Rezension: Das Ende ist erst der Anfang

Titel: Das Leben ist erst der Anfang

Autor: Chandler Baker

Verlag: Thienemann-Esslinger

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar

Klappentext:

In 23 Tagen wird Lake 18. Dann hat sie die Chance, genau einen Menschen von den Toten auferstehen zu lassen. Ihr behinderter Bruder wäre nach der Auferstehung wieder gesund und sollte Lakes erste Wahl sein. Doch gerade sind ihre beste Freundin und ihr Freund bei einem Unfall ums Leben gekommen. Für wen soll sie sich entscheiden? Ist es überhaupt richtig, Gott zu spielen und über Leben und Tod zu bestimmen? Lake steckt in einem Dilemma, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt ...

Meine Meinung:
Seit Lakes Bruder durch einen Unfall querschnittsgelähmt ist, steht für ihre Eltern fest: An ihrem achtzehnten Geburtstag wird Lakes Resurrection dazu genutzt, ihm ein neues Leben zu schenken. Denn in der Welt, in der sie leben, sind Wiederbelebungen möglich - doch aufgrund des Populationswachstums auf eine Person im Leben beschränkt. Lake hat sich damit abgefunden, dass sie ihren Bruder wählt ... bis ihre beiden besten Freunde in einem Autounfall ums Leben kommen. Plötzlich muss sie sich den ungemütlichen Fragen des Lebens stellen.

Wer ist es wert, gerettet zu werden?

 

Die Thematik finde ich so interessant, dass ich das Buch lesen musste. Ich mag philosophische Gedankenexperimente und war neugierig, wie die Autorin dieses Dilemma auflösen wird. 

Leider darf man da nicht zu viel erwarten. 

Die Charaktere machen in dieser Geschichte das meiste aus. Zuerst diese Eltern, die dem behinderten Bruder alle Aufmerksamkeit schenken und ihrer Tochter die Wahl vorschreiben. Dann der verbitterte depressive Bruder selbst, der nur Gemeinheiten von sich gibt. Der geliebte Freund, der nicht mehr lebt und noch eine Überraschung geplant hat ... und Lake, die nicht nur auf eine Überraschung stößt.

Während der Countdown zu Lakes Geburtstag abläuft, werden einem ab und zu Rückblicke serviert, wodurch sich die Geschichte noch etwas mehr in die Länge zieht. Außerdem lernt Lake einen neuen Jungen kennen. Fast würde ich sagen, dass er mir nicht gefällt - aber ich fand seine Rolle ingesamt ganz okay.

Ich habe mit diesem Buch eben überhaupt nicht das bekommen, was ich erwartet habe. 

Schade finde ich, dass man kaum etwas über die Gesellschaft erfährt. Es wird gar nicht ausführlich darauf eingegangen, was diese Ressurections eigentlich bedeuten und wie die Bevölkerung dazu steht. Es gibt vielleicht eine Handvoll kurze Kommentare dazu, aber eine allgemeine Zusammenfassung hätte ich mir schon gewünscht, um mir das alles besser vorstellen zu können. 

Ich glaube, grade das Ende kann die wenigsten Leser wirklich zufrieden stellen.

Die Thematik war interessant, es war mal neu ... aber es wirkt auf mich unvollständig, als sollte man das alles niemals vollkommen greifen können. Schade, denn aus diesem Konzept könnte man so viel machen!