Rezension: Die tausend Teile meines Herzens

Titel: Die tausend Teile meines Herzens

Autor: Colleen Hoover

Verlag: dtv

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar. 

Klappentext:

Stell dir vor, du triffst den Mann deiner Träume – und dann findest du heraus, dass er der eine ist, in den du dich nicht verlieben solltest…

Beim Shoppen in der Stadt lernt die siebzehnjährige Merit den überaus attraktiven Sagan kennen und verliebt sich so heftig in ihn, dass sie ihren sonstigen Schutzpanzer fallen und sich schon bei der ersten Begegnung von ihm küssen lässt. Ein fataler Fehler – denn leider stellt sich ziemlich schnell heraus, dass Sagan für Merit absolut off limits ist, weil er ihrer an versteckten Geheimnissen ohnehin reichen Familie näher steht, als sie ahnte.

Damit nicht genug: Anstatt ihr aus dem Weg zu gehen, bereichert Sagan in der folgenden Zeit das vielköpfige Elternhaus von Merit mit seiner täglichen Anwesenheit. Das aber führt das ohnehin schon chaotische Familienleben völlig ad absurdum – und stürzt Merit in eine tiefe persönliche Krise.


Meine Meinung: 

Dieses Buch liest sich, als würde man einer Massenkarambolage auf der Autobahn zusehen.

Nachdem die Protagonistin Merit von einem fremden Jungen geküsst wird - der sie mit ihrer Zwillingsschwester verwechselt hat - erfährt man in einem  Monolog alles über Merits kuriose Familie. Wirklich alles ... und es gibt viel über diese Familie zu erzählen. Merit selbst sammelt Pokale, um sich für die schlimmsten Situationen ihred Lebens zu belohnen und ihre Psyche hat offensichtlich schon recht stark unter allen Umständen gelitten, weswegen ihre Erzählweise trotz all der Absurdität abgeklärt und sarkastisch wirkt. Merit zeigt keine Empathie oder Selbstachtung und scheint außerdem unter Depressionen zu leiden. Sie ist schwer nachzuvollziehen und wenig sympathisch. Wenigstens sieht sie ihre Fehler immer ein und hat Potential für eine Entwicklung.

Diese Geschichte lässt sich leider schwer zusammenfassen, ohne auf die weiteren Umstände und Charaktere einzugehen. Dies könnte allerdings für viele bereits ein Spoiler sein. Wenn du möglichst wenig über den Inhalt erfahren möchtest, lies das kursiv Geschriebene nicht! 

Merits Zwillingsschwester verliebt sich nur in sterbenskranke Jungen. Merit und ihr großer Bruder haben ein großes, belastendes Geheimnis vor dem Rest der Familie. Merits Mutter wohnt im Keller und hat diesen seit Jahren nicht verlasse. Achja, die insgesamt siebenköpfige Familie lebt übrigens in einer umgebauten Kirche. Merits Vater hat sich von seiner ersten Frau (die im Keller) scheiden lassen und lebt nun mit seiner neuen (gleichnamigen) Frau und dem gemeinsamen Kind und dem Rest der Familie zusammen. Bald taucht auch noch Merits Stiefonkel auf, welcher sich jeden Sex notiert, und den Merit übrigens auch fragt, ob er nicht einfach mit ihr schlafen will, damit sie ihr erstes Mal hinter sich hat. Außerdem zieht Sagan ja auch noch in der Kirche ein,  läuft Merit ständig über den Weg und hinterlässt verstörende Zeichnungen. 

Noch Fragen?

Eine Liebesgeschichte ist es eher nicht - auch wenn der Klappentext es so wirken lässt. 

Das Buch behandelt außerdem psychische Krankheiten, Suizid, den Bürgerkrieg in Syrien ... ich frage mich, was in diesem Buch nicht vorkommt.

Ich konnte alles ziemlich lange nicht ganz ernst nehmen, weil ich dieses ganze absurde Chaos und allen voran die Hauptperson kein bisschen leiden konnte. Aber zum Ende hin hab ich es anscheinend einfach akzeptiert und gemerkt, dass mir diese wilde Reise trotzdem gefallen hat. CoHo schafft es eben einfach immer wieder.

 

Fazit: Krasse Themen, absurde Details, intensive Emotionen.