Rezension: Kann man mal machen

Titel: Kann man mal machen

Autor: Mirellativegal
Verlag: Community Editions

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen.

Klappentext:

Im Internet sehen immer alle gut aus, sind glücklich und haben weder Poren noch Probleme. Oder sie vertreten antiquierte Rollenbilder und pöbeln gegen Schwächere. Mirella vom Kanal Mirellativegal hat keine Lust mehr darauf, von überall eingeredet zu bekommen, wie sie zu sein und was sie zu lassen hat. Sexismus steht ebenso auf ihrer Abschussliste wie Low Carb und Perfektionsdruck, gehirnzellenfressender Medienkonsum und Datingwahnsinn. 

 

Ein dickes Fell allein oder endlose Meckertiraden helfen jedoch niemandem weiter. Daher liefert Mirella die passende Motivation, um das eigene Leben entspannter zu gestalten, gleich mit. Empathische Kommunikation, Horizonterweiterung und die konsequente Achtung der eigenen Bedürfnisse stehen hierbei im Mittelpunkt. Denn letztlich ist die beste Waffe gegen die Negativität von außen, sich selbst gut leiden zu können. Und das kann man echt mal machen!

 

Meine Meinung:
Ich habe es tatsächlich getan und das Buch einer Youtuberin gekauft! Aber den Kanal von Mirella verfolge ich schon eine ganze Weile und da ich mir gerne anhöre, was sie zu sagen hat, wollte ich es natürlich auch gerne lesen. 

Sie hat sich in diesem Buch mit den verschiedensten Themen befasst: Von Medienkonsum über Hater und Selbstdarstellung über Feminismus, Selbstfindung und Akzeptanz, zu Partnersuche auf Tinder, allein Reisen, ... Themen, über die sie bereits gesprochen hat und die ihre Zuschauer eben auch sehr interessieren (und Themen, die wohl bei vielen ca. 17-25 Jährigen auf Anklang stoßen, wie auch bei mir). 

Mirella spricht vor allem über ihre persönlichen Erfahrungen im öffentlichen Leben und erzählt beispielhaft von Reaktionen aus ihrer großen Followerschaft. Damit gestaltet sie abwechslungsreiche und interessante Kapitel. Die Message kommt immer klar rüber und sie verwendet außerdem fachkundige Vokabeln - vollkommen natürlich und passend. Dadurch fühlt man sich beim Lesen sehr schön aufgehoben! (Vor allem, wenn man selbst ähnliche Interessensbereiche hat und ebenso viel im Internet abhängt.)

Ich würde an keiner Stelle behaupten, dass es nicht selbst geschrieben sei, dafür war mir ihre eigene Stimme im Text immer gegenwärtig. (Bei Youtuber-Büchern steht da ja immer diese unausgesprochene Kritik im Raum...)

Alles in allem trifft Mirella einige sehr relevante Meinungsäußerungen, die nicht nur für Zuschauer des Channels interessant sein sollten.

Mir persönlich hat der Abschnitt "Routine" sehr gut gefallen, aber ich denke, jeder Leser kann aus den einzelnen Kapiteln mal mehr und mal weniger mitnehmen. 

Mir gefällt besonders gut, dass in diesem Ratgeber am Ende jedes Themenabschnitts darauf hingewiesen wird, dass man mit diesem Ratschlag oder dieser neuen Info jetzt machen kann, was man will - man muss es nicht umsetzen, wenn es einen nicht anspricht oder hilfreich erscheint. Mirella lädt höflich dazu ein, drückt einem aber auch nicht den: Mach das mal, ist voll toll!-Stempel auf. Diese Gelassenheit finde ich super! Man wird schließlich gerne daran erinnert, dass man selbst entscheiden kann :)

...Nur die Gestaltung mit der gelben Warnfarbe auf  einzelnen Seiten empfinde ich als störend - die Worte sind doch ausdrucksstark genug, das braucht keine gelbe Einfärbung mehr um zu sagen, dass hier jemand was zu sagen hat. Es soll vielleicht künstlerisch mit dem Lichtschalter auf dem Cover zusammenhängen, hätte aber nicht sein müssen.

 

Fazit: Ich bin froh, das ich das mal gemacht hab! Dieses Buch ist vor allem etwas für Leser, die dieselben Interessen verfolgen und etwas anfangen können mit Dingen wie Unzufriedenheit und Leistungsdruck im Zusammenhang mit Instagram, Selbstverwirklichung und Selbstakzeptanz.