Rezension: One small thing - eine fast perfekte Liebe

Titel: One small thing - eine fast perfekte Liebe

Autor: Erin Watt

Verlag: Piper

Meine Bewertung: 5 von 5 Punkten

Klappentext:
Seit dem tragischen Tod ihrer Schwester ist im Leben von Beth nichts mehr so, wie es war. Sie vermisst ihre engste Vertraute schmerzlich, und ihre Eltern sind seither so ängstlich, dass sie Beth auf Schritt und Tritt bewachen. Doch eines Nachts schleicht sie sich heimlich zu einer Party. Dort trifft sie Chase, einen attraktiven und charmanten jungen Mann, der gerade erst in die Stadt gezogen ist. Sofort knistert es zwischen den beiden, und Beth schwebt im siebten Himmel. Bis sie erfährt, dass Chase ein düsteres Geheimnis hütet, das mit dem Tod ihrer Schwester eng verwoben ist ...

 

Meine Meinung:

Seit Beths Schwester vor drei Jahren bei einem Unfall starb,  hat sich Beths Welt geändert. Ihre Eltern sind ängstlich, ernster und derartig überforsorglich, dass sie massiv in die Privatsphäre ihrer "überlebenden" Tochter eingreifen. Dabei möchte Beth nach vorne schauen und ihr Abschlussjahr genießen.

Sie geht zu einer Party, um aus den strickten Regeln zu Hause auszubrechen und trifft dort den heißesten Kerl, der ihr je begegnet ist...

Ein paar Tage später muss sie in der Schule allerdings feststellen, dass Chase eigentlich Charles ist, der damals den Unfall verursacht hat und für den Tod ihrer Schwester drei Jahre in der Strafanstalt saß.

Für Chase ist diese Erkenntnis ebenfalls ein Schock. Außerdem wird er in der Schule gehasst und als Mörder und Serienkiller bezeichnet. Alle wollen ihn von Beth fernhalten - aber sie möchte eigentlich nur Zeit mit ihm verbringen.

Hin- und hergerissen von ihren Gefühlen und bedrängt von den Zuständen zuhause, weiß Beth nicht mehr,was sie denken soll. Eigentlich hat sie Chase längst verziehen und hasst es, wie alle anderen auf ihm herumhacken und sie immer wieder erinnern. Gleichzeitig verdrängt sie ihre Trauer auch schon sehr lange. Sie kann doch nicht mit dem Mörder ihrer Schwester befreundet sein? Dabei ist Chase so ein erwachsen wirkender Kerl, der verständnisvoll ist, logisch denkt und realistisch bleibt.

Beth muss herausfinden, was sie will, wie ihre Zukunft aussehen soll und wie sie das ganze Chaos ordnen kann, ohne von ihren Eltern weiterhin bevormundet zu werden.

Dieses Buch hat mich emotional echt erreicht, ich habe Beths Zerrissenheit gespürt und mich so tierisch über die anderen geärgert, vor allem dass jeder sich einmischen musste und ihr zu sagen hatte, was sie tun und lassen soll. Sie ist kein naives Mädchen dass sich irgendwo reinsteigert - sie versucht es allen recht zu machen und schränkt sich ein, trotzdem ist es keinem genug. Die Message dahinter wird gut rübergebracht, denn sie ist das Opfer und niemand sieht es. Keiner macht mal die Augen auf um zu verstehen, wie sie sich fühlt. Ich wurde beim Lesen sehr von dieser Geschichte mitgenommen.

Es gibt viel Streit und viele Tränen, aber an keiner Stelle wird die Handlung überdramatisiert. Die anfängliche Sorge - "Die verliebt sich in den Mörder ihrer Schwester, wie bitte? Wer will den das lesen?" - hat sich direkt am Anfang aufgelöst, weil Beth darüber zum Zeitpunkt des Kennenlernens noch nicht Bescheid weiß und alles so nachvollziehbar passiert.

 

Fazit:  Definitiv eine Empfehlung, wenn man ein berührendes und mitreißendes Jugendbuch sucht, in dem die Liebe nicht unbedingt die große Hauptrolle spielt.