Rezension: Ein Augenblick für immer (Das erste Buch der Lügenwahrheit)

Titel: Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit

Autor: Rose Snow

Verlag: Ravensburger

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

 

 

 

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar

Klappentext:

June glaubt nicht an die alten Legenden des sagenumwobenen Cornwall, als sie beschließt, ihr Abschlussjahr bei ihrem Onkel in England zu verbringen. Allerdings stößt sie vor Ort nicht nur auf ein prächtiges Herrenhaus voller Geheimnisse, sondern auch auf die ungleichen Brüder Blake und Preston, die eine magische Anziehung auf sie ausüben. Doch die beiden scheinen ihr etwas zu verschweigen – und während Junes verbotene Gefühle für die Zwillinge immer stärker werden, ziehen rätselhafte Ereignisse sie unaufhaltsam in ihren Bann. Bis ein einziger Augenblick alles verändert und June merkt, dass eine uralte Gabe in ihr erwacht …


Meine Meinung:

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir nicht leicht. Ich habe das Buch vor ein paar Wochen schon mal begonnen und weggelegt, jetzt wollte ich es aber zu Ende lesen.

Die Protagonistin beschließt nach einer Autopanne in einem fremden Land mitten im Unwetter ganz allein ein paar Kilometer zur nächsten unbekannten Stadt zu spazieren. Auf dem Weg begegnet sie einem umwerfenden Kerl mit außergewöhnlichen Augen (was auch sonst hätte ich in einem Jugendbuch erwarten sollen?!), der bei Regen mit seinem Motorrad die Serpentinen entlangfährt und natürlich sofort mit seiner rauen Stimme sarkastische Kommentare von sich gibt (die überhaupt nicht lustigt sind). Da er sie mitnehmen will, leiht er ihr seinen Helm und fährt (ohne Helm!) im Regen mit Vollgas über Serpentinen.  Like... really?!

Und das ist nur die erste Szene.

Es gab einfach zu viele Faktoren, die es mir erschwert haben, dieses Buch auch nur einen Moment lang zu genießen!

Dabei ist die Geschichte an sich ganz in Ordnung: Protagonistin June hat beschlossen, das Abschlussjahr bei ihrem Onkel in England zu absolvieren. Dort stellt sie fest, dass sie unglaublich attraktive Cousins hat: Zwillinge, die ebenfalls Interesse an ihr zeigen. Außerdem scheint sie eine magische Gabe zu entwickeln. Neben langweiligen Geistergeschichten und gefährlichen Ausflügen beschäftigt June jetzt ein Thema: Welcher der beiden Jungs ist netter zu ihr und wen will sie unbedingt küssen? (Sagte ich, die Geschichte sei in Ordnung? Oh, my bad!) Ich hatte mir nach dem Klappentext eine mitreißendere Story erwartet.

Zu den Charakteren: June ging mir schon mit dem allerersten Satz auf die Nerven: "Ist es noch weit?" (Obwohl ich mich das auch gefragt habe, als ich angefangen hab zu lesen) und auch das erste Gespräch mit dem attraktiven Motorradfahrer hat mir gezeigt: Naiv, nervig und schnell verknallt. Verknallt in ihren Cousin, um es noch mal zu betonen.

Die Cousins haben übrigens ganz toll ausgearbeitete Charaktere: Preston ist freundlich und Blake ist abweisend. This is it. Beide sind um June besorgt und haben Geheimnisse. Und sie sehen beide gut aus, haben unglaublich strahlend blaue Augen und man kann ihre Muskeln durch eine Variation aus Kleidungsstücken spüren. Wow, so much wow. (Kein Wunder, dass sich June nicht zwischen den beiden festlegen möchte, sie sind ja einfach zu ähnlich!)

Insgesamt also eher mäßig überzeugend. Und dann die Gabe/Magie: Boring! Es braucht ewig, bis was passiert! Die meisten Gespräche mit egal welchen Personen handeln nur von den Zwillingen. Die Gespräche mit den Zwillingen finden kaum statt - lernen die sich irgendwie noch kennen und unterhalten die sich auch nur einmal über was Normales?

Die Nebenfiguren sind natürlich das typische feel-good-Umfeld, jedoch auch mit kleineren Problemen hier und da. Selbst ein schwuler bester Freund kommt in diesem Buch mit vor, der in so jeden seiner Sätze ein "Darling" quetscht. Allgemein tauchen ziemlich oft Englische Sätze in der wörtlichen Rede auf, was nicht unbedingt hätte sein müssen, don't you think so

Ich weiß, dass die Autorinnen immer ein ähnliches Konzept verwenden, meistens eine eher nervige Hauptperson vorstellen und diese dann mit zwei Kerlen und viel Kitsch (und einer GABE) konfrontieren. Aber ich war wirklich enttäuscht, da man aus dem Setting und den Ideen so viel mehr hätte machen können und das Ganze auch einfach etwas spannender hätte aufziehen können. Vielleicht kann es ja jüngere Leser oder welche mit anderen Ansprüchen durchaus begeistern. 

Ich werde die nächsten zwei Teile jedenfalls nicht mehr lesen. 

Congrats übrigens für das Cover, denn es passt tatsächlich perfekt zum Inhalt!

 

Fazit: Nur, wenn man etwas Oberflächliches, Kitschiges  ohne viele Gedanken lesen will.