Rezension: The Belles - Schönheit regiert

Titel: The Belles - Schönheit regiert

Autor: Dhonielle Clayton
Verlag: Planet! Thienemann-Esslinger

Meine Bewertung: 3 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar.

Klappentext: 

Die Welt von Orléans wird von Hässlichkeit bestimmt, und nur die Belles können den Menschen Schönheit verleihen. Camelia ist eine Belle – schön, begehrt, mit magischen Fähigkeiten. Am Königshof will sie allen zeigen, dass sie die Beste ist. Doch hinter den schillernden Palastmauern lauern dunkle Geheimnisse. Camelia erkennt, dass ihre Fähigkeiten viel stärker und gefährlicher sind, als sie es je für möglich gehalten hätte. Sie sind eine Waffe, die sich andere zunutze machen wollen. Daher muss sie sich entscheiden: Soll sie die Tradition der Belles bewahren oder ihr eigenes Leben riskieren, um ihre Welt für immer zu verändern? Das Schicksal der Belles und von Orléans liegt mit einem Mal in ihren Händen …

 

Meine Meinung: 

Ich war neugierig darauf, was mich in diesem Buch erwarten würde und kann meine Eindrücke nun recht schwer in Worte fassen. Ich bin wahrscheinlich noch überwältigt von diesem ausladenden Schreibstil, der wirklich jedes Detail beachtet... 

"Eine Trompetenfanfare erklingt. Die Prinzessin schlendert in den Flur. Ihr Tageskleid ist butterblumengelb und passt perfekt zu ihrer neuen Hautfarbe - einem Mittelbraun, wie warme Milch mit Zimt und Muskat darin. Ein Wirbel aus rotem Haar sitzt auf ihrem Kopf wie eine Kugel Eis in der Waffel."

Die Beschreibungen sind unglaublich blumig, denn alles, mit dem die Belles in Kontakt kommen ist so intensiv luxuriös, überladen, süß und stilvoll - von der Einrichtung bis zum Essen.

Die Welt der Belles ist etwas vollkommen Neues und recht umfangreich. Leider erhält man aber kaum Antworten auf all die Fragen, die sich beim Lesen auftun. 

Camelia, die Hauptperson,  ist extrem ehrgeizig und  auch talentiert. Sie hat noch fünf Schwestern, die mit ihr ausgebildet wurden und in denen göttliches Blut fließt. Blut, das dreierlei Magie in sich hat und mit dem sie die restliche Bevölkerung schön machen können.

"Mit einer weiteren flachen Klinge glätte ich ihren Bauch. Prinzessin Sabine bewegt sich leicht. Ich schließe die Augen und rufe ein Bild ihres Körpers auf. Ich stelle mir ihre Hüften als zwei Crème-Kuchen mit zu viel Zuckerguss vor. Das Werkzeug kratzt die überflüssigen lagen ab. Sabine windet sich und seufzt."

Camelias größter Traum ist es, die Favoritin der Königin zu werden und besser zu sein als ihre Schwestern - natürlich ist ihre Zukunft ganz anders, als sie es sich erträumt hat und nichts hat sie auf diese Realität vorbereitet. Obwohl sie ja eigentlich ihr ganzes Leben vorbereitet wurde. Aber dennoch ist Camelia etwas zu ehrgeizig, überfordert, unbedacht...

Von ihren Schwestern hat man leider nur am Anfang etwas, wodurch alle fünf bloß wie leere Hüllen wirken, von der vielleicht ein oder zwei einen Funken mehr Inhalt haben. Auch Camelia selbst hat mir nicht genug Substanz geliefert, um irgendwelche Emotionen in mir zu wecken - dafür, dass aus ihrer Sicht erzählt wird, habe ich kaum eine Bindung zu ihr aufbauen können.

Bis zur Hälfte des Buches habe ich so sehr das Interesse verloren, dass ich das Buch einfach zufrieden hätte weglegen können. Mir haben Antworten gefehlt, irgendwelche tieferen Erklärungen, Gedanken, Gefühle... aber das schlimmste war Camelias fast schon naiver Ehrgeiz und ihr Egoismus und die Schönheitsbehandlungen, die den Kunden so richtig Schmerzen bereiten. Oft dachte ich: Wtf am I reading?

Ja, mir ist von Anfang an bewusst gewesen, dass diese Schönheitsbesessenen einfach nur seltsam und extrem sind, aber ich brauche keine fast 500 Seiten, um diese Message verdeutlicht zu bekommen. 

Die Handlung hat sich leider richtig gezogen und wurde erst im letzten Viertel spannend, was für mich leider zu spät kam und auch mit der Zeit immer vorhersehbarer wurde. Vielleicht wäre es besser, wenn dies ein Einzelband geworden wäre, um die Längen zu vermeiden?

Mir gefällt aber, dass hinter all dieser hübschen, luxuriösen Fassade ein sehr tiefer Abgrund auf den Leser lauert.  

 

Fazit: Wer schön sein will, muss leiden ... was für eine eigenartige Geschichte.