Rezension: Elfenkrone

Titel: Elfenkrone

Autor: Holly Black

Verlag: cbj

Meine Bewertung: fast 4 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar. 

Klappentext:

»Natürlich möchte ich wie sie sein. Sie sind unsterblich. Cardan ist der Schönste von allen. Und ich hasse ihn mehr als den Rest. Ich hasse ihn so sehr, dass ich manchmal kaum Luft bekomme, wenn ich ihn ansehe…«

Jude ist sieben, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern an den Hof des Elfenkönigs verschleppt wird. Zehn Jahre später hat Jude nur ein Ziel vor Augen: dazuzugehören, um jeden Preis. Doch die meisten Elfen verachten Sterbliche wie sie. Ihr erbittertster Widersacher: Prinz Cardan, der jüngste und unberechenbarste Sohn des Elfenkönigs. Doch gerade ihm muss Jude die Stirn bieten, wenn sie am Hof überleben will…

Meine Meinung:

Holly Black entführt den Leser mal wieder in die faszinierende und andersartige Welt der Elfen.

Die Krone von Elfenheim soll neu vergeben werden und so findet sich die Protagonistin zwischen Machtspielen und Verrätern wieder.

Jude ist eine schwierige Person, was daran liegen mag, dass sie und ihre Geschwister dabei zugesehen haben, wie ein Elf ihre Eltern ermordet hat. Dieser Elf hat die drei Schwestern dann mit nach Elfenheim genommen, wo sie aufwachsen - von anderen Elfen verabscheut und als Spielfigur zur Unterhaltung benutzt. Aus Judes Sicht erfährt man alles über diese faszinierende, grausame Welt. Wie sie regelmäßig in der Schule von den anderen und vor allem den Prinzen gedemütigt wird, wie sie sich aus Trotz widersetzen möchte und wie ihr verbissenes Streben nach Macht und Vergeltung ihr größter Wunsch ist.

So wird eine interessante Ausgangssituation und eine Hauptperson mit viel Potential erschaffen, aber da Jude so von ihrer Verbissenheit geleitet ist, war es für mich schwierig, sie wirklich zu mögen. Ihre Schwestern spielen zwar eine scheinbar wichtige Rolle, gleichzeitig verbindet die Mädchen keine spürbare Nähe. Auch die Elfenprinzen, welche offensichtlich wichtig sind, wirken alle zusammen nur wie gemeine Jungs, deren einziges Vergnügen darin besteht Jude zu demütigen und bloßzustellen oder für ihre Zwecke zu benutzen. 

Der Fokus des Buches liegt klar auf den verschiedenen Charakteren, was erst bei fortgeschrittener Handlung tatsächliche Spannung aufkommen lässt. 

Die letzten 200 Seiten sind wirklich fesselnd und haben meine erst recht negative Meinung umgestimmt. Sobald Jude ein aktiver Teil der Machtspiele wird, ist es spannend ihr dabei zuzusehen, wie sie ihren Platz in dieser Welt findet. Ein paar Wendungen haben mir sehr gut gefallen und die neuen Möglichkeiten, die sich gegen Ende ergeben haben, finde ich sehr interessant. Auch Jude, die um einiges berechnender und grausamer geworden ist als zu Beginn, hat angefangen mir als durchtriebener Charakter zu gefallen. Leider konnten mich insgesamt einige Dinge nicht so überzeugen. Ich finde die Beziehung zu den Schwestern viel zu vage dargestellt und dann auch noch diese "Lovestory", die nicht hätte sein müssen.

Ich hatte mir etwas mehr erwartet, freue mich aber auf den nächsten Teil - deswegen gibt es fast 4 von 5 Punkten.