Rezension: Ein wirklich erstaunliches Ding

Titel: Ein wirklich erstaunliches Ding

Autor: Hank Green
Verlag: bold

Meine Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

 

Werbung fürs Lesen. Leseexemplar.

Klappentext:

Stell dir vor, Außerirdische kommen auf die Erde – und du postest das allererste Video davon.

Genau so verläuft »Tag X« für die 23-jährige April. Ihr Clip von »Carl«, einer mysteriösen, aber beeindruckenden Roboter-Skulptur, geht über Nacht viral und katapultiert sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Überall auf der Welt sind Carls aufgetaucht – und niemand weiß, woher oder warum.

Die Ungewissheit lässt eine mediale Hysterie ausbrechen – Schock, Neugier und Angst treffen auf Sensationslust und apokalyptische Fantasien.

Immer mehr Verschwörungstheoretiker, die sogenannten Defender, sehen in der außerirdischen Intelligenz eine Bedrohung, gegen die es zu kämpfen gilt – und dazu gehört auch deren Entdeckerin April ...

 

Meine Meinung:

Ich weiß nicht, wieso ich dieses Buch erst gar nicht lesen wollte - vielleicht hat mich das Cover nicht angesprochen, vielleicht klang der Klappentext merkwürdig... aber zum Glück hat es mir eine Freundin empfohlen, den diese Geschichte werde ich wohl nie vergessen! 

Die Story ist zwar auf den ersten Blick etwas abgedreht, entwickelt sich aber sehr realistisch und mitreißend.

April entdeckt eines Nachts eine Statur mitten in New York. Kurzerhand beschließt sie, diese Statur, die sie für eine Kunstinstallation hält (und auf den Namen Carl tauft), mit ihrem Bekannten Andy zu filmen. Am nächsten Tag muss sie feststellen, dass sie mit diesem Video die erste Person war, die über "Carl" gesprochen hat - und dass in allen großen Städten der Welt so ein Carl wie durch zauberhand aufgetaucht ist! Während einige noch zu entschlüsseln versuchen, was es mit den Carls auf sich hat, werden April und Andy in Talkshows eingeladen und auf den Sozialen Medien berühmt. April stellt schnell fest, dass hinter dieser Sache viel mehr steckt, als anfänglich gedacht - und auch, dass sich die Massen nicht nur für Carl sondern auch sehr für sie interessieren. So muss April interviews im Fernsehen geben und entscheiden, wie sie auftreten will... eins entscheidet sie schnell: sie möchte nicht, dass die Aufmerksamkeit so schnell wieder verschwindet. Aber wird sie mit dieser Entscheidung glücklich?

Es lässt sich schwer in Worte fassen, wie gut es dem Autoren gelungen ist, die Stimmung und Aprils Empfindungen auszudrücken. Als Leser muss man sich eventuell schon ein bisschen mit dem Sog der Onlineaufmerksamkeit auskennen, aber ich denke auch aussenstehende werden durch dieses Buch miterleben, wie es eine Person verändern kann, plötzlich im Mittelpunkt der Welt zu stehen. Die neuen Erkenntnisse über die Carls sorgen für Spannung in der Handlung und auch Aprils feste Freundin bietet durch ihr Unbeteiligtsein an der Sache einen interessanten Konfliktpunkt.

Die Erzählweise hat mir sehr gefallen, denn April erzählt dem Leser alles quasi im Nachhinein. So erklärt sie, wie sie selbst gemerkt hat, dass es ihr schnell um Macht ging und um Aufmerksamkeit und dass sie diese Macht nicht verlieren will. Sie erklärt - im Nachhinein natürlich schlauer - dass sie z.B. gleich einen Fehler begehen wird und man ihr das als Leser verzeihen soll.

 

Die Erzählweise ist perfekt gewählt, man kann dadurch eben zeitgleich mitfiebern und fühlt sich ganz nah dabei.

Die Handlung an sich hat ein gutes Tempo, auch wenn ich manchmal den Wunsch hatte, es könnte alles schneller gehen - aber das war wohl Absicht, denn die Geschichte braucht nicht noch mehr Schnelligkeit in dieser eiligen Welt.

Vor allem aber kann man beim Lesen hervorragend nachvollziehen, wie die Menschheit reagiert - nicht nur online auf den sozialen Medien, sondern auch insofern, als dass der Extremismus und der Widerstand wächst und wie sich dieser auf die Geschehnisse ausübt. 

 

Fazit: Ein mitreißendes und berührendes Buch, das unerwartete aber gleichzeitig zu erwartende Wendungen nimmt und die Menschlichkeit der Menschen zeigt.