, deswegen bin ich doch noch etwas gespannt, was die Autorin noch aus dieser Geschichte rausholen kann... wenn Fortsetzungen geplant waren, frage ich mich, wieso das Ende so schnell und gehetzt abschließen musste.

 

Die Bewertung liegt irgendwo zwischen 3,5 und 4 Punkten, aber 3,5 ist mir nicht genug und 4 zu viel... also fast 4 Punkte :)

 

Fazit: Die Geschichte hat mir am Anfang sehr gefallen, dann aber nachgelassen und konnte meinen Erwartungen nicht entsprechen.