Rezension: Der Wind nimmt uns mit

Titel: Der Wind nimmt uns mit

Autor: Katharina Herzog
Verlag: Rowohlt

Meine Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar.

Klappentext:

Maya bindet sich weder an Orte noch an Menschen. Obwohl die Reisebloggerin erst 32 ist, hat sie schon fast die ganze Welt gesehen. Nur an einen Ort möchte sie niemals: Nach La Gomera. Dort wohnt ihre Adoptivmutter Karoline. Dass Karoline nicht ihre leibliche Mutter ist, hat Maya vor Jahren durch einen Zufall erfahren, und bis heute hat sie ihr nicht verziehen. Doch dann wird Maya schwanger, und Tobi, der Mann, mit dem sie eine flüchtige Affäre hatte, hält sich ausgerechnet auf der Kanareninsel auf. Nur widerwillig fliegt Maya dorthin, zu den Aussteigern und Künstlern, zu ihrer Mutter. Sie ahnt nicht, dass es die wichtigste Reise ihres Lebens sein wird.

 

Meine Meinung: 

Ich habe mich sehr auf eine neue Geschichte von Katharina Herzog gefreut, da mir ihre anderen beiden Bücher so gut gefallen haben.

Diesmal wird die Handlung wieder durch eine wechselnde Perspektive unterstützt, der Leser lernt so die Protagonistin Maya kennen und erfährt auch, was damals mit Karoline passierte. 

Mayas Kapitel sind abwechslungsreich, und die Personen denen sie begegnet sind unterschiedlich und interessant. So lernt man sie in vielen verschiedenen Situationen kennen und erfährt, was sie beschäftigt. Ihre Schwangerschaft wird nun im Klappentext schon verraten, deswegen weiß man ziemlich genau, was einen in diesem Buch erwartet. Maya war recht sympathisch, nur hält sie leider sehr lange an ihrem alten Leben und der Einzelkämpfer-Einstellung fest - aber das ist auch recht realistisch. 

Karolines Kapitel sind dagegen irgendwie nicht rund, sie wirken ungeschliffen. (Sogar die Kapitelüberschrift ist einmal fehlerhaft.) Dadurch kann man den Charakter leider nicht gut kennenlernen, erfährt aber den fehlenden Teil der Geschichte nach und nach. Allerdings hat mir dieses Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart im letzten Buch ("Zwischen dir uns mir das Meer") besser gefallen, weil beide Protagonisten dabei gut umrissen wurden. Hier steht nun Maya klar im Vordergrund. Außerdem vergeht einige Zeit, bis sie sich ihrer Mutter stellt und wieder Kontakt aufnimmt, dadurch entsteht eine große  Distanz zwischen den beiden Charakteren.

Die Kulisse ist sehr schön gewählt und die Nebencharaktere bringen mit ihren Eigenheiten Abwechslung rein.

Allerdings wirken manche Schlüsselszenen der Handlung zu überzeichnet und alles insgesamt nicht rund genug. Es hat wirklich bis zur letzten Seite gebraucht, dass ich von der Geschichte im gesamten überzeugt wurde. Leider konnte ich diesmal die Emotionen nicht nah genug spüren und finde dieses Buch verglichen mit den anderen deswegen am schwächsten.